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17.07.2017

07:48 Uhr

Zeitbomben im Wohnzimmer

Ramsch-Elektrogeräte überschwemmen Markt

Ramsch-Stecker mit Brandgefahr, Lampen, die den Radioempfang stören und verbotene Handy-Blocker – die Marktüberwachung bekommt durch den Online-Handel immer mehr zu tun. Manchmal hilft nur noch eins: zerstören.

Die beschlagnahmten Bürste kann mangels ausreichender Abschirmung auch am Griff über 120 Grad heiß werden. dpa

Verbrennungsgefahr

Die beschlagnahmten Bürste kann mangels ausreichender Abschirmung auch am Griff über 120 Grad heiß werden.

BonnDer Einbaustrahler aus einem Kölner China-Markt kostet nur 2,50 Euro – ein Zehntel des Preises für eine Markenlampe. Dafür könnte das Billig-Netzteil in der Lampe Störfrequenzen erzeugen, warnt Kontrolleur Uwe Saalmann von der Bundesnetzagentur. Die Wärme staut sich im Plastik des Ramschprodukts – Brandgefahr. Eine verständliche Gebrauchsanweisung und die vorgeschriebene CE-Hersteller-Kennzeichnung fehlen sowieso. Die Marktüberwachung der Bundesnetzagentur zog die Lampe aus dem Verkehr.

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Lampen und Funkkopfhörer, Drohnen, Steckdosenleisten, Handfunkgeräte und sogenannte FM-Transmitter, die Musik vom Smartphone zum Radio übertragen: Störanfällige Billig-Elektroprodukte – oft, aber nicht immer aus China – überschwemmen seit Jahren zunehmend den Markt. Das hängt auch damit zusammen, dass immer mehr Kunden im Internet einkaufen, wobei Lieferungen schwer zu kontrollieren sind. Die Bonner Bundesnetzagentur, die über einen störungsfreien Funk- und Radiobetrieb wacht, der Zoll und die regionalen Aufsichtsbehörden führen angesichts der Importschwemme einen schwierigen Kampf.

„Der Vertrieb übers Netz drückt immer mehr rein“, sagt ein Behördensprecher. „Das ist wie Don Quichotte – in manche Läden können Sie jede Woche wieder gehen“, sagt Saalmann, der von Dortmund aus in fast ganz Nordrhein-Westfalen kontrolliert. Bei der Bundesnetzagentur überwachen bereits mehr als 400 Mitarbeiter an 20 Standorten den Markt und beheben Funkstörungen. „Angesichts der wachsenden Flut unsicherer Produkte werden wir unsere Arbeit vor allem im Online-Handel weiter intensivieren“, sagt Behördenchef Jochen Homann.

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Die Aufsichtsbehörde stellt von diesem Dienstag (18.7.) an in einer Wanderausstellung besonders gefährliche Geräte aus, die in manchen Fällen wie Zeitbomben im Wohn- oder Schlafzimmer wirken: Ein Film in der Ausstellung zeigt, wie eine Funksteckdose aus Billigmaterial im Versuchslabor unter Stromlast erst Funken schlägt und dann Feuer fängt. Der Brand wäre unter realen Bedingungen wohl lebensgefährlich.

Eine dänische Design-Glühbirne – zu Tausenden am deutschen Markt vertrieben – stört so stark den Radioempfang, dass man in der Ausstellung ein direkt daneben stehendes Radio kaum noch verstehen kann. In der Realität hatte sich sogar der Nachbar des Lampenbesitzers aus Augsburg an die Störstelle gewandt, weil aus seinem Gerät nur noch Rauschen kam. Ersatzlos vom Markt genommen wurde auch eine Haar-Glättbürste aus den Niederlanden – sie brachte nicht nur allzu lockiges Haar auf Temperatur und dann in Form, sondern produzierte mangels ausreichender Abschirmung auch am Griff noch 121,5 Grad Celsius.

Kommentare (1)

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Herr Kurt Küttel

17.07.2017, 13:12 Uhr

Daran erkennt man, dass die Dummheit der deutschen Bevölkerung weiter fortschreitet! Je ungebildeter desto mehr Schrott aus China!

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