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05.06.2012

12:05 Uhr

Jailbreak

Jetzt kann auch Oma das iPhone knacken

VonStephan Dörner

Apple schreibt vor, was auf seinen Geräten installiert werden darf und was nicht. Ein neues Tool knackt das iPhone und iPad so einfach wie noch nie. Doch der „Gefängnisausbruch“ hat auch Nachteile.

iPhone von Apple. Aus dem strengen Regiment des Konzerns können Nutzer einfach wie nie ausbrechen. AFP

iPhone von Apple. Aus dem strengen Regiment des Konzerns können Nutzer einfach wie nie ausbrechen.

DüsseldorfEine neue kostenlose Software befreit fast alle Apple-Geräte aus ihrem Gefängnis – und das so einfach wie noch nie. Nachdem ein sogenanntes „Jailbreak“ mit dem neuen Tool Absinthe 2.0 durchgeführt wurde, lassen sich iPhones und iPads mit der neusten Version von Apples mobilen Betriebssystems iOS 5.1.1 knacken.

Das klappt mit der aktuellen Version 2.0.4 von Absinthe mit allen iPads und allen iPhones ab dem 3GS sowie mit dem iPod touch der dritten und vierten Generation. Voraussetzung ist lediglich, dass die aktuelle Version von Apples mobilem Betriebssystem iOS 5.1.1 installiert ist.

Wer das iPhone knacken möchte, muss zunächst sicherstellen, dass tatsächlich die aktuelle Version iOS 5.1.1 installiert ist. Danach führt er mittels iTunes ein Backup der Daten durch. Schneller funktioniert der Jailbreak, wenn danach alle vorhandenen Daten gelöscht wird und das iOS-Gerät auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt wird. Danach muss die Software für Windows, Mac OS X oder Linux heruntergeladen werden – ein Klick auf „Jailbreak“ befreit das Gerät innerhalb weniger Minuten. Danach muss noch das Backup wieder zurückgespielt werden. Dazu reicht ein rechter Mausklick auf das entsprechende Gerät in iTunes und dann ein Klick „Backup wiederherstellen“. Danach wird das jüngste Backup ausgewählt. „Es ist eines der einfachsten Jailbreaks - so einfach, dass es selbst deine Großmutter durchführen kann“, schwärmen die Hacker auf ihrer Website.

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Apple sieht den Gefängnisausbruch nicht gerne – und verbietet in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen jeden Eingriff in die Software. Wer den Jailbreak durchführt, verliert sämtlichen Support von Apple. Außerdem gibt es niemandem, der iPhone- und iPad-Nutzern garantiert, dass es beim Jailbreak nicht zu Problemen kommt. Mit dem „befreiten“ iOS-Gerät können Apps an Apples App Store vorbei installiert und auch ansonsten beliebige Anpassungen an dem Gerät vorgenommen werden – ganz so wie es jahrzehntelang bei PCs üblich war.

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