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14.05.2012

16:57 Uhr

„Wir sind Urheber“

Anonymous hackt sich ins Abseits

Hacker aus dem Umfeld der losen Gruppierung Anonymous haben Teilnehmer der Aktion „Wir sind Urheber“ bloßgestellt. Das stößt auch bei Netzaktivisten auf scharfe Ablehnung. Die Unterstützung für Anonymous bröckelt weiter.

Anonymous-Aktivisten treten gerne maskiert auf. Hacker aus dem Umfeld der losen Gruppe haben nun ideologische Gegner bloßgestellt. Reuters

Anonymous-Aktivisten treten gerne maskiert auf. Hacker aus dem Umfeld der losen Gruppe haben nun ideologische Gegner bloßgestellt.

BerlinMit der Veröffentlichung persönlicher Daten haben unbekannte Täter die Unterschriftenaktion von Künstlern für eine Stärkung des Urheberrechts angegriffen. Auf einer Internet-Plattform für die Veröffentlichung von Dokumenten wurden unter anderem Namen, Geburtsdaten, Adressen und Telefonnummern der Unterzeichner veröffentlicht - unter ihnen prominente Schriftsteller wie Charlotte Roche und der Musiker Sven Regener, der die Debatte im März angestoßen hatte. „Das ist der vorläufige Höhepunkt von beispiellosen kunstfeindlichen Beleidigungen und Beschimpfungen aus der Deckung des Internets“, kritisierten am Montag mehrere Verleger in einer gemeinsamen Erklärung.

Die Täter sollen aus dem Umkreis der Anonymous-Bewegung kommen, die keine festen Strukturen kennt. Sie überschrieben die Veröffentlichung der Daten mit den Worten „fuck your copyright blah blah blah“.

Kommentar: Wir brauchen ein neues Urheberrecht

Kommentar

Wir brauchen ein neues Urheberrecht

Wer sich Neues ausdenkt, muss dafür besonders belohnt werden. Andernfalls schwächen wir den Wettbewerb um immer bessere Lösungen und Leistungen. Das geht nicht nur Kulturschaffende an, sondern die gesamte Wirtschaft.

Der öffentliche Aufruf „Wir sind die Urheber! Gegen den Diebstahl geistigen Eigentums“ wurde bislang von mehr als 6000 Personen unterzeichnet. Diese bezeichnen das Urheberrecht als „historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit“ und als „materielle Basis für individuelles geistiges Schaffen“. Sie wenden sich indirekt gegen Initiativen aus mehreren Parteien, das Urheberrecht an die veränderten Bedingungen im Netz anzupassen. Internet-Nutzer reagierten mit einer Gegenerklärung „Wir sind die Bürger“ und riefen zur gemeinsamen Suche nach Lösungen auf.

Die illegale Veröffentlichung von Unterzeichnerdaten solle „Künstler mundtot machen und für vogelfrei erklären“, hieß es in einer gemeinsamen Reaktion von 16 großen Verlagen, darunter Kiepenheuer & Witsch, Suhrkamp, Rowohlt und Hanser. „Wir werden die betroffenen Künstler mit allen, auch juristischen Mitteln gegen diese Nötigung und gegen die Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte verteidigen.“

Kommentare (6)

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Kernspin

14.05.2012, 17:14 Uhr

Ist ja plötzlich so seltsam ruhig hier..„fuck your copyright blah blah blah“... Ja, das ist wirklich sachlich, konstruktiv, inhaltlich relevant, verantwortungsvoll und bringt uns in der Debatte ein grosses Stück weiter. Der Witz ist, die Anhänger von "Anonymous" (falls sie wirklich dazugehören) haben sich mit dieser "Aktion" selbst die Maske vom Gesicht gerissen. Und was kommt zum Vorschein: kleine feige Wichte, die aus der Dunkelheit heraus und angeblich im Namen der Freiheit, aber mit den üblichen Mitteln des despotischen Pöbels, "Andersdenkende" mit Schmutz und Steinen bewerfen. Mir drängt sich zunehmend der Verdacht auf, dass es hier gar nicht um eine Rechts- und Technologiedebatte geht, sondern eher um eine Vielzahl psychologischer Probleme. Neid, Unreife, mangelndes Selbstwertgefühl, Allmachtsphantasien, Unwissen, etc. Die Nummer ging jetzt wirklich mehr als einen Schritt zu weit. Wenn das jetzt die (selbsternannten) "gerechten" Hüter der Freiheit des Internets sind, dann sollten wir mal kurz den Stecker ziehen, tief Luft holen und uns mal wieder klar machen, dass das Internet in Wirklichkeit nach wie vor nicht viel mehr als eine neue Kommunikationstechnologie ist. Will heissen, die Menschen reden zwar jetzt mehr und lauter und "freier", aber schlauer, reifer oder besser scheinen wir bisher wohl dadurch nicht wirklich geworden zu sein.

pier

14.05.2012, 17:51 Uhr

@peer

doch gibt es, sogar mehrere, googlen hilft. Kommentare dieses Niveaus stoßen mir übel auf. Einfach mal informieren bevor mal so einen Stammtischstuss ins Netz entlässt.

Was ist eine Privatfirma? An einer Kapitalgesellschaft, deren einziger Gesellschafter der Bund ist, kann ich nicht viel privates erkennen. Zudem führt niemand an diese Firma Steuern ab, denn diese gehen, welche Wunder, meist an die Finanzämter. Dass diese Gesellschaft als "Schuldenmanager" Deutschlands auch Steuergelder zu Gesicht bekommt ist durchaus logisch. Und da fragt sich nicht das geringste.

Gsimsen

14.05.2012, 18:06 Uhr

Ihr Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf! Schon ihre Fäkalsprache entlarvt diese pubertären Kunstverachter!

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