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16.06.2011

18:59 Uhr

US-Staatsanwalt

Kritik an automatischer Facebook-Gesichtserkennung

Nicht nur in Deutschland ist die automatische Gesichtserkennung bei Facebook äußerst umstritten. Nun ruft die Software auch die US-Behörden auf den Plan.

Die automatische Gesichtserkennung schlägt Nutzern beim Hochladen von Fotos die Namen ihrer dort abgebildeten Facebook-Freunde zum Markieren in den Bildern vor. Quelle: dpa

Die automatische Gesichtserkennung schlägt Nutzern beim Hochladen von Fotos die Namen ihrer dort abgebildeten Facebook-Freunde zum Markieren in den Bildern vor.

DüsseldorfDie umstrittene automatische Gesichtserkennung bei Facebook ruft jetzt auch US-Behörden auf den Plan. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Connecticut, George Jepsen, zeigte sich am Donnerstag besorgt darüber und bat um ein rasches Treffen mit Vertretern des Unternehmens. Wie auch deutsche Datenschützer stößt sich Jepsen vor allem daran, dass Nutzer die Funktion nicht erst ausdrücklich einschalten müssen, sondern sie standardmäßig für alle aktiviert wird.

Die vergangene Woche auch in Deutschland eingeschaltete Gesichtserkennung schlägt Nutzern beim Hochladen von Fotos die Namen ihrer dort abgebildeten Facebook-Freunde zum Markieren in den Bildern vor. Um wen es sich handelt, erkennt die Software dabei anhand früherer Markierungen, die von Nutzern per Hand eingetragen wurden.

Facebook betont, dass nur die Namen von Freunden beim Online-Netzwerk vorgeschlagen werden, man die Funktion für sein Gesicht jederzeit abschalten sowie bereits vorhandene Namens-Tags löschen könne. Außerdem wurden entsprechende Änderungen der Datenschutz-Richtlinien den Nutzern schon vor Monaten zur Abstimmung gestellt. Die neue Funktion solle lediglich das Verwalten von Bilder-Sammlungen erleichtern.

Deutsche Datenschützer wie der Hamburger Beauftragte Johannes Caspar kritisieren jedoch, dass Facebook für die Funktion eine Datenbank mit der Verknüpfung von Namen und Gesichtern betreiben müsse. Außerdem sind sie wie Jepsen der Ansicht, dass für solche Dienste das sogenannte Opt-In-Verfahren gelten sollte, bei dem ein Nutzer die Funktion erst selbst einschalten muss. Die deutschen Datenschützer räumen jedoch ein, dass sie wenig Einfluss auf das US-Unternehmen haben.

Von

dpa

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