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01.03.2004

08:12 Uhr

Umstellung auf die IAS/IFRS-Regeln überfordert viele IT-Systeme

Firmen droht beim Wechsel der Bilanzierung ein Software-Chaos

VonJens Koenen

Experten schlagen Alarm: Viele Unternehmen haben ihre IT-Systeme noch nicht auf die ab 2005 bindende neue Bilanzierung nach IAS/IFRS-Regeln umgestellt. „Es ist allerhöchste Zeit, die Software an die neuen Bilanzvorschriften anzupassen“, warnt Manfred Hannich, bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG für IAS/IFRS zuständig.

FRANKFURT/M. Europäische Unternehmen, die börsennotiert sind, müssen ab Januar 2005 nach den neuen IFRS-Regeln bilanzieren. Diese sind an die amerikanischen Bilanzierungsvorschriften angelehnt. Ziel ist es, die Bilanzierungsmethoden zu vereinheitlichen und für mehr Transparenz zu sorgen

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Viele Unternehmer unterschätzen die Auswirkungen auf die eigene IT und verweisen auf die nach ihrer Ansicht übertriebenen Horrorszenarien im Zuge der Euro-Umstellung. „Wenn Experten jetzt mahnen, denken viele Unternehmer, dass die Branche wieder einmal mächtig übertreibt“, sagt Bernd R. Krieger, Vorstand des auf den Mittelstand fokussierten Software-Anbieters Entire Software AG. Das Unternehmen hat seine Programme vor einiger Zeit auf IFRS ausgerichtet.

Auch KPMG-Manager Hannich berichtet davon, dass Unternehmer die Konsequenzen den neuen Regularien falsch einschätzen. „Viele denken an den Jahrtausendwechsel und an die Euro-Einführung – Veränderungen, mit denen die hier zu Lande verwendete Software keine Probleme hatte. Im Gegensatz dazu sind aber die Anforderungen an die EDV aus der Einführung der neuen Bilanzierungsregeln IAS/IFRS vielschichtiger“, warnt er.

Wie weit die neuen Regeln in die IT eingreifen, zeigen folgende Beispiele: Die Software muss künftig in der Lage sein, mit parallelen Konten und parallelen Buchungskreisen zu arbeiten. Der Grund: Neben der IAS-Bilanz müssen deutsche Unternehmen weiterhin auch eine lokale Bilanz nach HGB vorlegen. Beide Bilanzierungsmethoden betrachten gleiche Vorgänge jedoch völlig unterschiedlich. Nach IAS/IFRS müssen etwa Entwicklungskosten für Projekte je nach Fortschritt in der Bilanz aktiviert werden. Nach HGB ist das ein absolutes Tabu.

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