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14.01.2008

19:30 Uhr

Vorläufige Zahlen

SAP beruhigt vorerst die Anleger

Mit überraschend guten vorläufigen Zahlen hat SAP die Investoren vorerst für sich gewinnen können. Doch noch ist die Euphorie gebremst, alles hängt vom weiteren Ausblick des Konzerns ab. Den soll es erst Ende Januar geben. Immerhin konnte das Unternehmen mit seinem schärfsten Rivalen Schritt halten.

Überrascht mit guten Zahlen: Softwahreriese SAP Foto: ap ap

Überrascht mit guten Zahlen: Softwahreriese SAP Foto: ap

HB FRANKFURT. Der Softwareriese SAP ist im vierten Quartal kräftig gewachsen und hat sich auf dem schwächelnden US-Markt gut geschlagen. Das geht aus den am Montag veröffentlichten vorläufigen Zahlen hervor. Danach konnte das Unternehmen den Umsatz im letzten Quartal 2007 um zehn Prozent auf 3,25 Mrd. Euro steigern. Ohne Währungseffekte steht sogar ein Plus von 14 Prozent in den Büchern.

Die Investoren reagierten sofort. Sie trieben die SAP-Aktie, die sich in den zurückliegenden Monaten enttäuschend entwickelt hatte, um über drei Prozent in die Höhe. Zusätzlichen Schwung bekam das Papier vom US-IT-Riesen IBM, der ebenfalls überraschend gute Quartalsdaten vorgelegt hatte.

Beide Konzerne konnten mit ihren Zahlen Befürchtungen dämpfen, die Finanzkrise werde sich negativ auf das Investitionsverhalten von Unternehmen auswirken. Die SAP-Zahlen zeigen, dass zumindest im vierten Quartal die Nachfrage anhaltend hoch war. So legte der Umsatz mit neuen Softwarelizenzen und den dazugehörigen Dienstleistungen um 13 Prozent auf 2,48 Mrd. Euro zu. Ohne die Wechselkurseffekte beträgt das Plus sogar 17 Prozent.

Damit bestätigt SAP einen Trend, den wenige Wochen zuvor der Erzrivale Oracle vorgegeben hatte. Er hatte seine Lizenzerlöse im abgelaufenen Quartal um 29 Prozent gesteigert. Allerdings sind hierin auch Lizenzen für Datenbank-Software enthalten, während SAP ausschließlich Programme für das Management einer Firma anbietet.

Vor allem zwei SAP-Zahlen überraschten die Marktbeobachter. Zum einen hat sich SAP im schwächelnden US-Markt erstaunlich gut geschlagen. Rechnet man die Verzerrungen durch die Währung heraus, konnte das Unternehmen den Umsatz mit Softwarelizenzen und Dienstleistungen um beachtliche 16 Prozent steigern. Angesichts der jüngsten Warnungen vor den negativen Folgen der Finanzkrise gerade im US-Geschäft ist das in den Augen von Analysten ein gutes Ergebnis.

Zum anderen fiel die operative Marge (operatives Ergebnis im Verhältnis zum Umsatz) im Gesamtjahr mit 26,5 Prozent besser aus als von manchen erwartet. Zwar hatte das SAP-Management einen solchen Wert grob vorgegeben. Allerdings waren einige Analysten bei ihren Berechnungen vorsichtiger gewesen. Zur Zeit belasten Investitionen in das neue Mittelstandsprodukt "Business by Design" das Konzernergebnis von SAP. Ohne diese Investitionen hätte die Marge laut SAP bei rund 27,7 Prozent gelegen, also deutlich höher als der Vorjahreswert von 27,3 Prozent.

Dennoch warnt Jochen Klusmann, Analyst der BHF Bank, vor zu großer Euphorie. "Die Zahlen sind gut und dürften die Sorgen zumindest vorerst eindämmen", sagte er. Allerdings hänge alles am Ausblick des Konzerns. Den soll es erst Ende Januar geben. Ähnlich vorsichtig denken wohl auch Investoren, schließlich ist ein Plus von drei Prozent für SAP-Verhältnisse recht bescheiden. In früheren Jahren waren gute Zahlen durchaus für ein Kursplus von bis zu zehn Prozent gut.

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