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23.01.2004

07:50 Uhr

WLAN mit 802.16-Standard

Intel bringt neue Chips fürs Internet

Intel hat einen neuen Massenmarkt entdeckt: Der weltgrößte Halbleiterhersteller bietet ab der zweiten Jahreshälfte Chips für den drahtlosen Breitbandzugang WLAN ins Internet an. Damit sollen künftig auch jene Computerbesitzer die schnelle Datenverbindung nutzen können, die nicht entsprechend verkabelt sind.

HB/jojo MÜNCHEN. Die neuen Chips basieren auf dem so genannten 802.16-Standard und sind eine Erweiterung der WLAN-Technologie (Wireless Local Area Networks). Mittels WLAN ist es bisher schon möglich, in Cafés oder am Flughafen per Funk im Netz zu surfen.

Der amerikanische Konzern erhofft sich mit den so genannten Wimax-Chips in den nächsten Jahren Milliarden-Umsätze. Vor allem in Ländern wie China und Indien sei das Potenzial riesig, sagte Herbert Weber, Director Mobile Computing Europa, gestern dem Handelsblatt. Doch auch in Deutschland und vielen Teilen Westeuropas gebe es Gegenden, in denen der schnelle Internet-Zugang DSL nicht verfügbar sei.

Zurzeit hört die Freiheit, seine E-Mails abzurufen, bereits wenige Meter entfernt von den Antennen auf. Künftig soll die Anbindung aber bis zu 50 Kilometer weit reichen. Das heißt: Die Sendestation kann weit weg vom Computernutzer aufgebaut werden. Der Anwender benötigt zu Hause lediglich eine Empfangsstation. Im Gegensatz zum Mobilfunk wird es zunächst aber noch nicht möglich sein, sich beim Surfen zu bewegen, weil sonst die Verbindung abreißen würde.

Intel arbeite derzeit eng mit Telekommunikationsausrüstern wie Siemens Mobile und Netzbetreibern zusammen, um die nötigen Geräte auf den Markt zu bringen, sagte Weber. Er rechnet für den Herbst mit ersten Pilotprojekten. 2005 soll der Verkauf dann richtig beginnen. Intel erwarte eine schnelle Verbreitung, weil der schnurlose Internet-Zugang viel günstiger sei als die Verkabelung. Über Preise wollte sich der Intel-Manager aber nicht äußern. Die Übertragungstechnik soll jedoch für Privatkunden und Unternehmen erschwinglich sein.

Intel hat ein doppeltes Interesse an drahtlosen Internet-Zugängen: Weltweit sind die meisten Computer mit Chips der Kalifornier ausgestattet. Je mehr Leute Zugang zum Internet haben, so das Kalkül, desto mehr Leute kaufen auch Computer oder rüsten diese auf.

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