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08.01.2013

00:18 Uhr

Zukunft des Fernsehens

Zappst Du noch oder surfst Du schon?

VonChristof Kerkmann

Die TV-Hersteller wollen den Bildschirm im Wohnzimmer zur Medienzentrale machen. Auf der CES zeigen sie Innovationen, die den Fernseher noch ein bisschen smarter machen sollen – dank neuer Inhalte aus dem Internet.

Samsung bietet Zuschauern auf Wunsch ein personalisiertes TV-Programm. dpa

Samsung bietet Zuschauern auf Wunsch ein personalisiertes TV-Programm.

Las VegasDer Krimi am Abend, die Nachrichten zum Frühstück, die Zeichentrick-Videos von YouTube für die Kinder: Ein neues System von Samsung namens S-Recommendation kann den Zuschauern auf Wunsch passende Sendungen vorschlagen. Dafür wertet es die Nutzungsgewohnheiten aus. Es greift nicht nur auf das klassische TV-Programm zu, sondern auch auf Online-Videotheken, TV-Apps und lokal gespeicherte Inhalte. Die Funktion ist in vielen neuen Samsung-Fernsehern und Blu-ray-Playern integriert.

Damit auch ältere Geräte die neuen Features nutzen können, bringt der Marktführer zudem ein Aufrüst-Paket heraus. Wer das „Evolution Kit“ in seinen Samsung-Fernseher steckt, erhält zudem mehr Rechen-Power und die neue Benutzeroberfläche. Laut US-Medien kostet das Zubehör allerdings satte 200 bis 300 Dollar.

Kleines Fernseh-Glossar

Technologie verkauft Fernseher

Die TV-Hersteller arbeiten permanent an neuen Verfahren, um die Bildqualität weiter zu verbessern und die Funktionen zu erweitern – Technologie verkauft Geräte. Welche Schlagwörter sind derzeit angesagt?

Ultra HD (4K)

Ultra HD – oft auch als 4K bezeichnet – ist ein TV-Format mit sehr hoher Auflösung. Diese beträgt 3840 x 2160 Pixel, also 8,3 Megapixel. Das ist vier Mal so viel wie bei einem HD-Bild. Es mangelt noch an passenden Inhalten, allerdings werden herkömmliche Bilder hochgerechnet. Da die Geräte immer billiger werden, eignen sie sich langsam für den Massenmarkt.

OLED

OLED steht für Organic Light Emitting Diode, es handelt sich also um organische Leuchtdioden. Diese Technologie ermöglicht ein sehr kontrastreiches Bild und weite Blickwinkel, zudem verbraucht sie wenig Strom. Allerdings ist die Produktion der Paneele kompliziert und somit noch vergleichsweise teuer. Daher ist der Marktanteil der OLED-Geräte gering.

Gebogene Displays

Früher mussten Fernseher unbedingt flach sein – geht es nach einigen Herstellern, geht es heute nicht ohne gebogenes Display. Samsung, LG & Co. versprechen ein besseres Bild mit weniger optischen Verzerrungen. Der Vorteil liegt indes wohl eher im Design als im Seherlebnis. Dafür müssen Verbraucher einen hohen Preis in Kauf nehmen.

Smart TV

Fast alle neuen Fernseher sind inzwischen „smart“: Sie können nicht nur die herkömmlichen Kanäle, sondern auch Inhalte aus dem Internet darstellen, beispielsweise das Videoportal Youtube, Online-Videotheken oder extra für den großen Bildschirm programmierte. Dazu braucht es nur einen Breitbandanschluss. Allerdings nutzen viele Zuschauer diese Funktionen noch nicht. Zudem hapert es teils noch an der Bedienung – eine Kopplung mit Smartphone und Tablet soll Verbesserungen bringen.

Second Screen

Viele Fernsehzuschauer surfen nebenbei im Internet – entweder mit dem Smartphone oder dem Tablet-Computer. Dieses vergleichsweise junge Phänomen erlaubt TV-Herstellern, Filmemachern und Sendern, den zweiten, kleinen Bildschirm einzubinden. Etwa mit Informationen über die Sendung und Schauspieler oder Werbung. Zudem können die mobilen Geräte die klassische Fernbedienung ersetzen.

Bei Panasonic ähnelt der Start-Bildschirm des Fernsehers künftig dem Desktop eines Computers. Nutzer können darauf ihre Lieblingsinhalte arrangieren, neben dem TV-Bild beispielsweise ihren Kalender oder Apps für YouTube und Facebook.

Jedes Familienmitglied bekommt ein eigenes Profil – über eine eingebaute Kamera erkennt der Fernseher automatisch, wer auf der Couch sitzt. Zudem bringt der Hersteller eine Art elektronischen Stift heraus, mit dem beispielsweise Fotos auf dem großen Bildschirm bearbeitet werden.

Toshiba überträgt ebenfalls ein Prinzip (und Buzzword) aus der PC-Welt auf den Fernseher: Der japanische Hersteller führt die Plattform „Cloud TV“ ein, mit der Nutzer Viedeos aus dem Netz abrufen, chatten oder ihren Kalender aufrufen können. Das Unternehmen entwickelt einige Apps, die die klassische Fernbedienung ersetzen können.

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