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16.02.2011

19:29 Uhr

Watson

Maschine schlägt Mensch bei „Jeopardy“

Nicht mehr nur im Schach spielen Maschinen die Menschen an die Wand. Eine Quizshow ist zur großen Bühne für den IBM-Computer „Watsons“ geworden: Mit einem Software-Algorithmus schlug er die besten menschlichen Spieler.

IBM-Computer "Watson" wusste schneller bescheid als seine beiden menschlichen Gegenspieler. Quelle: dapd

IBM-Computer "Watson" wusste schneller bescheid als seine beiden menschlichen Gegenspieler.

New YorkBei der US-Quizshow „Jeopardy“ wird nicht einfach nur Wissen abgefragt, sondern die Teilnehmer müssen auch um die Ecke denken können, um auf die richtigen Antworten zu kommen. Bislang galt das als ein Szenario, bei dem ein Computer der intuitiven menschlichen Intelligenz unterlegen ist. Doch „Watson“, ein mit künstlicher Intelligenz programmierter Computer, hat nun die besten „Jeopardy“-Cracks zumindest in der ersten Runde mit großem Abstand geschlagen.

Bei „Jeopardy“ gibt der Quizmaster Stichworte, aus denen die Spieler die korrekte Frage konstruieren müssen. „Watson“ - von den IBM-Entwicklern nach dem Gründer des Computer-Konzerns, Thomas J. Watson, benannt - erwies sich dabei auch nicht als allwissend. Wie seine Kontrahenten Ken Jennings - der 74 Mal in Serie gewonnen hat - und Brad Rutter kam er nicht auf die korrekte Antwort auf die Frage: „Was ist moderne Kunst?“ sondern tippte auf „Picasso“, während Jennings aufgrund der Hinweise „Kubismus“ und Rutter „Impressionismus“ sagten.

„Watson“ überzeugte mit einer perfekten Einsatzstrategie - bei „Jeopardy“ müssen die Spieler einen Geldbetrag auf ihre Antwort setzen. Warum er in einem Fall exakt 6.435 Dollar setzte, verstand kein menschliches Wesen; „Watson“ erreichte mit der korrekten Antwort Sir Christopher Wren aber einen imposanten Zwischenstand von 21.035 Dollar.

Lag er mal daneben, hatte er wenig gesetzt: Bei dem Hinweis, dass der eine Flughafen der Stadt nach einem Helden des Zweiten Weltkriegs und der zweite nach einer Schlacht im Zweiten Weltkrieg benannt sei, lag er mit einem zaghaften „Ist es Toronto?“ voll daneben. Seine menschlichen Konkurrenten gaben mit Chicago die richtige Antwort. Aber „Watson“ hatte nur 947 präzise kalkulierte Dollar riskiert.

Am Ende der ersten Runde mit 30 Fragen hatte er mit 35.734 Dollar Jennings mit 4.800 Dollar und Rutter mit 10.400 Dollar weit hinter sich gelassen. Am kommenden Mittwoch geht es in die zweite Runde. Der Gesamtsieger gewinnt eine Million Dollar Preisgeld.

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