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23.04.2012

13:21 Uhr

Wikipedia-Gründer Wales

„Hollywood wird sterben“

VonStephan Dörner

Die Filmindustrie steht vor ihrem Untergang, glaubt Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. Grund seien aber nicht die illegalen Tauschbörsen im Netz, wie er auf dem Treffen der Internet Society in Genf erläuterte.

„Zwei Milliarden Menschen sind online – der einfache Teil ist geschafft“: Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. dapd

„Zwei Milliarden Menschen sind online – der einfache Teil ist geschafft“: Wikipedia-Gründer Jimmy Wales.

GenfDer größte Feind von Hollywood ist nach Auffassung von Jimmy Wales nicht die im Internet verbreitete illegale Kopie. Die größten Feinde der Filmindustrie sitzen nach der Vorstellung des Mannes, der 2001 mit der Gründung freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia die Welt veränderte, in den Kinderzimmern dieser Welt. Auf dem Treffen der Internet Society in Genf führte der US-Unternehmer aus, wie er sich die Zukunft des Internets vorstellt.

„Oft werde ich gefragt, was das nächste große Ding ist“, sagte Wales  in Genf. „Wenn ich das wüsste, würde ich es bauen“. Dennoch habe er zwei Vorhersagen für das Netz der Zukunft. Eine einfache und eine mutige. Die simple Vorhersage sei das bevorstehende massive Wachstum des Internets in den Entwicklungsländern. „Zwei Milliarden Menschen sind online – der einfache Teil ist geschafft.“ In den kommen Jahren ginge es nun darum, auch noch die restliche Welt ans Internet anzubinden.

Die zweite, mutige, Vorhersage:  „Hollywood wird sterben und niemanden wird es kümmern“. Diese gewagte These leitet Jimmy Wales aus der Geschichte der Wikipedia ab. Sein erster Versuch, ein freies Lexikon im Internet aufzubauen, scheiterte. Wales versuchte damals mit einem Projekt namens  Nupedia das Wissen der Welt allen Internet-Nutzern zugänglich zu machen – und wählte dazu einen klassischen Ansatz mit Fachautoren. Doch das Konzept scheiterte, da der kleine Kreis an Fachautoren nicht mit den Redaktionen klassischer Lexikon-Verlage konkurrieren konnte.

Erst als Wales sich 2001 das Wiki-Konzept zunutze machte, änderte sich die Lage schlagartig. Wikis ermöglichen Internet-Nutzer nicht nur Inhalte zu lesen, sondern selbst welche zu schreiben. Aus der Nupedia wurde die Wikipedia – und das Konzept des gemeinsam erstellten Wissens wurde einer der größten Erfolge des Internets. Innerhalb weniger Jahre erschufen Freiwillige eine freie Wissensdatenbank im Internet, die so populär wurde, dass heute weder die traditionsreiche Encyclopaedia Britannica noch der Brockhaus in Buch-Läden erhältlich sind.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

23.04.2012, 13:59 Uhr

Na, hoffentlich wird Hollywood sterben und die Musikindustrie gleich mit.
Angeblich wird die Unterhaltungsindustire betrieben von "Kreativen". Wenn die aber so kreativ sind, warum sind die seit 20 Jahren nicht in der Lage, ein zeitgemässes Geschäftsmodell zu erfinden?!!
Bin mal gespannt mit welcher Armada von Rechtsverdrehern sie den Nachwuchs, von der Wales spricht, aufhalten wollen.

Account gelöscht!

23.04.2012, 14:45 Uhr

Die Unterhaltungsindustrie wird nicht von "Kreativen" betrieben, sondern hauptsächlich von Managern, die von Kreativität weit entfernt sind! Für die zählt nur Geld.
Wenn mal ein Unternehmen von Kreativen geleitet wurde, haben es irgendwann Manager übernommen und die Kreativen sind woanders hingegangen und haben einen eigenen "Laden" aufgemacht, Beispiel Pixar.

wde

23.04.2012, 15:09 Uhr

Wann fangen die staatlich, steuerfinanzierten Universitätsprofessoren endlich Ihr Wissen für alle zur Verfügung zu stellen? Das ist doch peinlich das man vom MIT und Standford schon komplette Video Vorlesungen+Powerpräse ansehen kann.

Die Ideen aus Hollywood kommen doch meist aus der Wirtschaft oder Forschung. Dann können die Schüler besser realistisch abschätzen was ist Science-Fiction und was wird in der Zukunft möglich sein.

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