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25.11.2016

13:08 Uhr

Energieforscher Norman Gerhardt

„Wir brauchen mehr Ökostrom“

VonJakob Struller

Der Fraunhofer-Forscher Norman Gerhardt erklärt im Interview, wo er zukünftige Einsatzmöglichkeiten für erneuerbare Energien sieht. In einem Bereich sieht er besonders großen Handlungsbedarf.

Norman Gerhardt, Gruppenleiter Energiewirtschaft und Systemanalyse beim Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik, plädiert für eine breitere Nutzung von Öko-Strom. obs

Regenerative Energien

Norman Gerhardt, Gruppenleiter Energiewirtschaft und Systemanalyse beim Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik, plädiert für eine breitere Nutzung von Öko-Strom.

„Power-to-X-Technologien“ sollen die Energiewende voranbringen. Das X steht stellvertretend beispielsweise für Gas, Wärme oder Mobilität – etwa E-Autos, die Öko-Strom nutzen. Norman Gerhardt, Gruppenleiter Energiewirtschaft und Systemanalyse beim Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik in Kassel, plädiert für mehr Umwandlung von Ökostrom in Wärme.

Herr Gerhardt, was können Power-to-X-Technologien für die Energiewende tun?
Es ist elementar, Strom aus Sonne und Wind effizient zu nutzen. Power-to-X-Technologien sind in der Lage, zwischen Strom und anderen Energieträgern rasch zu wechseln und so auf wetterbedingte Schwankungen zu reagieren.

Die wichtigsten Unternehmen im Bereich Erneuerbarer Energien

Platz 8: Sinovel

Um das Jahr 2011 gehörte Sinovel lange zu den größten Windkraftanlagenherstellern der Welt. Im Jahr 2014 erwirtschaftete der chinesische Konzern einen Umsatz in Höhe von 484 Millionen US-Dollar.

Quelle: Statista.com

Platz 7: Renewable Energy

Die Renewable Energy Corporation ist bereits seit 1994 für Photovoltaik-Module tätig. Der Solarmodulhersteller aus Norwegen hat im Jahr 2013 einen Umsatz in Höhe von 500 Millionen US-Dollar gemacht.

Platz 6: Solarworld

Bei dem angeschlagenen deutschen Konzern Solarworld scheint es wieder besser zu laufen. Im Jahr 2014 erwirtschaftete der in Bonn ansässige Solarstromtechnologiekonzern einen Umsatz von rund 573 Millionen US-Dollar.

Platz 5: Shunfeng International Clean Energy

Die Shunfeng International Clean Energy aus China ist ein im alternativen Energiebereich führender Lösungsanbieter. Der Umsatz des Konzerns lag 2014 bei 768 Millionen US-Dollar.

Platz 4: Ming Yang

Im Bereich Windkraftanlagenhersteller gibt es eine Reihe von unterschiedlich strukturierten Unternehmen. Ming Yang aus China ist seit 2006 aktiv. Der Konzern hat im Jahr 2014 den Umsatz auf rund 779 Millionen US-Dollar gesteigert.

Platz 3: First Solar

Der US-amerikanische Solarriese will in Zukunft mit Sunpower gemeinsame Sache machen und eine neue Firma gründen. Bis dahin verdient First Solar gut: Im Jahr 2014 wurde ein Umsatz in Höhe von 2,79 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

Platz 2: Enercon

Enercon steigerte 2013 seinen Umsatz auf 4,88 Milliarden US-Dollar. Der Windkraftanlagenhersteller aus Aurich will ab dem ersten Quartal sein Wartungskonzept zunächst in Deutschland umstellen. Die Umstellung soll vor allem Kosten sparen.

Platz 1: Vestas

Der Weltmarktführer für Windräder hat 2014 den meisten Umsatz gemacht – 6,91 Milliarden US-Dollar. Zuletzt meldete das dänische Unternehmen Probleme mit Mitarbeitern, die mithilfe überhöhter Rechnungen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben könnten.

Gibt es noch weitere Vorteile?
Um die Klimaziele zu erreichen, ist es nötig, Öko-Strom auch in Sektoren einzusetzen, in denen bisher Kohle, Erdgas und Öl die dominierenden Energieträger sind – also im Verkehr oder bei der Wärmeerzeugung. Das Koppeln dieser Sektoren an die erneuerbare Stromerzeugung ist elementar wichtig, um den CO2-Ausstoß weiter zu reduzieren.

Welche Power-to-X-Technologien sind die effizientesten?
Um Öko-Strom zu nutzen, der wegen Netzengpässen nicht abtransportiert werden kann, sind Elektrodenkessel eine gute Möglichkeit – sie funktionieren nach dem Power-to-Heat-Verfahren. Wird also wetterbedingt zu viel Öko-Strom produziert, nutzen die Anlagen diesen – und wechseln bei normalem Netzbetrieb zu fossilen Energieträgern. Um neue Sektoren ganzjährig einzubinden, eignen sich effiziente Technologien wie Wärmepumpen sowie Elektromobilität besonders.

Gelingt diese Anbindung denn schon?
Noch nicht wirklich. Denn Strom ist im Vergleich zu fossilen Brennstoffen bislang zu teuer.

Wo sehen Sie aktuell den größten Handlungsbedarf?
Der Rechtsrahmen muss geändert werden, um Geschäftsmodelle zu ermöglichen, die mehr auf Strom als Energieträger setzen. Bei der E-Mobilität gibt es immerhin schon die Kaufprämie. Um Strom gewinnbringend zur Wärmegewinnung einzusetzen, muss er billiger werden – oder fossile Brennstoffe teurer. Voraussetzung ist auch, die Erneuerbaren für den steigenden Stromverbrauch stärker auszubauen, als im Moment geplant.

Herr Gerhardt, wir danken Ihnen für das Interview.

Kommentare (3)

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Herr Franz Paul

25.11.2016, 13:22 Uhr

Damit Strom NOCH teurer wird!

Herr Holger Narrog

25.11.2016, 13:39 Uhr

Das sind erfrischende Ansichten eines Forschers mit "Visionen" einer Gesellschaft die sich in eine ökoreligiöse Phantasiewelt begibt, bzw. eine mittelalterlich, verarmte Gesellschaft anstrebt.

Rechnung für eine Umwandlung umweltschädlichen Solarstroms in Wasserstoff-/Methangas:
-Solarstrom wird mit ca. 10c/kWh vergütet. Bei einem Wirkungsgrad von 55% inklsive Verdichtung für Wasserstoff ergeben sich Stromkosten von 18c/kWh.
- Eine Anlage zur Konversion von Strom zu Wasserstoffgas kann z.B. ca. 1000 €/kW Kapazität kosten. Bei einer Nutzung über 1200 h, 15 Jahre Nutzung und 6% U&R ergeben sich Anlagekosten von 13c/kWh.
- Das sind Gesamtkosten von 31c/kWh.

Eine Umwandlung in Methangas würde die Kosten massiv weiter erhöhen da dies ein 2-stufiger Prozess ist der auch Kontinuität erfordert.

Aktuell beträgt der Grenzübergangspreis für Erdgas 1,5c/kWh.

Account gelöscht!

25.11.2016, 17:52 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

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