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02.03.2011

09:24 Uhr

Vernetztes Auto

Kulturrevolution im Armaturenbrett

VonStephan Dörner, Nils Rüdel

Wer in diesen Tagen Auto-Visionen sucht, blickt nach Genf. Doch Ford-Chef Alan Mulally stellt sein Konzept des Autos der Zukunft in Hannover auf der Cebit vor. Das hat gute Gründe.

Ford-Chef Mulally auf der Cebit: Bessere technologische Vernetzung soll vor allem junge Autokäufer ansprechen. Quelle: dapd

Ford-Chef Mulally auf der Cebit: Bessere technologische Vernetzung soll vor allem junge Autokäufer ansprechen.

HannoverStell dir vor, es ist Autosalon in Genf - und Ford-Chef Alan Mulally geht nicht hin: Bei der Bühne für seine Vision vom Auto der Zukunft musste sich der 66-jährige Ingenieur an der Spitze des US-Autoherstellers zwischen dem Mekka der Autobranche und der Computerfachmesse Cebit entscheiden. Er wählte - als erster Chef eines Autokonzerns überhaupt - Hannover.

"Ich will heute über das Technologieunternehmen Ford sprechen", begann Mulally seine Rede auf der Cebit. Die Botschaft: Ford will kein Fremdkörper auf der Hochglanz-Computermesse sein, kein rußiger Autobauer aus dem heruntergekommen Detroit. Für den Konzern liegt die Zukunft des Automobils in der Consumer-Elektronik. Steuern und gleichzeitig Blackberry, iPhone, iPod nutzen – das Auto wird zum rollenden Gadget.

Denn längst konkurrieren die Autobauer nicht mehr nur um die sparsamsten Motoren, das schönste Design und die beste Sicherheit – die Zukunft liegt auch in der Verschmelzung von Auto und IT. Doch die Branche tut sich bei der Umsetzung noch schwer. Hierzulande sind selbst Wagen der Oberklasse noch nicht durchgängig mit derartiger Technologie ausgestattet.

Mulallys Auftritt ist nicht nur eine Kulturrevolution für den traditionsreichen Autobauer Ford. Sie ist auch für die Branche ein echter Coup. Denn während zeitgleich in Genf die versammelte Autobranche traditionsgemäß über breitreifige Concept Cars, PS-Monster und schnittige Neuentwicklungen staunt, macht Ford unter den IT-Freunden Punkte. "Es war es uns wichtig, genau hier zu sein", versicherte Mulally in seiner Keynote.

Der Autobauer will sich als Vorreiter auf dem Zukunftsmarkt empfehlen. Die Strategie: Er rüstet Klein- und Mittelklassewagen mit allerlei Technik aus und hofft auf viele junge, mobile Kunden. Ob das Konzept aufgeht, ist allerdings fraglich.

Im Reisegepäck hatte Mulally jedenfalls nicht weniger als eine kleine technische Revolution mitgebracht: Das gemeinsam mit Microsoft entwickelte Sync – ein Konzept zur Vernetzung von mobilen Geräten wie Smartphone und iPod mit dem Auto – soll ab 2012 nach Europa und Asien kommen. Ab nächstem Jahr soll es in neun europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, als Extra-Ausstattung zunächst für den neuen Ford Focus angeboten werden.

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