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30.01.2007

07:04 Uhr

Zurückhaltung hat mehrere Gründe

Windows Vista löst keine Euphorie aus

Ab Dienstag wird Vista, das neue Betriebssystem von Microsoft, in den Regalen der Computerläden liegen. Doch von der Euphorie früherer Windows-Einführungen ist nichts zu spüren. „Es wäre schön, aber ich glaube nicht, dass Vista in den nächsten Monaten den großen Schub bringen wird“, sagt Meike Escherich vom Marktforschungsinstitut Gartner.

Am Dienstag kommt Windows Vista in die Computerläden. Foto: dpa Quelle: dpa

Am Dienstag kommt Windows Vista in die Computerläden. Foto: dpa

jkn/HB FRANKFURT. Auch eine andere Hoffnung wird sich wohl in Luft auflösen: Eigentlich sollte Vista den ruinösen Preiskampf in der PC-Branche beenden. Doch die Kunden werden für die neuen, Windows-tauglichen Geräte nicht mehr bezahlen als für weniger leistungsfähige Rechner noch vor ein paar Monaten.

Die Zurückhaltung hat mehrere Gründe. Die Unternehmen benötigen noch einige Monate, um das neue Betriebssystem zu testen, um zu prüfen, in wie weit ihre Anwendungen laufen. Die Privatkunden wiederum werden erst mit einem neuen Rechner Vista bekommen. Die meisten bestehenden Computer sind für das neue System nicht leistungsfähig genug. Um problemfrei zu laufen und alle Möglichkeiten ausschöpfen zu können, fordert Vista mindestens ein Gigabyte Arbeitsspeicher - ungefähr doppelt so viel, wie die meisten Geräte auf dem Markt bislang haben.

Dennoch glauben Analysten, dass Vista wie andere Windows-Versionen zuvor eine wichtige Umsatzquelle für Microsoft werden wird. Der Konzern erzielt bislang fast 65 Prozent der Gewinns mit Betriebssystemen.

In Deutschland wird Microsoft die verschiedenen Vista-Vollversionen für einen Preis zwischen 259 und 549 Euro den Privatkunden anbieten, wie das Unternehmen am Montagabend in München mitteilte. Die Vollversionen des Anwendungssoftwarepakets Office 2007, das gleichzeitig mit Vista auf den Markt kommt, kosten zwischen 169 und 849 Euro. In Office 2007 führt Microsoft eine völlig neue Benutzerführung ein, bei der ein Großteil der bisherigen Menüs von Bändern (englisch: Ribbons) und Kartenreitern (Tabs) abgelöst werden.

Windows Vista bietet unter anderem eine neue Architektur für die Einbindung von Gerätetreibern, eine verbesserte Nutzerverwaltung mit der Trennung von Administratoren und „Standardbenutzern“, ein Alarmsystem namens „Windows Defender“, ein umfassendes System-Backup, einen erneuerten Datei-Manager und ein übersichtlicher geordnetes Start-Menü. Einige Neuerungen wie die „Sidebar“ für aktuelle Internet-Informationen und kleine Hilfsprogramme sind dem bereits 2005 eingeführten Apple-Betriebssystem Mac OS X nachempfunden. Zu den mitgelieferten Programmen von Windows Vista gehören eine „Fotogalerie“ zur Verwaltung, Bearbeitung und Präsentation digitaler Fotos und Windows Mail als Nachfolger von Outlook Express.

Wie schnell und zahlreich die Nutzer aber auf Vista - und damit wahrscheinlich auch auf neue Computer - umsteigen, will Microsoft selbst nicht voraussagen. Der Konzern verweist auf die Marktforscher von IDC, die damit rechnen, dass im ersten Jahr weltweit etwa 100 000 Computer mit Vista ausgerüstet werden. In Deutschland soll die Markteinführung des Systems 14 000 neue Arbeitsplätze schaffen, prognostiziert IDC.

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