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08.03.2006

14:15 Uhr

Zuversicht bei Erhalt deutscher Standorte

Versöhnliche Töne von BenQ-Siemens

Lange Zeit sah es äußerst düster für die deutschen Produktionsstandorte von BenQ-Siemens aus. Zur Cebit sieht der Chef des neu geschmiedeten Handybauers nun aber eine Zukunft für Kamp-Lintfort und Bocholt. Clemens Joos verlangt allerdings Zugeständnisse von den Gewerkschaften.

Models präsentieren auf der Cebit die neuesten Handys der Firma Benq Siemens. Foto: dpa

Models präsentieren auf der Cebit die neuesten Handys der Firma Benq Siemens. Foto: dpa

HB HANNOVER. Er sei zuversichtlich, dass mit den Gewerkschaften eine Einigung über den Erhalt der Standorte zu erreichen sei, sagte Joos am Mittwoch auf der CeBit in Hannover. "Das ist mir auch ein persönliches Anliegen."

Wie eine Einigung aussehen könnte, wollte Joos noch nicht sagen. Man werde voraussichtlich im Mai "unvoreingenommen" in die Gespräche gehen. In Kamp-Lintfort beispielsweise baue BenQ-Siemens zur Zeit sogar 200 Stellen in der Entwicklung auf. Die taiwanesische BenQ hatte von Siemens eine Vereinbarung für die Produktionsstätten übernommen, die längere Arbeitszeiten im Gegenzug für Arbeitsplatzgarantien vorsieht. Der Pakt läuft im Juni aus.

Die Nachfrage nach den neuen Modellen entwickele sich sehr gut, sagte Joos weiter. "Ich bin sehr zufrieden mit den Bestellungen." Derzeit zeige der Trend sogar in eine Richtung, dass es Engpässe bei der Materialversorgung geben könnte. Bei dem UMTS-Klapphandy EF81 beispielsweise hätten bereits mehr Mobilfunkanbieter geordert als bei jedem anderen Siemens-Handy zuvor. Für das Modell kämen auch Bestellungen aus Ländern ohne UMTS-Netz. Das Unternehmen stellt in Hannover sechs neue Geräte vor und setzt dabei vor allem auf Multimediafunktionen und hochwertige Materialien. Damit sind insgesamt zwölf neue Handys im Angebot.

Nach wie vor Verbesserungsbedarf

Joos räumte aber ein, dass es bei der Software nach wie vor Verbesserungsbedarf gebe. "Das ist ein sehr tief sitzendes Problem in der Organisation. Die Stabilität bei den einzelnen Entwicklungsschritten der Software ist für uns noch nicht zufrieden stellend, aber wir haben Fortschritte gemacht." Im Bereich Forschung und Entwicklung sei bereits kräftig umgebaut worden. "Unser Ziel ist es, im zweiten Halbjahr keine Verzögerungen bei Markteinführungen mehr zu haben."

Die Zielvorgaben des Unternehmens bestätigte Joos. So bleibe es dabei, dass BenQ-Siemens in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben wolle. Auch einen weltweiten Marktanteil von zehn Prozent halte er nach wie vor problemlos für erreichbar. Einen konkreten Zeitraum wollte er aber nicht nennen und schränkte ein: "Mir ist ein niedrigerer Marktanteil mit Gewinn lieber als ein hoher, den ich mir erkauft habe."

Handys bringen sich selbst auf neuesten Stand

Als weltweit erster Mobiltelefon-Hersteller wird der taiwanesische Anbieter von April an Handys anbieten, bei denen die Nutzer die Software der Geräte jederzeit und von jedem Ort aus aktualisieren können. BenQ Mobile teilte am Mittwoch vor Beginn der Cebit in Hannover mit, die so genannten "Services Over Air" ermöglichten eine komfortable und schnelle Diagnose, Konfiguration, Anpassung und Personalisierung der Mobiltelefone per Funk. Dadurch entfalle künftig das Aufspielen neuer Software über Computer oder durch den Hersteller. Für die Nutzung des Dienstes über das GPRS-Datennetz fielen nur die regulären Mobilfunkgebühren des Netzbetreibers an. Nach dem Neustart des Handys werde die neu aufgespielte Software automatisch installiert.

Mit der künftig ebenfalls verfügbaren Ferndiagnose will BenQ den Handynutzern Hilfestellungen bei Einstellungen und Bedienung des Handys sowie bei Problemen mit der Software geben. Damit bietet BenQ eine Alternative zur herkömmlichen Kunden-Hotline.

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