Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.11.2016

15:28 Uhr

Energiewende

Gabriel bremst Windkraft an Land

VonKlaus Stratmann

Das Bundeswirtschaftsministerium setzt dem Bau von Windparks in Norddeutschland Grenzen. Betroffen sind Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und das nördliche Niedersachsen.

Der rasante Ausbau der Windkraft im Norden Deutschlands überfordert die Stromnetze. Per Verordnung will Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel daher den Ausbau der Windkraft an Land drosseln. Reuters

Sigmar Gabriel

Der rasante Ausbau der Windkraft im Norden Deutschlands überfordert die Stromnetze. Per Verordnung will Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel daher den Ausbau der Windkraft an Land drosseln.

BerlinDer rasante Ausbau der Windkraft im Norden Deutschlands überfordert die Stromnetze. Per Verordnung will Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) daher den Ausbau der Windkraft an Land drosseln. Betroffen sind das gesamte Landesgebiet von Schleswig-Holstein und von Mecklenburg-Vorpommern sowie in Niedersachsen alle Landkreise nördlich der Linie Emsland-Lüneburg. Auch die Stadtstaaten Hamburg und Bremen müssen ihre Pläne überdenken. Sie spielen als Windpark-Standorte jedoch eine untergeordnete Rolle.

Die Auswirkungen für die drei Flächenstaaten hingegen sind gravierend. In den definierten Bereichen soll pro Jahr insgesamt nur noch für Windparks mit 902 Megawatt (MW) Leistung ein Zuschlag erteilt werden. Zum Vergleich: Allein in Schleswig-Holstein betrug 2014 der Ausbau der Windenergie auf dem Festland rund 1 300 MW.

Die Grünen kritisieren das Vorhaben

Die Ermächtigung zum Erlass der Verordnung ist Bestandteil der diesjährigen Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die Verordnung bedarf keiner Zustimmung durch Bundesrat oder Bundestag. Die Verordnungsermächtigung war – gegen den Widerstand der betroffenen Länder – auf Druck der Union Bestandteil der EEG-Reform geworden. „Derzeit hält der Netzausbau mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht überall Schritt“, heißt es im Verordnungsentwurf. Gerade in Norddeutschland würden wegen der Engpässe im Übertragungsnetz in steigendem Umfang Windparks abgeregelt, weil der Strom nicht vor Ort verbraucht und nicht zu den Verbrauchszentren im Süden abtransportiert werden könne. Die Verordnung soll am 1. März 2017 in Kraft treten und bis Ende 2020 gelten.

Die Grünen kritisieren das Vorhaben. „Während Umweltministerin Hendricks sich in Marrakesch feiern lässt, bremsen ihre Kabinettskollegen und der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel den Ausbau der Windenergie in Deutschland aus“, sagte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer dem Handelsblatt. Union und SPD stellten damit den Klimaschutz infrage. Statt den Ausbau der Windenergie in Norddeutschland auszubremsen, müsse Gabriel dafür sorgen, dass Kohle- und Atomstrom die Netze nicht verstopften.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.11.2016, 15:37 Uhr

Kohlekraftwerke und Kernkraftwerke verstopfen nicht das Netz sondern halten das Netz stabil. Wind und Sonne sorgen dafür, dass das Stromnetz nicht stabil arbeiten kann.Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Holger Narrog

22.11.2016, 15:51 Uhr

Ich nehme an, dass Herr Gabriel aus den ökoreligiösen Visionen zu einem Funken Realität gefunden hat.

Aktuell kosten die Subventionen für "Erneuerbare Energien", EEG Subventionszahlungen, Netzausbau, zusätzliche Regelenergie, Netzstabilität, Kapazitätsbereitstellung, EKF Fonds, subventionierte KfW Darlehen, 30 - 40 Mrd. €/Jahr. Es stellt sich die Frage welche Belastung sich die Menschen neben anderen Geistesblitzen der Politik für den ökoreligiösen Glauben gefallen lassen.

Windstrom fällt entsprechend der Launen des Wetters an. Mehrere 1000h/Jahr ist die Windstromeinspeisung nahe 0, einige 1000h kann dieser genutzt werden. Etwa 800 - 1000h/Jahr müssen die umweltschädlichen Windmühlen abgeregelt werden, oder der Überschussstrom zu Negativpreisen exportiert werden. Mehr als die Hälfte der Stromerzeugung von Windmühlen fällt innerhalb von 1500h/Jahr an. Bei einem Zubau weiterer Windmühlen verschärft sich die Situation.

Faszinierend ist der Satz: "Statt den Ausbau der Windenergie in Norddeutschland auszubremsen, müsse Gabriel dafür sorgen, dass Kohle- und Atomstrom die Netze nicht verstopften." Man merkt dass sich die Grünen weit vom Boden der Wirklichkeit entfernt bewegen. Physikalisch muss in jedem Augenblick soviel Strom eingespeist werden wie benötigt wird. Die modernen Grosskraftwerke sichern die Netzstabilität und bewirken mit den regelbaren Kapazitäten dass das Netz nicht zusammenbricht.

Herr Peter Delli

22.11.2016, 16:26 Uhr

Gabriel rettet nicht mehr das Klima, was soll nur werden ?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×