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19.01.2011

13:40 Uhr

Web-Projekt Twick.it

Die Welt in 140 Zeichen erklärt

VonStephan Dörner

Das Online-Lexikon Wikipedia und der Kurznachrichtendienst Twitter könnten unterschiedlicher nicht sein: Wikipedia bietet ausführliche Informationen, Twitter-Nachrichten dürfen nicht länger als 140 Zeichen sein. Ein noch junges Web-Projekt versucht trotzdem, beide Prinzipien zu verbinden. Twick.it führt die so unterschiedlichen Welten zusammen – mit durchaus sinnvollen Ergebnissen.

Twick.it-Gründer Markus Möller (links) und Sean Kollak. Pressebild

Twick.it-Gründer Markus Möller (links) und Sean Kollak.

DÜSSELDORF. Es klingt zunächst wie ein Scherz: Twick.it ist eine Kurz-Wikipedia in 140 Zeichen. Das Prinzip: Wie bei der Wikipedia kann jeder die Definition eines Begriffs schreiben – nur muss sie wie beim Kurznachrichtendienst Twitter auf gerade einmal 140 Zeichen Platz finden.

Anders als bei der Wikipedia gibt es dabei jedoch nicht einen Artikel, den alle gemeinsam bearbeiten. Stattdessen können viele Definitionen eines Begriffs nebeneinander stehen, die von der Community bewertet werden. Weit oben steht das, was den Nutzern gefällt – die anderen Erklärungen verschwinden in der Versenkung. Das Motto: „Komm auf den Punkt“.

Wie das aussieht, zeigt die Definition, die bisher die meisten Twick.it-Nutzer bewegt hat: Jesus. Eine Nutzerin versuchte es mit der Definition „Liebe“ und fiel damit ebenso durch wie die Erklärung „Gottessohn“. Zur besten Kurzdefinition wählten die Nutzer folgenden Text: „jüdischer Reformprediger, wurde von seinen Anhängern als der verheißene Messias (Christus) verehrt. Daraus entwickelte sich das Christentum.“

Wer mehr wissen will, wird auf den entsprechenden Wikipedia-Eintrag verwiesen. Doch wozu soll das gut sein? „Wer seine Schulaufgaben machen oder sich in ein Thema einlesen will, ist bei uns natürlich nicht richtig aufgehoben“, so der Programmierer Markus Möller, der das Projekt zusammen mit dem Texter Sean Kollak ins Leben gerufen hat. „Bei uns findet aber eine Antwort, wer nur mal schnell etwas wissen will, ohne die Zeit zu haben, sich in einen langen Artikel einzulesen“. Erklärmaschine nennen die Macher das.

Die Kurz-Definitionen sind auch anderer Stelle gefragt: So nutzen einige Blogs die offene Schnittstelle des Projekts dazu, die Kurz-Erklärung einzublenden, wenn die Maus längere Zeit über einem bestimmten Wort verharrt – lange Erklärungen wären hier natürlich fehl am Platz. Das Marienkrankenhaus Siegen hat die Twick.it-Suche sogar als Internet-Glossar auf die eigene Website eingebaut – Patienten können so medizinische Fachbegriffe nachschlagen, ohne sich in medizinisches Spezialvokabular einarbeiten zu müssen.

Kommentare (2)

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Einanderer

20.01.2011, 11:33 Uhr

"Gefällt mir"

Der Server scheint aber etwas überfordert zu sein...

Sean

15.07.2011, 14:54 Uhr

Update: Anfang der Woche hat Twick.it neue Community-Funktionen vorgestellt. http://twick.it/blog/de/neue-community-funktionen/ Freuen uns über Feedback.
Gruß Sean

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