Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.01.2005

07:00 Uhr

Wissenschaftler zeigen Ad-hoc-Netzten die rote Karte

Schwarze Löcher fressen Daten

Durch Ad-Hoc-Netze sollen Computer und andere Netzwerkgeräte automatisch miteinander kommunizieren. Allerdings können sich dabei schnell schwarze Löcher auftun, in denen Daten spurlos verschwinden.

hiz DÜSSELDORF. Eine Studie der Mobile Networking Gruppe der TU Darmstadt hat gezeigt, dass sich die so genannten Ad-Hoc-Netze nicht für den praktischen Einsatz eignen. Die Forscher warnen, dass eine effiziente und verlässliche Kommunikation in heutigen Ad-hoc-Netzen nahezu unmöglich ist. Schon ein Prozent so genannter schwarzer Löcher, Stationen die alle verfügbaren Daten aufsaugen, können zum Verlust der Hälfte aller Datenpakte führen.

Der Aufbau von Netzwerken setzt einige technische Kenntnisse, wie zum Beispiel geplante Netzwerktopologie, IP-Adressen-Vergabe die Einrichtung von Datenrouten voraus. Ungeschulte Anwender sind damit oft überfordert. Aus diesen Erkenntnissen entstand die Idee der Ad-Hoc-Netzwerke, in denen sich Computer, Drucker, PDAs und andere Geräte automatisch organisieren, ohne dass der Anwender über die Technik, die im Hintergrund arbeitet, bescheid wissen muss. Bei drahtlosen Netzwerken setzt man - vor allem bei öffentlichen Hotspots - heute schon auf die Vorstufen solcher automatischen Konfiguration. Schon in wenigen Jahren erwarten Kommunikationsexperten Netze, die sich spontan bei Bedarf aus vorhandenen Rechnersystemen formen und, im Gegensatz zu heutigen Netzen, keinerlei feste Netzinfrastruktur benötigen.

Anwendungen für diese Ad-hoc-Netze sind beispielsweise die drahtlose Vernetzung persönlicher Multimedia-Geräte oder die Kommunikation von Sensoren und Aktoren in intelligenten Häusern. Im Gegensatz zu existierenden drahtlosen Kommunikationsnetzen, wie Mobilfunknetzen oder drahtlosen lokalen Netzen, benötigen Ad-hoc-Netze keine Basisstationen, sondern nutzen die direkte Kommunikation zwischen den Endsystemen. Die einzelnen Teilnehmer, auch Endknoten genannt, übernehmen gleichzeitig die Rolle des Endsystems und des Routers. Befinden sich zwei Knoten nicht in direkter Funkreichweite, muss ein Kommunikationspfad über andere Knoten aufgebaut werden. Dieses so genannte "Multihop-Routing", also das Finden eines Weges sowie das Weiterleiten der Datenpakete über mehrere benachbarte Knoten, ist eine wichtige Basisfunktion in Ad-hoc-Netzen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×