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22.10.2015

18:49 Uhr

Zusammenarbeit im Cloud-Geschäft

Telekom attackiert Amazon

VonIna Karabasz

Die Deutsche Telekom will ihr Cloud-Geschäft kräftig ausbauen. Der Bonner Konzern hat deshalb einen Kooperationsvertrag mit dem chinesischen Hardwarehersteller Huawei geschlossen. Gemeinsam wollen sie Amazon Kunden streitig machen.

Die Telekom greift Amazon an. dpa

Deutsche Telekom

Die Telekom greift Amazon an.

DüsseldorfDie Deutsche Telekom hat einen Plan: „Wir wollen Amazon angreifen.“ Das sagt Ferri Abolhassan, Geschäftsführer der IT-Sparte der Konzerntochter T-Systems. Dabei geht es nicht darum, dass der Bonner Konzern in den Versandhandel einsteigen möchte – sondern den Amerikanern Kunden im Cloudgeschäft, dem Auslagern von Daten und Rechnerleistung, streitig machen will. Derzeit ist Amazon dort Marktführer.

Den Kampf um Kunden will die Telekom allerdings nicht alleine ausfechten. Am Donnerstagabend wollte das Unternehmen einen Kooperationsvertrag mit dem chinesischen Hardwarehersteller Huawei unterzeichnen, wie das Handelsblatt exklusiv vorab erfuhr. „Die Hardware stammt von Huawei“, sagte Abolhassan. „Der Konzern bekommt aber keinen Zugriff auf die gespeicherten Daten.“

T-Systems Geschäftsführer Abolhassan steht bei diesem Projekt mit an vorderster Front. Das Cloudgeschäft fällt in seinen Bereich – und die Erwartungen sind hoch. „Wir wollen mit unserem Cloud-Geschäft rund 20 Prozent im Jahr wachsen.“ Bis Ende 2018 soll sich der Umsatz mit der Cloud für Geschäftskunden verdoppeln. Derzeit liegt er bei rund einer Milliarde Euro im Jahr.

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Das Potenzial ist vorhanden: Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom zeigt der Cloud-Markt ein solides und robustes Wachstum. Mittlerweile nutzen 44 Prozent der Unternehmen Cloud-Angebote, bei 24 Prozent werden solche Angebote bereits erwogen oder geplant.

Allerdings nutzen die meisten Firmen eine sogenannte Private Cloud; sie mieten oder kaufen ganze Datenserver und betreiben darauf ihre eigenen IT-Dienste. Auch die Telekom hat solche Lösungen im Portfolio, durch die Kooperation mit Huawei steigt der Konzern aber nun neu in das Geschäft mit Public Clouds ein. Dabei können Unternehmen etwa Rechenleistung oder Arbeitsspeicher in einer öffentlichen Cloud mieten. Dort wird dann etwa die Buchhaltungssoftware gespeichert, die Mitarbeiter der Unternehmen können über das Internet darauf zugreifen.
Der Angriff gegen Amazon führt die Telekom besonders über zwei Argumente: Datensicherheit und Preis. „Daten sollten möglichst in den Ländern bleiben, in denen wir wissen, was damit passiert“, wirbt Abolhassan um Kunden und fügt hinzu: „Wir werden unsere neue Public Cloud zum besten Marktpreis anbieten.“

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Letzteres Versprechen einzuhalten dürfte besonders langfristig nicht einfach werden – denn auch andere Konzerne wollen einen möglichst großen Anteil am margenstarken Cloud-Geschäft. Und auch sie kennen die Sorgen der Kunden um ihre Daten und betreiben Rechenzentren in Deutschland, darunter auch Amazon. Die „Open Telekom Cloud“ soll ab der Informationstechnik-Messe Cebit im nächsten Frühjahr Kunden angeboten werden.

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