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04.11.2016

09:03 Uhr

Ökologische Forstwirtschaft

Bäume – eine Anlagenklasse von höchstem Nutzen

VonNina Siegal
Quelle:Sparknews

Mit Bäumen Geld verdienen: Das Bonner Unternehmen ForestFinance bietet Waldinvestments an, die nicht nur finanzielle Erträge versprechen, sondern auch eine ökologischere Forstwirtschaft.

Aufforstungsprogramme mit finanzieller Unterstützung der Privatwirtschaft. dpa

Wald als Anlageobjekt

Aufforstungsprogramme mit finanzieller Unterstützung der Privatwirtschaft.

Jahrelang galt: Der Schutz der Wälder gehört zu den Aufgaben von Wohltätigkeitsvereinen. Harry Assenmacher hielt das stets für einen Irrglauben. „Um Gutes für die Umwelt zu tun, muss man das Wirtschaftssystem ändern“, sagt der deutsche Umweltschützer.

Assenmacher ist davon überzeugt, dass Ökologen und Wohlfahrtsverbände allein nicht dazu in der Lage sind, gegen den Klimawandel anzukämpfen. Ein groß angelegtes und sinnvolles Aufforstungsprogramm erfordert vielmehr die finanzielle Unterstützung von der Privatwirtschaft. Deshalb wurde Assenmacher Unternehmer.

2005 gründete er in Bonn die Firma ForestFinance. Statt klassischer Aktien oder Anleihen verkauft Assenmacher „nachhaltige Forstprodukte“ als Anlageklasse. Das Unternehmen lädt Investoren dazu ein, Anteile von einzelnen Bäumen oder ganzen Wäldern zu erwerben, die nachhaltig und ethisch korrekt bewirtschaftet werden.

In Panama, Kolumbien, Peru und Vietnam beforsten Geschäftspartner der Firma Brachflächen, die einst Teile des tropischen Regenwaldes waren. Hierbei handelt es sich nicht um Mono-Baumkulturen, die den Boden auslaugen, sondern um Mischwälder, die einen neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen schaffen. Dadurch werden die CO2-Emissionen kompensiert. In bereits bestehenden Mono-Forstkulturen sorgt ForestFinance für mehr Biodiversität, indem eine Mischung aus neuen Baumsorten gepflanzt wird.

ForestFinance unterscheidet sich gerade bei der Biodiversität von vielen Konkurrenten. Assenmacher zufolge tendieren seine Wettbewerber zu einer einseitigen Forstkultur, bei der auch die sozialen Aspekte selten berücksichtigt werden. ForestFinance hingegen garantiert seinen eigenen Angestellten – häufig Personen indigener Abstammung – faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen.

Projekte des Unternehmens wurden schon von verschiedenen Einrichtungen zertifiziert, wie etwa dem Forest Stewardship Council, dem UTZ-Programm für nachhaltige Landwirtschaft oder dem Gold Standard für CO2-Kompensationsprojekte. Es kann in kurz- ebenso wie in langfristige Verträge investiert werden.

Beim sogenannten BaumSparVertrag erwerben Kunden eine brachliegende Fläche, die mit Bäumen bepflanzt wird. Nach 25 Jahren werden dann statt einem völligen Kahlschlag gezielt diese Bäume geerntet. Das Holz wird verkauft und dessen Erträge dem Kunden ausgezahlt. Der kleinste BaumSparVertrag kostet 396 Euro. Nach 25 Jahren prognostiziert ForestFinance einen Ertrag von circa 1.745 Euro. Das entspricht einer mittleren Rendite von rund sechs Prozent.

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