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06.09.2011

14:26 Uhr

Wikileaks-Gründer

„Wir hätten nichts anders machen können“

Nachdem in den US-Botschaftsdepeschen die Namen hunderter Informanten veröffentlicht wurden, stehen Wikileaks und Gründer Julian Assange in der Kritik. Doch der gibt nun die Schuld vor allem dem „Guardian“.

Wikileaks-Gründer Julian Assange bei einem Videointerview auf der Medienwoche der Funkausstellung IFA in Berlin.  Reuters

Wikileaks-Gründer Julian Assange bei einem Videointerview auf der Medienwoche der Funkausstellung IFA in Berlin. 

BerlinWikileaks-Gründer Julian Assange hat die umstrittene Veröffentlichung der unredigierten US-Botschaftsdepeschen verteidigt. „Es gibt nichts, was wir hätten anders machen können“, sagte er am Dienstag in einem Videointerview auf der Medienwoche der Funkausstellung IFA in Berlin. 

Er glaube nicht, dass die Veröffentlichung der Identität von US-Informanten jetzt noch großen Schaden anrichten werde, betonte Assange. Schließlich hätten die Quellen ein Jahr Zeit gehabt, um sich vorzubereiten und seien in dieser Zeit auch von amerikanischen Behörden gewarnt worden. „Wir haben mit dem US-Außenministerium gesprochen, und sie schienen nicht sonderlich aufgeregt.“ Zugleich könne er auch nicht ausschließen, dass einige zu Schaden kommen könnten. 

Assange machte erneut vor allem die britische Zeitung „Guardian“ für das Datenleck verantwortlich. Der Reporter David Leigh habe in seinem im Februar erschienenen Buch auch einen Teil des langen Passworts veröffentlicht, obwohl er angewiesen worden sei, dies nie aufzuschreiben, sagte der Wikileaks-Gründer. „Ohne die Veröffentlichung des Passworts wäre das alles nicht passiert.“ Der „Guardian“ kontert, man sei davon ausgegangen, nur ein provisorisches Passwort bekommen zu haben. 

Der Wikileaks-Gründer bekräftigte auch die Vorwürfe gegen seinen früheren Mitstreiter Daniel Domscheit-Berg. Ein „Individuum in Berlin“ habe ausgewählten Journalisten aus Eigennutz gezeigt, an welchem Ort eine spezielle Datei liege, die zur Entschlüsselung notwendig gewesen sei, sagte er. 

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