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29.08.2012

17:21 Uhr

Unterhaltungselektronik

Branche kämpft mit Innovationen gegen Krise

Die Unterhaltungselektronikbranche kämpft gegen die Folgen der Schuldenkrise. Nur neue Produkte können für Wachstum sorgen, heißt es im Vorfeld der Branchenmesse Ifa. Der Trend geht immer stärker zur Vernetzung.

Das Zauberwort ist 'smart'

Video: Das Zauberwort ist 'smart'

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BerlinDie Unterhaltungselektronikbranche kämpft mit Innovationen gegen die Auswirkungen der Schuldenkrise. Nur neuartige Produkte könnten für Wachstum sorgen, sagte Rainer Hecker, Aufsichtsratschef der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu), im Vorfeld der Branchenmesse Ifa am Mittwoch. Der Trend gehe dabei immer stärker in Richtung Vernetzung.

Smart-Fernseher, Haushaltsgeräte, Tablet-PCs und Smartphones würden mit dem Internet verbunden und auch untereinander vernetzt. Die Unterhaltungsbranche spürt derzeit, dass die Verbraucher in der Schuldenkrise ihr Geld zusammenhalten und sich jeden Kauf zweimal überlegen. Dem Marktforscher GfK zufolge sind die Erlöse mit Unterhaltungselektronik im ersten Halbjahr in den großen Märkten Westeuropas um insgesamt zehn Prozent geschrumpft.

Schwarzmalen ist auf der Ifa trotzdem nicht angesagt. „Ich bin ziemlich optimistisch“, sagte Reinhard Zinkann, der beim Branchenverband ZVEI den Bereich Haushalts-Großgeräte verantwortet. Auch Christian Göke von der Messe Berlin versichert: „Die Verbraucher kaufen weiterhin.“ Nach Einschätzung des ZVEI werden die Privathaushalte in Deutschland im laufenden Jahr insgesamt 29 Milliarden Euro für Elektrogeräte ausgeben - das wäre dank der Wachstumstreiber Smartphones und Tablet-PCs ein Plus von vier Prozent zum Vorjahr.

Der Stand des Unternehmens Panasonic auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. dpa

Der Stand des Unternehmens Panasonic auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin.

Vor allem die Fernsehhersteller wollen nun nach einer Reihe von Hiobsbotschaften wie dem Rückzug von Hitachi aus der TV-Geschäft im vergangenen Jahr positive Schlagzeilen schreiben. Erstmals soll in Deutschland die Marke von zehn Millionen verkauften Geräten geknackt werden. Begehrlichkeiten beim Verbraucher will die Industrie mit ständigen Neuerungen wecken. Zum einen setzt sie weiterhin auf eine immer bessere Bildqualität dank Oled-Technologie oder 4K-Angebot - einer Vervierfachung zur HD-Qualität. Zum anderen machen sich neue Standards breit: So verfügen die meisten Modelle heute über einen Internet-Anschluss.

Neuvorstellung

Samsungs Galaxy Note II

Neuvorstellung: Samsungs Galaxy Note II

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Zwar kaufen die Deutschen diese Geräte schon fleißig, meist schauen sie zu Hause dann doch nur fern. Laut dem IT-Verband Bitkom hat die Hälfte ihren internetfähigen Fernseher noch nicht mal ans Netz angeschlossen. Dies werde erst zunehmen, wenn es mehr Anwendungen gebe, die fürs Fernsehen nützlich seien, sagte Michael Schidlack, bei Bitkom für die Unterhaltungsbranche zuständig. Bei vielen Fernsehherstellern ende der Kundenkontakt mit dem Verkauf des Geräts. Dies müsse sich ändern. Über Video- und Musik-Plattformen wie sie beispielsweise Sony anbiete, ließen sich neue Umsätze generieren und der Verbraucher werde enger ans Unternehmen gebunden. Apple habe gezeigt, wie das funktionieren könnte.

Die Ifa findet vom 31. August bis zum 5. September in der Hauptstadt statt. Laut Messe Berlin sind alle Hallenflächen ausgebucht. Die Ausstellerzahl hat sich mit 1439 zum Vorjahr kaum verändert.

Die wichtigsten Begriffe der IFA kurz erklärt:

Smart TV

Es geht um einen Fernseher mit Internet-Anschluss. Die Idee ist, dass der Zuschauer auf seinem Smart TV nahtlos zwischen TV-Sendungen und Online-Angeboten umschalten kann. Im vergangenen Jahr war auf der IFA eher von dem Format HbbTV (Hybrid Broadcast Broadband TV) oder Hybrid-TV die Rede, wenn es um das Verschmelzen von traditionellem Fernsehempfang und Online-Video ging. Die knappere Bezeichnung Smart TV hat sich aber durchgesetzt.

OLED

Es ist eine Display-Technik mit organischen Elementen, die große Vorteile gegenüber den heute dominierenden LCD-Bildschirmen bietet. Das Bild ist kontrastreicher, zudem sind OLED-Displays nur wenige Millimeter dünn. Das hat allerdings auch seinen Preis: Obwohl die Hersteller die Kosten in den vergangenen Jahren deutlich senken konnten, sind die ersten großen OLED-Fernseher in diesem Jahr vielfach teurer als LCD-Geräte.

CI+

Diese Technik wird immer häufiger für den Empfang digitaler Programme benötigt. Es ist eine Weiterentwicklung der weitverbreiteten „Common-Interface“-Schnittstelle - aber mit erheblichen Einschränkungen für die Zuschauer. So können die Anbieter verhindern, dass Sendungen aufgezeichnet werden oder den Zeitraum beschränken, in denen man sich die Aufnahmen ansehen kann.

HDMI

Die alten SCART-Kabel haben in Zeiten der Fernsehbilder in hoher Auflösung ausgedient. Wer seinen Blu-Ray-Player oder HD-Empfänger mit ordentlicher Qualität an den Flachbild-Fernseher anschließen will, kommt ohne HDMI (High-Definition Multimedia Interface) nicht aus. Dazu gehört auch der Kopierschutz HDCP.

Streaming

Internet-Inhalte wie Musik oder Filme werden beim Streaming (Strömen) nicht komplett auf eine Festplatte heruntergeladen, sondern direkt aus dem Netz abgespielt. Der Vorteil: Keine Ladezeiten. Der Nachteil: Man braucht eine schnelle und stabile Internet-Verbindung.

 

 

 

Von

rtr

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