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18.11.2016

12:43 Uhr

Klimagipfel in Marokko

Besuch beim Musterschüler

VonSilke Kersting

In der kargen Gegend nahe des Städtchens Ouarzazate baut Marokko an seiner Zukunft. Das Königreich hat sich hohe Ziele bei der Energiewende gesteckt – und könnte damit Vorbild für den Kontinent werden. Ein Ortsbesuch.

Klimaschutz

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Klimaschutz: Deswegen fordern Klimaforscher radikale CO2-Einsparungen

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OuarzazateGeröll, wohin man blickt. Freiwillig wächst hier nichts, jedes kleinste Fleckchen Grün muss bewässert werden. In der Ferne das Atlas-Gebirge, Schnee auf den Gipfeln. Doch so karg es hier ist, so sehr eignet sich das Gebiet rund um das marokkanische Städtchen Ourzazate als Standort für die Erzeugung von Solarstrom.

An durchschnittlich 320 Tagen im Jahr Sonne, viel Licht und vor allem eine hochintensive Sonneneinstrahlung – diese Kombination macht sich Marokko gerade zu Nutzen. Das nordafrikanische Land baut hier, 130 Kilometer südlich von Marrakesch, auf einem Hochplateau zwischen den Gebirgsketten des Hohen und des Kleinen Atlas am Rande der Sahara, das größte solarthermische Kraftwerk der Welt, Noor genannt, arabisch für Licht.

Die Gesamtanlage wurde mit viel Geld aus Deutschland mitfinanziert. AP

Solaranlage von oben

Die Gesamtanlage wurde mit viel Geld aus Deutschland mitfinanziert.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sieht in dem 2,2 Milliarden Euro-Komplex einen „Wegweiser für die ganze Region“. Es sei „beeindruckend, was hier technologisch geschaffen wird“, sagte die Ministerin bei ihrem Besuch am Donnerstag in Ourzazate. Die Gesamtanlage, mit viel Geld aus Deutschland mitfinanziert, besteht aus den Solarthermiekraftwerken Noor I bis Noor III und einer Photovoltaikanlage Noor IV. Noor I ist seit Januar in Betrieb, Noor II und III sind in Bau, bei Noor IV wurden gerade die Verträge zur Finanzierung unterzeichnet. Deutschland ist das Engagement einiges wert: Noor I wird mit 115 Millionen Euro unterstützt; 100 Millionen davon flossen als zinsverbilligtes Darlehen durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der Rest als Zuschuss im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Bei Noor II bis IV ist Deutschland mit weiteren zinsverbilligten Darlehen in Höhe von 714 Millionen Euro dabei.

Ein Mammutprojekt, dessen gewaltige Dimensionen schon beim Anflug auf den Flughafen Ourzazate sichtbar werden. Noor I umfasst rund 10.000 in Reihen platzierte Parabolspiegel, jeder von ihnen acht Meter lang und zwei Meter breit. Jetzt, um die Mittagszeit, sind sie geöffnet wie Blumen, doch je nach Sonnenstand verändern sie vollautomatisch ihren Stand zur Sonne.

Die Spiegel konzentrieren die gleißenden Sonnenstrahlen auf ein in der Mitte verlaufendes Rohr, in der ein synthetisches Öl erhitzt wird, das wiederum Wasserdampf erzeugt, mit dem eine Turbine zur Stromerzeugung angetrieben wird. Der Clou des solarthermischen Kraftwerks: parallel wird die tagsüber produzierte Wärme auch in einer speziellen Salzlauge gespeichert. Damit kann in den Abendstunden, wenn der Energieverbrauch in Marokko besonders hoch ist, bis zu drei Stunden Strom produziert werden.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

18.11.2016, 12:58 Uhr

Marokko wurde hier von der CO2 - Klima Lobby über den Tisch gezogen. Das Land braucht keine sog. Erneuerbaren Energien. Dieses Land braucht Kraftwerke. Am besten einen Kraftwerkmix aus Kohle, Gas und Kernkraft.
Damit kann zuverlässig rund um die Uhr billig Strom erzeugt werden. Mit diesen billigen und zuverlässig gelieferten Strom in unbegrenzter Menge können dann Bewässerungsanlagen und Entsalzungsanlagen Wasser für das Land und die Leute erzeugen. Die Landwirtschaft kann effektiver gestaltet werden und Industrie und Gewerbe aufgebaut werden.
Voraussetzung für eine gute Zukunft ist IMMER billige und zuverlässige Energie. Und das geht nur mit Kraftwerken. Am besten mit einen Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und Kernkraft.
Danke!

Herr Ciller Gurcae

18.11.2016, 13:10 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Account gelöscht!

18.11.2016, 13:14 Uhr

@Ciller Gurcae
Sehr gut Frage!
Nordafrika ist anscheinend nur mal kurz auf Sozialkassenplünderung Urlaub in Deutschland. Werden wieder gehen, wenn Deutschland geplündert und nichts mehr zu holen ist.

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