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02.04.2013

15:33 Uhr

Was Online-Übersetzer leisten

Fremdsprache oder Kauderwelsch

Quelle:Handelsblatt Online

Einen Text in einer fremden Sprache mit wenigen Klicks im Internet in verständliches, druckreifes Deutsch übersetzt. Es könnte so schön sein. Doch Online-Übersetzungsdienste sind noch lange nicht so weit.

Kauderwelsch bei automatischer Übersetzung dpa

Kauderwelsch bei automatischer Übersetzung

BerlinWas lässt sich nicht alles im Netz nachschlagen? Selbst in Sachen Sprachen reicht das Netz dem Nutzer die Hand. Verlassen sollte man sich aber nicht auf alles, was der Online-Übersetzer ausspuckt. Denn oft ist das unverständlich oder sogar amüsantes Kauderwelsch. Trotzdem lassen sich die Dienste sinnvoll nutzen - wenn man einige Regeln beachtet.

Vorreiter unter den kostenlosen Online-Übersetzungsdiensten war Babel Fish, das heute Bing Translator heißt und knapp 40 Sprachen anbietet. Auch Google ist mit Translate längst in dem Sektor aktiv und trumpft mittlerweile mit 60 Sprachen auf, darunter alle wichtigen europäischen und asiatischen Idiome. Daneben gibt es zahlreiche weitere Gratis-Übersetzer von Apertium bis WorldLingo.

Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) hat im Oktober 2012 die Qualität von Online-Übersetzungen exemplarisch am Beispiel von Google Translate untersucht. Das Ergebnis: Der Sinn von zum Test übersetzten Rezepten, Zeitungsartikeln oder Bedienungsanleitungen war zwar grob zu erfassen, doch der Leser musste viel interpretieren und einiges blieb unverständlich.

Probleme hatte der Dienst laut BDÜ vor allem mit Ironie, Sarkasmus und Mehrdeutigkeit. Maschinen gelingt es nicht, den Kontext eines Satzes zu erfassen und die im Zusammenhang passenden Wörter zu wählen. Aber auch wenn kein Dienst durchweg einwandfreie oder verständliche Übersetzungen liefert: Verwenden kann man sie trotzdem. Dabei sollten Nutzer aber auf jeden Fall zwischen der Übersetzung aus fremden in ihnen bekannte Sprachen und Übersetzungen aus bekannten in fremde Sprachen unterscheiden, betont Uwe Reinke, Professor für Sprach- und Übersetzungstechnologie an der Fachhochschule Köln. „Übersetzungen in eine Sprache, die man gar nicht kann, sollte man tunlichst vermeiden“, rät der Experte.

Denn das Ergebnis der Übersetzung kann der Nutzer nicht einschätzen. Falls die Übersetzung als Nachricht an eine andere Person gedacht ist, löst sie im besten Fall Lachen, im schlimmsten Fall Missverständnisse oder Ärger aus. „Da sollte man lieber den deutschen Text schicken, den der Empfänger dann in seine Muttersprache übersetzen kann“, empfiehlt Reinke.

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