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06.04.2006

11:45 Uhr

Viel versprechende Software von Zetera

Neue Speichertechnik für Heim und Büro

VonRudi Kulzer

Aus Südkalifornien kommt eine neue Technologie für vernetzte Massenspeicher. Die Software auf der Basis des Internetprotokolls kann sowohl von privaten Haushalten als auch von kleineren mittelständischen Unternehmen eingesetzt werden.

MÜNCHEN. Das Speichern von Informationen ist eines der wichtigsten Themen der Informationstechnik. Dabei setzt man immer stärker auf eine Trennung von Datenspeichern und der eigentlichen Maschine der Informationsverarbeitung, dem Computer. Dieser ursprünglich aus der Datenverarbeitung der Unternehmen stammende Trend hat nun auch kleinere Büros und die privaten Haushalte erreicht.

Im Berufsleben lassen sich so ohne große Mühe umfangreiche Projektdaten in Speichern von der Größe einer kleinen Zigarrenkiste mit auf die Geschäftsreise nehmen. Privat sind es vor allem die neuen Musikplayer wie Apples iPod, die für einen neuen Speichertrend sorgen. Der technische Kern dieser Geräte ist ein Datenspeicher.

Vor diesem Hintergrund hat die Firma Zetera aus Irvine in Südkalifornien ein neue Verbindungstechnik (Protokoll und Schnittstelle) mit Hilfe einer Software entwickelt, die für eine schnelle, leicht zu bedienende und preiswerte Datenverbindung zwischen externen Speichern und Computern sorgen soll. Die schnelle Datenübertragung zwischen Rechner und Speicherboxen war schon immer die entscheidende technische Herausforderung der modernen Datenspeicherung.

Bisher war vor allem von Fibre Channel (wörtlich: Glasfaserkanal) und iSCSI (Small Computer System Interface - Schnittstelle zu kleinen Rechnern) die Rede, wenn es um die Verbindung getrennter Datenspeicher ging. Mit seinem auf der Consumer Electronics Show (CES) im Januar in Las Vegas vorgestellten Z-SAN Protokoll hat nun Zetera bei Fachleuten Aufmerksamkeit erregt. Das Kürzel SAN steht in der Vernetzungstechnik für "Storage Area Network" (vernetzter Speicherbereich). Das Z im Namen weist auf dem Firmennamen Zetera hin.

Nach Ansicht von Branchenbeobachtern ist Z-SAN das erste Speicherprotokoll, das sich gut in Computeranlagen von kleineren mittelständischen Betrieben, Büros und Kanzleien sowie im Heimnetz einsetzen lässt. Diese Bereiche wurden bisher von den Anbietern der Techniken Fibre Channel und iSCSI nicht bedient, da diese Produkte für kleinere Umgebungen viel zu teuer sind. Sie konzentrierten sich praktisch ausschließlich auf die Datenspeicherung in größeren Unternehmen. Die Z-SAN-Technik dagegen konzentriert sich zunächst einmal auf den Einsatz bei den bisher von der Branche vernachlässigten kleineren Betrieben.

Zetera arbeitet bei seinem Lösungsansatz mit UDP (User Datagram Protocol), um die Daten rasch an Speicher in IP-Netzen (IP = Internet Protocol) zu verteilen. Der Einsatz von UDP in größeren Firmennetzen würde bei den verantwortlichen Managern sofort blankes Entsetzen auslösen, da diese Technik keine Transportkontrollen bieten und verloren gegangene Datenpakete nicht kompensieren kann. Um möglichen Datenverlust zu vermeiden hat Zetera eine dünne Softwareschicht über UDP gelegt, welche garantiert, dass beim Transfer keine Daten verloren gehen, ohne dabei an Performance zu verlieren.

Als erste Kunden, die Z-SAN in einem ihrer Geräte einsetzen, hat Zetera die Firmen Netgear und Bell Microproducts gewonnen. Netgear setzt Zetera in seiner Heimspeicherbox SC 101 ein, die mit zwei Platten bestückt werden kann, sodass eine Speicherkapazität von einem halben Terabyte zu einem attraktiven Preis erreicht wird. Der Distributor Bell Microproducts hat Z-SAN in seine neuen Speicher der Hammer-Z-Serie integriert, die vor allem für kleinere Unternehmen konzipiert sind, 4 Platten beherbergen und damit auf eine Speicherkapazität von 1 Terabyte ermöglichen.

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