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13.06.2012

09:53 Uhr

Ultrabooks

Hohe Preise schrecken Kunden ab

VonJoachim Hofer

Eigentlich sollten Ultrabooks für steigende Umsätze bei der Computerbranche sorgen. Doch die neuen Geräte erweisen sich als Ladenhüter. Sie sind einfach zu teuer. Allerdings gibt es auch Schnäppchen.

Ultrabooks kommen bei den Kunden nicht so gut an wie erwartet. dapd

Ultrabooks kommen bei den Kunden nicht so gut an wie erwartet.

MünchenSie sind sehr flach, in wenigen Sekunden betriebsbereit und funktionieren einen ganzen Arbeitstag ohne Steckdose: die neuen Ultrabooks. Bei den Kunden kommt die moderne Form des Laptops bis jetzt trotzdem nicht gut an. Denn die Preise sind mit 800 Euro und mehr viel zu hoch, als dass die Käufer sich in nennenswerter Zahl für die Rechner begeistern könnten.

Noch nicht einmal jedes zehnte Notebook, das in den vergangenen Monaten über die Ladentheke ging, war ein Ultrabook. Dabei gibt es die neue Gerätekategorie nun schon seit mehr als einem halben Jahr. Zu Weihnachten 2012 kamen die ersten Geräte in die Läden. Zwar zweifelt niemand an den technischen Vorteilen.

Ultrabooks

Was sind Ultrabooks?

Nach dem Vorbild von Apples Macbook Air schaffte Intel die Klasse der Ultrabooks, die ultramobiles und leistungsstarkes Computing für nicht mehr als 1000 Dollar ermöglichen sollten. Das Preisversprechen wird dabei aber nicht immer eingehalten. Damit sich ein Laptop mit Intels Markennamen Ultrabook schmücken darf, muss es recht strengen Anforderungen genügen. Die erste Generation der Ultrabooks, die derzeit auf den Markt ist, darf je nach Bildschirmgröße nicht dicker als 18 beziehungsweise 21 Millimeter sein und nicht mehr als 1,4 Kilo wiegen. Meist sind die Ultrabooks mit schnellem SSD-Speicher ausgerüstet statt mit langsameren Festplatten. Als Richtwert für die Zeit, bis der Laptop aus dem Ruhezustand aufwacht, gibt Intel sieben Sekunden an.

Was fehlt Ultrabooks?

Gespart wird an allem, was bei der Mobilität stört. Ein Laufwerk für optische Medien – also für CDs, DVDs und Blueray-Disc - ist nicht mehr vorhanden. Diese sind dank Breitband-Internet und USB-Sticks ohnehin auf dem Rückzug. Auch bei den Anschlüssen wird – als Tribut an die dünne Bausweise – gespart. Die meisten Ultrabooks verfügen nur über wenige USB-Anschlüsse.

Schicker ist es ohnehin, Peripherie-Geräte wie eine zusätzliche Maus kabellos über Bluetooth zu verbinden. Die Display-Größe ist auf die Kompaktklasse begrenzt. Ultrabooks kommen meist mit 11- oder 13-Zoll-Displays. Auch weil ein optisches Laufwerk und Anschlüsse fehlen, sind sie kein vollwertiger Desktop-PC-Ersatz.

Was hält AMD von Ultrabooks?

Zurückhaltend zu der neuen Notebook-Klasse äußerte sich kürzlich Intels Chipkonkurrenz von AMD. Mit den angepeilten rund 1000 Dollar zielt die neue Notebook-Klasse auf den Premium-Markt. „Der Markt für PCs über 1000 Dollar wird komplett durch Apple dominiert“, gab AMD-Sprecher im Gespräch mit dem IT-Portal Xbit Labs zu Bedenken. Die Nummer zwei bei PC-Prozessoren will daher abwarten, wie sich die Premium-Notebooks gegen Apple schlagen.

Was bringen Ultrabooks der Zukunft?

2012 will Intel noch einen Gang zulegen: Die mobilen Rechner sollen dank der neuen Prozessorgeneration mit Ivy-Bridge-Chip noch schneller werden. Außerdem müssen die Ultrabooks dann zwingend die Peripherie-Schnittstellen USB 3.0, Bluetooth und PCI Express 3.0 bereitstellen. Ab 2013 sollen neue Prozessortypen und ein verbessertes Sparkonzept dann für eine noch geringeren Stromverbrauch sorgen.

2013 sollen die Ultrabooks bei geringer Last demnach ganze 10 Tage ohne Stromzufuhr durchhalten. Die dafür geplante Chip-Architektur trägt den Namen Haswell. Der komplette Rechner – von der gesamten Hardware bis zum Betriebssystem – soll dann auf Energieeffizienz getrimmt werden. Das kommende Windows 8 soll in der Lage sein, die Leistungsaufnahme während des Betriebs deutlich stärker zu reduzieren als bisherige PC-Betriebssysteme.

Weitere Einblicke gab Intel auf dem Intel Developer Forum in Peking 2012 bekannt. Demnach sollen viele Ultrabooks in Zukunft wie Tablets auch Touchscreens besitzen, sobald Windows 8 fertiggestellt wurde. Laut Liliputing plante Intel außerdem deutlich höhere Auflösung für Ultrabooks ab 2013, sobald Intel die interne Grafik dafür genügend beschleunigt hat. Für den Formfaktor mit 13 Zoll ist dann eine Auflösung von 2.800 x 1.800 Pixeln geplant.

Einsteigermodell: Acer Aspire S3

Das Aspire S3 gehört zu den günstigen Ultrabooks und ist bereits ab 800 Euro zu bekommen. Es arbeitet mit einem i5-Prozessor von Intel (1,6 GHz) und ist mit 4 Gigabyte Arbeitsspeicher ausgerüstet. Statt schneller SSD kommt eine langsame aber dafür größere Festplatte mit 320 Gigabyte Speicher zum Einsatz. Das 13,3-Zoll-Display hat eine Auflösung von 1366x768 Pixeln. Das Gewicht: 1,33 Kilogramm. Anders als bei vergleichbaren Modellen fehlt ein USB-3-Anschluss.

Pixelwunder: Asus Zenbook UX31E

Das Asus Zenbook UX31E glänzt vor allem durch eine im Vergleich zur Konkurrenz hohe Pixeldichte. Auf dem 13,3-Zoll-Display stellt das Asus-Gerät 1600x900 Pixel da. Bei den Videoanschlüssen bietet es neben Micro-HDMI auch Mini-VGA. Der i7-Prozessor ist besonders flink (1,8 Ghz). Das Gerät gibt es im Online-Handel ab rund 1000 Euro. Gewicht: 1,3 Kilogramm.

Durchschnitt: Lenovo IdeaPad U300s

Das IdeaPad U300s vom chinesischen Hersteller Lenovo ist ab rund 900 Euro im Online-Handel zu haben. Wie auch der Preis ist die Ausstattung durchschnittlich. Mit 15 Millimeter Dicke ist es allerdings besonders dünn. Gewicht: 1,32 Kilogramm.

Macbook Air

Das Macbook Air von Apple ist Vorbild für die Klasse der Ultrabooks. Apple stattete als erstes Notebooks mit schneller Hardware und schnellen SSD-Speicher aus und verzichtete dafür auf das optische Laufwerk, um Gewicht und Dicke zu sparen. Die Macbook Airs sind etwas teurer als vergleichbare PC-Ultrabooks. Sie verfügen neben USB über die besonders schnelle Thunderbolt-Schnittstelle, für die es bislang kaum Hardware gibt. Wie auf allen Macintosh-Rechnern läuft standardmäßig nicht Windows auf den Geräten, sondern Mac OS X. Windows lässt sich - eine Lizenz vorausgesetzt - aber zusätzlich installieren.

„Das ist ein gutes Konzept“, sagt Annette Jump vom Marktforscher Gartner. Doch derzeit seien die Computer einfach viel zu teuer. Die Idee für die Ultrabooks stammt von Intel. Für den weltgrößten Chiphersteller ist ein Erfolg der neuen Notebooks mindestens genauso wichtig wie für die Computerbauer, denen der US-Konzern seine Halbleiter verkauft.

Denn seit der Einführung des Tablet-Rechners iPad vor über zwei Jahren führt Apple die gesamte Computerbranche vor. Wer es sich leisten kann, kauft ein iPad - die Konkurrenz haben die Kalifornier zur zweiten Wahl degradiert. Zwar bezieht die Kultmarke aus dem Silicon Valley einige Produkte auch bei Intel - für den Bestseller iPad verwendet Apple aber andere Prozessoren.

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Kommentare (3)

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Account gelöscht!

13.06.2012, 10:25 Uhr

Vielleicht liegt's auch gar nicht am Preis, sondern an mangelnden Innovationen.

Apple bringt das sagenhafte Retina-Display jetzt in die MacBook-Serie. Das ist eine echte Verbesserung und eine zeitgemäße Auflösung, und dafür wird der Konsument auch bereit sein, den entsprechenden Preis zu bezahlen.

Eine Auflösung von 1.368x768 Pixeln (oder so ähnlich) - dafür würde ich auch keine 800 € und noch nicht einmal 600 € bezahlen. Mein vor 17 Jahren gekaufter Röhrenmonitor in mittlerer Preisklasse konnte bereits 1024x768, wo bleibt da der Fortschritt?

Geldverschwendung

16.06.2012, 11:52 Uhr

Hm, wieso Ihr von "technischen Vorteilen" redet ist mir nicht klar. Sind ganz normale Bauteile drin nur zum doppelten Preis. Und ich habe da meine Zweifel, dass bei den Ultrabooks die Kühlung im Sommer noch ausreichend ist...

MicMan

16.06.2012, 13:21 Uhr

Die Frage ist ob man so weiter macht - billig, billiger, oder ob man den umgekehrten Weg beschreitet wie z.B. Apple. Hier wird es vorgemacht - nicht der Preis ist das Endscheidene sondern Qualität und Design. Wie wäre es mit qualitativ hochwertigen Ultrabooks mit einer guten Auflösung, weg vom alten 1366 Pixel Display - wer will denn so etwas noch haben? Ich habe genau aus dem Grund kein Ultrabook weil die Äuflösung OldSchool ist).
Bitte seid doch innovativ und liefert dazu noch hohe Qualität - auch bei den Materialien. Dann klappt es vielleicht auch mit den Kunden. Man verkauft evtl. ein paar weniger - aber mit mehr Marge. Könnte doch auch ein Geschäftsmodell sein :-)

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