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09.02.2005

12:15 Uhr

IT + Telekommunikation

Von Herbig bis Hörbiger: Online-Portal zum deutschen Film startet

Ein paar Mausklicks genügen, um nach Bully Herbigs Regiedebüt oder Paul Hörbigers frühen Filmen zu suchen.

dpa FRANKFURT/MAIN/BERLIN. Ein paar Mausklicks genügen, um nach Bully Herbigs Regiedebüt oder Paul Hörbigers frühen Filmen zu suchen.

Ob junger Senkrechtstarter oder ehemaliger Leinwand-Star: Im „filmportal.de“ - dem zentralen Online-Portal zum deutschen Film - sollen alle eine Platz haben. Wenn das neue Angebot mit rund 30 000 Filmen und 75 000 Namen am kommenden Freitag (11. Februar) auf der Berlinale freigeschaltet wird, kann sich jeder kostenlos online über den deutschen Film von seinen Anfängen bis zur Gegenwart informieren.

„filmportal.de“ will sich jedoch nicht auf spröde Fakten und Biografien beschränken, sondern verwandte Filme und Themengebiete miteinander „verlinken“. „Wir versuchen, den deutschen Film in seiner ganzen Breite darzustellen“, sagte Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filminstituts in Frankfurt.

Zusammen mit dem Hamburgischen Centrum für Filmforschung (Cinegraph) haben die Frankfurter in den vergangenen 18 Monaten die Daten für das Internet aufbereitet. Bis zu 30 Mitarbeiter sind in den beiden Instituten damit beschäftigt, die bereits vorhandenen Film- Datenbanken zu vernetzen und neue Texte zu schreiben. Finanziert wird das rund zwei Mill. Euro teure Drei-Jahres-Projekt vom Bund, aus den Töpfen der Filmförderung und vom Land Hessen.

Die Liste der Filme reicht vom „Wintergartenprogramm“ der Berliner Brüder Skladanowsky aus dem Jahr 1 895 bis zu den aktuellen deutschen Beiträgen auf der Berlinale. Schwerpunkt in der ersten Etappe des Projekts, das noch bis Ende kommenden Jahres fortgesetzt wird, sind jedoch die neuen Tendenzen im Spielfilm seit 1990. Außerdem kümmert sich das Portal vor allem um den Film in der Nazi-Zeit und den DDR- Film.

Erfasst sind nicht nur lange Spiel- und Dokumentarfilme, sondern auch Kurzfilme. Angesprochen wird nicht nur der Profi, sondern auch der Laie - vom Filmgänger bis zum interessierten Lehrer oder Schüler. „Der Nutzer soll zum Flanieren angeregt werden“, sagt Dillmann. Deshalb sollen bei den erfassten Streifen immer auch verbrauchernahe Tipps zu Dvds oder Filmkopien gegeben werden.

Nur Filme, die es ins Kino geschafft haben, werden im Online- Portal ausführlich besprochen. Ein nicht unumstrittenes Kriterium, wie Dillmann einräumt. Denn manch hochgelobter Fernsehfilm hat unbestrittene Kinoqualitäten, hat es aber nie auf die Leinwand geschafft.

Ergänzt wird die Online-Dokumentation zum deutschen Film durch Rezensionen. Rund 3 000 Besprechungen haben die beiden Institute von Tageszeitungen und Fachblättern in Lizenz erworben. Wenn am Freitag Kulturstaatsministerin Christina Weiss bei der Berlinale in Anwesenheit der deutschen Filmprominenz das Portal startet, steht die Bewährungsprobe noch aus. Noch ist unklar, wie stark die Nutzer das neue Angebot annehmen werden. Diese haben auch die Möglichkeit der Kritik. „Wir haben uns vorgenommen, auf Anregungen der Nutzer zeitnah zu antworten“, sagt Dillmann.

Sie hofft zugleich, dass der derzeitige Boom des deutschen Films auch dem neuen Portal Auftrieb gibt. In der zweiten Phase des Projekts sollen außerdem die Filme der 50er Jahre und die Querverbindungen zum Fernsehen stärker berücksichtigt werden. Zugleich ist eine Dokumentation der österreichischen Filmgeschichte geplant. Die Verbindungen zwischen den Filmzentren Wien und Berlin waren immer schon eng. Und mancher Wiener wie etwa Paul Hörbiger, der viele Jahre in Berlin lebte, ist in Deutschland fast genauso bekannt geworden wie zu Hause.

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