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01.01.2011

06:45 Uhr

Vom Handy zum Universal-Computer

Das Ende der PC-Ära?

VonErich Bonnert (dapd)

Smartphones und die mit ihnen entstandenen App-Ökosysteme könnten, in Verbindung mit neuen Netztechnologien, die bisherige Computer-Hierarchie völlig umkrempeln. Der PC könnte langfristig nur noch ein Nischendasein fristen. Das zumindest legt ein Trendreport des US Consumer Electronics Association-Industrieverbands nahe.

Smartphones werden immer leistungsfähiger. Machen sie PC und Laptop überflüssig? Reuters

Smartphones werden immer leistungsfähiger. Machen sie PC und Laptop überflüssig?

SAN FRANCISCO. Ein Trendreport des US Consumer Electronics Association-Industrieverbands gibt einen Ausblick auf Entwicklungen der nächsten fünf Jahre.

Für die frühen Vorläufer der Smartphones gab es kaum Applikationen. Die ersten Modelle, die auf den Markt kamen - etwa Windows Mobile, Nokias Series 60 und das auf Palm-OS basierende Treo - hatten E-Mail, Browser und Kalenderprogramme entweder im Betriebssystem eingebaut oder waren vom Provider mit entsprechenden, hauseigenen Systemen ausgestattet. Daneben gab es einige Anwendungen auf dem grauen Markt zu kaufen, die aber offiziell nicht vom Handy-Hersteller unterstützt wurden.

Apple gilt seit der Einführung des App Store für iPhone-Modelle 2007 als Wegbereiter des App-Marktes, einem zentralen Katalog von Anwendungsprogrammen, der mit dem Gerät selbst angesteuert werden kann. Anwender können aus einer Vielzahl von Apps auswählen, das gewünschte Programm kopieren, installieren und bezahlen - alles mit zwei oder Klicks.

Jede Handy-Plattform hat inzwischen ihren eigenen App-Markt. Für das in allen Stores sehr breite Angebotsvolumen sorgen vor allem Spielehersteller. Die Marktforschungsfirma Distimo, die sich ausschließlich mit der Analyse von App-Märkten befasst, schätzt beispielsweise den Anteil von Spielen unter den kostenlosen Apps für Apples iPhone auf über 90 Prozent. Und auch unter den zehn meistverkauften bezahlten Programmen sind acht Spiele.

Das verblüffende daran ist, dass fast alle dieser Spielprogramme zur Kategorie der Gelegenheitsspiele zählen. Auf Mobilgeräten werden diese einfachen, grafisch und inhaltlich simpel gestrickten Spiele häufig mit der gleichen Intensität gespielt wie fotorealistische, teure Anwendungen auf Spielkonsolen. Die CEA fand heraus, dass über 80 Prozent aller Smartphone-Besitzer ihr Handy mindestens 15 Minuten pro Woche zum Spielen nutzen. Mehr als die Hälfte verbringt über eine Stunde wöchentlich mit den Taschenspielereien und zehn Prozent der Verbraucher spielen mindestens 16 Stunden auf dem Telefon.

Zwischen qualitativ hochwertigen Spielen und dem gelegentlichen mobilen Zeitvertreib zum Mitnehmen bietet der Markt also eine Menge Chancen. Analyst Jack Cutts von der CEA rechnet daher mit einer neuen Generation von Smartphones, deren Display und Grafikverarbeitung auf 3D-Spiele ausgelegt ist.

Kommentare (5)

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Daniel

01.01.2011, 10:54 Uhr

ich setze das mal auf die Liste der Ankündigungen vom Ende der PC-Ära. Da gab's nämlich schon eine ganze Reihe. Alleine: ich glaube nicht daran. Wenn man den PC ersetzen will, reicht nicht einfach ein Gerät mit ähnlicher Rechenleistung. Wenn in meinem Toaster ein Quadcore 3Ghz Prozessor stecken würde, könnte ich damit immer noch keine briefe schreiben, meine Finanzen verwalten, Videos schneiden etc.. Smartphones, Pads etc. sind eine prima Erweiterung für den PC, aber (zumindest für viele Nutzer) kein Ersatz - vor allem dann nicht, wenn man seine persönlichen Daten auch in 10 Jahren noch auf der eigenen Festplatte und nicht in der "Cloud" speichern will. Einzig die idee mit der Dockingstation für's Smartphone klingt für mich ganz interessant. Wenn man damit dann einen vernünftigen Monitor (den Fernseher ?) und andere Peripheriegeräte angeschlossen bekommt, kann sich dreiviertel der Haushalte wahrscheinlich den separaten PC sparen, dessen Flexibilität und Komplexität sie an sich sowieso nicht brauchen und der sie oft auch überfordert. Vielleicht fällt dann der regelmäßige Hilferuf "kannst Du mal nach meinem PC schauen, der ist schon wieder so langsam und spinnt manchmal". interessant wird dann aber, wie die Anwendungsentwickler es schaffen, ihre Apps robust und tauglich für dieses Szenario zu bekommen.

Verbraucher

01.01.2011, 22:28 Uhr

Was sich industrieverbände wünschen und was Verbraucher möchten, sind oft zwei verschiedene Paar Schuh. Also versuchen die Verbände, dem Verbraucher ihren Wunschtrend einzureden. business as usual.

Kuehner

02.01.2011, 14:03 Uhr

Also,
leider ist dieses wieder mal einer der schlecht recherchierten Artikel, die wie Unkraut in die Medienlandschaft schießen.
Fakten sind wenige zu lesen. Leicht dümmliche beschreibungen von irgendwelchen Leuten, aber keine nachvollziehbaren Fakten über das Thema selbst.
Was hat den z.b. das mobile, drahtlose bezahlen durch Kreditkarten/Smartphones mit dem PC zu tun?
Was haben den die vielen Apps der verschiedenen Smartphones mit dem PC zu tun?
Eigentlich nichts. Der PC wird doch in der Mehrheit für die Arbeit genommen. Das wird und kann nicht mit den Smartphones geschehen. Zumal einem diese Dinger nicht selten die Arbeit durch ihre Fehler und schlechte Programmierung erschweren.
in diesem Artikel fehlt eher noch der Aspekt, dass die vielen Apps und Programme, welche einem so sehr die Arbeit oder das kommunizieren erleichtern sollen, doch tatsächlich für viele Arbeitsprozesse höchst bedenklich sind. Wie kann es sein, dass ich irgendwelche vertraulichen Dinge mit solch einen Gerät erledige, z.b. einen Arztbericht erstelle und irgendwelche Applikationen welche auf diesem Gerät installiert sind, senden das Ganze ohne mein Wissen an irgend jemand anderes.
Es wird leider immer schlimmer mit der Haltung irgendwelche bescheuerten Artikel über irgendwas zu erstellen, ohne das ganze Thema richtig gründlich durchzudenken.
Daraus kann man nur ein Fazit ziehen. Nur sich nicht auf so etwas einlassen.

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