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24.01.2005

14:45 Uhr

Unterhaltungselektronik

Kampf um die Wohnzimmer

Die Hersteller von Unterhaltungselektronik kämpfen um die Zukunft in unseren Wohnzimmern. Die Digitalisierung der gesamten Unterhaltungskette von Musik über Video bis hin zum Fernsehempfang eröffnet ein Universum an Möglichkeiten, ganze Familien vernetzter Geräte zu verkaufen.

dpa HAMBURG.­ Andererseits drängen damit auch die mächtigen Computerkonzerne ins Geschäft. Ganze Geräte-Gattungen wie Videorecorder oder Röhrenfernseher verschwinden, und mit dem Fortschritt der Technologie purzeln die Preise schneller als je zuvor. Aus dem Nichts auftauchende Billig-Hersteller treten Platzhirschen wie Philips oder Panasonic auf die Füße. Bei der diesjährigen Cebit in Hannover (9.- 16. März) ist eine neue Runde im Kampf um die Ohren und Augen der Verbraucher zu erwarten.

Wer im heiß umkämpften Markt nicht aufpasst, dem helfen auch ein klangvoller Name oder alte Erfolge wenig. Davon musste sich zuletzt Sony überzeugen. Vor wenigen Tagen dampfte der japanische Elektronik- Riese die Prognose für den operativen Gewinn um fast ein Drittel ein. Der Grund: Ein drastischer Preisverfall in der Heimelektronik. DVD-Recorder würden jedes Jahr um 40 Prozent billiger, Flachbildschirm- Fernseher um 20 bis 30 Prozent. "Die Preise sind drastischer gefallen als wir es uns vorstellen konnten", stellte Sony ernüchtert fest. Das sei auch mit dem laufenden Mrd.-Sparprogramm nicht mehr aufzufangen gewesen. Sonys Pech sei unter anderem gewesen, ins anziehende Geschäft mit DVD-Recordern in großen Stil erst nach der Konkurrenz eingestiegen zu sein, als die Preise bereits fielen, sagen Analysten.

Der Fall Sony ist jedoch eher die Geschichte von Fehlern eines einzelnen Unternehmens denn ein Spiegelbild der gesamten Branche. Denn die Begeisterung der Käufer für die schöne neue Entertainment- Welt ist durchaus da. Trotz der Preiseinbrüche wächst der Markt. In den USA, die Europa zum Beispiel bei der Einführung des hochauflösenden Fernseh-Standards Hdtv voraus sind, stiegen die Verkäufe im vergangenen Jahr um elf Prozent auf 113,5 Mrd. Dollar (aktuell 87 Mrd Euro) ­ getragen vor allem von den billiger werdenden Digital-Recordern und flachen Fernsehern. Für 2005 wird ein ähnliches Plus erwartet.

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