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11.03.2006

14:15 Uhr

Unternehmen nutzen Blogs

Online-Tagebücher für alle Fälle

VonPia Grund-Ludwig

Wer in der Internet-Gemeinde mitreden will, der muss nicht nur mailen oder chatten - sondern bloggen. Das haben auch Manager inzwischen erkannt.

DÜSSELDORF. Jonathan Schwartz, Chief Operating Officer bei Sun Microsystems, etwa verquickt in seinem Webtagebuch Business-Botschaften eloquent mit seiner privaten Sicht der IT-Welt - und animiert damit seine Kunden und Leser zum Dialog. Auch der amerikanische IT-Publizist Tim O?Reilly zieht als Blogger seine Leser in den Bann. Mancher Verfechter dieser Kommunikationsform sieht bereits eine neue Form der öffentlichen Auseinandersetzung mit spannenden Themen. Dabei könnte selbst der sachkompetente Amateurpublizist zur Konkurrenz für professionelle journalistische Anbieter werden.

Blogs leben vom Charisma der Betreiber: "Anders als bei Nachrichtenforen sind sie sehr stark auf einzelne Personen zugeschnitten, die Themen setzen und moderieren", sagt Thorsten Wichmann, Geschäftsführer der Berlecon Consult. Er hält die Auseinandersetzung mit dieser neuen Form der Öffentlichkeitsarbeit im Unternehmensbereich für dringend notwendig: "Professionelle Anwender müssen sich genau überlegen, zu welchem Zweck sie Blogs nutzen wollen." Ein sinnvoller erster Schritt sei die rein interne Kommunikation.

Der technische Aufwand von Blogs ist generell simpel - vergleichbar mit dem Abschicken elektronischer Post. Erst bei komplexeren Systemen kommen Workflow-Elemente wie das Verschicken an Arbeitsgruppen oder das Einhalten bestimmter Abläufe hinzu. Die Integration der Blogs in die kommunikative Infrastruktur von Firmen steht derzeit noch am Anfang: Es gebe zwar einige Anbieter wie Socialtext, so Wichmann. "Aber das wird erst schleppend eingesetzt." Einfache Open-Source-Lösungen seien auch für die ersten Versuche völlig ausreichend.

Erst wenn es in einem Unternehmen darum gehe, Rechte zu verwalten, seien komplexere Lösungen gefragt. Das ist dann der Fall, wenn zum Beispiel Diskussionsforen eingerichtet werden, auf die nicht alle Mitarbeiter zugreifen dürfen. Dies kann Sinn machen, um Informationen zu kanalisieren und sie nur denen zukommen zu lassen, die sie für ihre Arbeit benötigen. Als Beispiel nennt Wichmann Blogs bei SAP, "die ein relativ komplexes System mit unterschiedlichen Kanälen bedienen".

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