Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.03.2006

10:45 Uhr

Wirbel um neuen Datenhighway

Wimax wird vielfach überschätzt

In der Telekommunikationsbranche macht ein neues Modewort die Runde: Wimax. Die Funktechnik wird neben schnellen DSL-Anschlüssen, UMTS und TV-Kabelnetzen vielfach schon als vierter Weg in die Breitbandwelt bejubelt.

Der Empfänger benötigt für die Funktechnik Wimax eine spezielle Antenne. Foto: dpa

Der Empfänger benötigt für die Funktechnik Wimax eine spezielle Antenne. Foto: dpa

HB HANNOVER. Rund um die Cebit gibt es neuen Gesprächsstoff - die Deutsche Telekom kündigte den Einsatz an, Chiphersteller wie Intel und Ausrüster wie Motorola zeigen fortgeschrittene Lösungen, die Bundesnetzagentur meldet großes Interesse an entsprechenden Frequenzen. Aus Sicht außenstehender Experten sind die Geschäftsaussichten in Deutschland und den anderen Industriestaaten aber begrenzt.

Telekom-Festnetzvorstand Walter Raizner geriet auf der Hightechmesse ein bisschen ins Schwärmen, als er die drahtlose Übertragungsmöglichkeit als "zukunftsweisende Anschlusstechnologie" vorstellte: "Wir betrachten Wimax als einen weiteren Schlüssel beim Engagement für eine flächendeckende Breitbandversorgung in der Bundesrepublik."Die Rede ist von einer Art WLAN-Funknetz in Riesenformat: Daten und Sprache sollen in hohem Tempo und über viel größere Entfernungen als in einem herkömmlichen Hotspot auf die Reise geschickt werden.

In zahlreichen Ländern ist Wimax schon im kommerziellen Einsatz - von Frankreich über Mexiko und Mauritius bis zu den Philippinen. Der Konzern Intel, der die Entwicklung vorantreibt, registrierte bis Ende vorigen Jahres über 20 Netzbetreiber, die Breitbandzugänge auf Basis seiner Technik einsetzen. In Deutschland ist es bislang ein kleines Unternehmen, das mit dem Chipriesen als Gesellschafter Wimax vertreibt und ehrgeizige Ziele hat: Die Deutsche Breitband Dienste GmbH (DBB) hatte zunächst Heidelberg und Teile Berlins vernetzt und schickt sich an, bis Ende des Jahres eine Million Haushalte zu erreichen.

Die Kunden sollen über Wimax Internet, Telefon und Fernsehen beziehen - eben jenes "Triple Play", für das etablierte Unternehmen wie die Telekom oder Arcor jetzt für viel Geld ihre DSL-Netze aufrüsten. In Österreich ist das Telefonieren über die neue Technik bereits Wirklichkeit. Dort wurden bereits vor einiger Zeit Frequenzen für Wimax vergeben, so dass vergangenen Herbst die Vermarktung anrollen konnte. Deutschland ist noch nicht so weit. Vorreiter DBB nutzt zwar umgewidmete Frequenzen aus ihrem Bestand, die eigentlich für eine längst zu Grabe getragene Technik, den lokalen WLL-Richtfunk, dienten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×