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13.01.2011

13:04 Uhr

Wikiwatch

Die Aufpasser der Wikipedia

VonPeter Zschunke (dpa)

In dieser Woche wird Wikipedia zehn Jahre alt. In seiner bewegten Geschichte machte das Mitmach-Lexikon auch durch Fehler und Manipulationen Schlagzeilen. Das Wiki-Watch-Projekt schaut den Autoren der Online-Enzyklopädie auf die Finger. Nun will das Universitäts-Projekt auch die englischsprachige Version des Lexikons überwachen.

Die freie Enzyklopädie Wikipedia wird immer wieder Opfer von Manipulationen - Wiki-Watch soll das verhindern. DAPD

Die freie Enzyklopädie Wikipedia wird immer wieder Opfer von Manipulationen - Wiki-Watch soll das verhindern.

BERLIN. Das Gemeinschaftswerk Wikipedia hat sich in zehn Jahren viel Vertrauen erworben - Anfang dieses Jahres registrierte die deutschsprachige Ausgabe der Online-Enzyklopädie an einem einzigen Tag 29,4 Millionen Zugriffe auf die 1,2 Millionen Artikel.

Die Wikipedia verdient aber auch kritische Fragen zur Qualität der Informationen. Die Suche nach den Antworten unterstützt das Projekt Wiki-Watch, das an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) betreut wird.

„Wir vertrauen alle Wikipedia, aber wir wissen nicht, wer an den Artikeln gearbeitet hat und wie zuverlässig sie sind“, sagt Wolfgang Stock. Er leitet zusammen mit Johannes Weberling die Arbeitsstelle Wiki-Watch im Studien- und Forschungsschwerpunkt Medienrecht der Juristischen Fakultät. „Wir wissen nicht, wo die Inhalte der Artikel herkommen, denn die Autoren sind fast immer anonym.“

Den Anstoß zu dem Projekt gab Anfang 2009 die Manipulation im Artikel zu Karl-Theodor zu Guttenberg - damals wurde ein falscher „Wilhelm“ in die lange Reihe der Vornamen geschmuggelt. „Heute wäre das so nicht mehr möglich, weil es für solche Fälle eine Stufe zur Qualitätssicherung gibt“, erklärt der Professor, der sich selbst als „großen Fan von Wikipedia“ bezeichnet. „Wikipedia hat gelernt, aber wir haben auch alle als Gesellschaft gelernt.“ Wiki-Watch funktioniert wie eine parallele Ausgabe der Wikipedia.

Das seit Oktober 2010 betriebene Projekt ermöglicht die Suche nach einem beliebigen Lexikonartikel, zeigt dann aber zusätzliche Informationen an: etwa Bewertungen mit bis zu sechs Sternen, die Zahl der Autoren, die an dem Beitrag mitgearbeitet haben, und die Anzahl der Bearbeitungen. Als unsicher eingestufte Informationen werden farbig markiert. Derzeit ist das Portal noch eine Betaversion und damit in der Testphase.

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