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05.01.2010

20:13 Uhr

US-Computerbauer

Apples Tablet PC kommt bald

VonAstrid Dörner, Axel Postinett

Die Gerüchte brodeln seit Wochen, jetzt wird es konkret: Der Konzern wird voraussichtlich Ende Januar seinen neuen Tablet-PC vorstellen. Der Tablet-Computer gilt als eines der wichtigsten Projekte für Apple-Chef Steve Jobs. Zwischen dem einstigen Verbündeten Google und Apple tobt der Konkurrenzkampf unterdessen immer härter.

Apple-Chef Steve Jobs mit einem Laptop Marke Macbook Air: Einen Tablet-Rechner wird er vermutlich noch diesen Monat vorstellen. dpa

Apple-Chef Steve Jobs mit einem Laptop Marke Macbook Air: Einen Tablet-Rechner wird er vermutlich noch diesen Monat vorstellen.

NEW YORK/LAS VEGAS. Wenige Tage vor Beginn der wichtigsten High-Tech-Messe CES mischen neue Spekulationen um Apples Tablet-Computer die Branche auf. Der seit Monaten erwartete Tablet werde Ende Januar vorgestellt und könne im März in den Handel gehen, berichtet das "Wall Street Journal" am Dienstag.

Der Tablet-Computer gilt als eines der wichtigsten Projekte für Apple-Chef Steve Jobs, der mit dem Gerät den Durchbruch im Markt für handliche, tastaturlose Computer schaffen will. Das Unternehmen aus Cupertino ist bekannt für seine Geheimhaltung bei neuen Produkten. Wenn aber erst Aufträge bei Zulieferern platziert worden sind, wird es immer schwieriger, die Informationen unter Verschluss zu halten. Deswegen wird bereits seit Wochen über das neue Gerät spekuliert. Die Aktie sank am Dienstag im frühen Handel leicht auf 213,80 Dollar, nachdem sie am Montag aufgrund der Marktgerüchte einen neuen Höchststand von über 214 Dollar erreicht hatte.

Neue Chance für Verlage

Der Tablet-PC, der unter dem Namen iSlate vermarktet werden soll, käme besonders für die Medienbranche zur richtigen Zeit. Verlage suchen händeringend nach einer Möglichkeit, Nachrichten, Videos und Bilder über das Internet zu vermarkten. Als erste könnten die US-Verlage Condé Nast, Hearst, Time Inc. und Rupert Murdochs News Corp. von dem neuen Gerät profitieren. Sie sollen bereits mobile Onlineformate für den iSlate entwickelt haben.

Es wird erwartet, dass das Gerät wie eine Art "Riesen-iPhone" aussehen wird. Er soll einen berührungsempfindlichen Bildschirm mit einer Diagonale von zehn bis elf Zoll (rund 25 bis 28 Zentimeter) besitzen und, wie bei der Geräteklasse üblich, keine Tastatur haben. Die Eingabe von Texten oder Internetadressen erfolgt über eine virtuelle Tastatur, die auf dem Touchscreen eingeblendet wird.

Benutzer sollen mit dem Tablet im Internet surfen, fernsehen, spielen sowie elektronische Bücher und Zeitungen lesen können. Bislang sind solche Geräte, die unter anderem von Toshiba und Hewlett-Packard hergestellt werden, lediglich Nischenprodukte. "Es gibt große Hoffnungen für Geräte, die zwischen einem Smartphone und einem Laptop liegen", sagt Clyde Montevirgen, Analyst bei Standard and Poor's Equity Research. Erste Erfolge gebe es etwa mit dem Kindle und Videospielen, aber es existiere noch kein Gerät, das all diese Funktionen vereine.

Wenn Apple Ende Januar iSlate tatsächlich vorstellt, hat sich der Kampf der früheren engen Verbündeten Apple und Google gegen Microsoft längst auf anderen Gebieten verschärft: Am Dienstag holte Google in Mountain View zum bisher direktesten Schlag gegen Apple aus und stellte sein erstes eigenes Smartphone vor - das Nexus One auf Basis von Android.

Analysten sehen es als bislang schärfste Konkurrenz zu Apples iPhone. Doch Apple kartet zurück: Ausgerechnet an dem Tag, als Google alle Aufmerksamkeit gerne für sich alleine haben wollte, sickerte die geplante Übernahme der mobilen Werbeplattform Quattro Wireless durch Apple für rund 275 Mio. Dollar durch.

Im November erst hatte der Web-Werbegigant Google seinerseits die Übernahme des Konkurrenten AdMob für rund 750 Mio. Dollar angekündigt. Eine eigene Werbeplattform, wie sie auch Nokia seit 2008 aufbaut, ermöglicht es Dienste- und Hardwareherstellern, neue Erlösquellen zu erschließen. Besonders, wenn sie - wie alle Smartphonehersteller - den Zugang zu ihren Softwareplattformen kontrollieren.

Bestseller

iPod: Sechs Jahre nachdem der erste MP3-Musikspieler auf den Markt kam, hat Apple im Oktober 2001 seinen ersten iPod vorgestellt. Inzwischen gibt es das Gerät in mehreren Varianten, und es gehört zu den meistverkauften Musikspielern der Welt.

iPhone: Smartphones, die Informationen aus dem Internet unterwegs verfügbar machen, gab es schon vor dem iPhone. Doch erst mit der leichten Bedienung des Telefons hat Apple vor drei Jahren dem mobilen Internet zum Durchbruch verholfen.

iSlate In diesem Jahr könnte dem Unternehmen aus Cupertino in Kalifornien ein weiterer Durchbruch gelingen. Tablet-PCs gibt es schon seit Jahren. Sie werden vor allem in Kliniken und in der Logistik genutzt. Apple könnte sie nun ins Wohnzimmer bringen.

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