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24.11.2016

15:20 Uhr

Windkraft-Ausbau

Per Software zum richtigen Standort

VonManuel Heckel

Weil viele geeignete Standorte schon vergeben sind, setzten Hersteller und Betreiber von Windenergieanlagen verstärkt auf IT-Unterstützung. Sie wollen durch virtuelle Rechenspiele mit Wetterdaten in die Zukunft blicken.

Die Suche nach geeigneten Standorten wird für die Hersteller und Betreiber der Anlagen immer anspruchsvoller. dpa

Windkraft-Ausbau

Die Suche nach geeigneten Standorten wird für die Hersteller und Betreiber der Anlagen immer anspruchsvoller.

KölnDer Ausbau der Windkraft hält an – trotz aller Diskussionen. Fast 1400 Windenergieanlagen sind 2015 in Deutschland ans Netz gegangen – insgesamt waren zum Jahreswechsel schon knapp 26.000 Windräder installiert. Das Problem: Die Suche nach geeigneten Standorten wird für die Hersteller und Betreiber der Anlagen immer anspruchsvoller. „Viele der guten Plätze sind mittlerweile vergeben“, sagt Anders Rhod Gregersen, IT-Spezialist beim dänischen Anlagenbauer Vestas. „Jetzt geht es häufig um die etwas komplexeren Standorte.“

Um Plätze zu identifizieren, nutzen die Unternehmen immer häufiger virtuelle Rechenspiele. Umfangreiche Wetterdaten liegen seit langem vor. Doch dank der günstiger gewordenen Rechenkraft lassen die sich nun immer besser analysieren. Vestas füttert die Computer mit Wetterdaten der letzten 16 Jahre, um in die Zukunft zu blicken. Man könne Bedingungen flächengenau bis auf zehn mal zehn Meter berechnen. „Wir wissen so auch, ob es die gute oder die schlechte Art von Wind ist“, sagt Gregersen – also wo es vielleicht zu kräftig für die Rotoren weht.

Die wichtigsten Unternehmen im Bereich Erneuerbarer Energien

Platz 8: Sinovel

Um das Jahr 2011 gehörte Sinovel lange zu den größten Windkraftanlagenherstellern der Welt. Im Jahr 2014 erwirtschaftete der chinesische Konzern einen Umsatz in Höhe von 484 Millionen US-Dollar.

Quelle: Statista.com

Platz 7: Renewable Energy

Die Renewable Energy Corporation ist bereits seit 1994 für Photovoltaik-Module tätig. Der Solarmodulhersteller aus Norwegen hat im Jahr 2013 einen Umsatz in Höhe von 500 Millionen US-Dollar gemacht.

Platz 6: Solarworld

Bei dem angeschlagenen deutschen Konzern Solarworld scheint es wieder besser zu laufen. Im Jahr 2014 erwirtschaftete der in Bonn ansässige Solarstromtechnologiekonzern einen Umsatz von rund 573 Millionen US-Dollar.

Platz 5: Shunfeng International Clean Energy

Die Shunfeng International Clean Energy aus China ist ein im alternativen Energiebereich führender Lösungsanbieter. Der Umsatz des Konzerns lag 2014 bei 768 Millionen US-Dollar.

Platz 4: Ming Yang

Im Bereich Windkraftanlagenhersteller gibt es eine Reihe von unterschiedlich strukturierten Unternehmen. Ming Yang aus China ist seit 2006 aktiv. Der Konzern hat im Jahr 2014 den Umsatz auf rund 779 Millionen US-Dollar gesteigert.

Platz 3: First Solar

Der US-amerikanische Solarriese will in Zukunft mit Sunpower gemeinsame Sache machen und eine neue Firma gründen. Bis dahin verdient First Solar gut: Im Jahr 2014 wurde ein Umsatz in Höhe von 2,79 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

Platz 2: Enercon

Enercon steigerte 2013 seinen Umsatz auf 4,88 Milliarden US-Dollar. Der Windkraftanlagenhersteller aus Aurich will ab dem ersten Quartal sein Wartungskonzept zunächst in Deutschland umstellen. Die Umstellung soll vor allem Kosten sparen.

Platz 1: Vestas

Der Weltmarktführer für Windräder hat 2014 den meisten Umsatz gemacht – 6,91 Milliarden US-Dollar. Zuletzt meldete das dänische Unternehmen Probleme mit Mitarbeitern, die mithilfe überhöhter Rechnungen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben könnten.

„Neue Tools haben die Auswertung und die Modellierung der aufgezeichneten Daten erheblich verbessert“, bestätigt Peter Herbert Meier, Leiter der Wind Cert Services beim Tüv Süd. Traditionell wurden oft Windmesser für ein Jahr an potenziellen Standorten aufgestellt, um den tatsächlichen Wind zu messen. Der Einsatz der Prognosesoftware reduziert den Einfluss von zufällig auftretenden windreichen Monaten oder Flauten während der Testmessung. Die neue Methode liefere außerdem belastbare Aussagen zum möglichen Energieertrag eines geplanten Windparks, erläutert Meier.

Die Aufgabe ist besonders anspruchsvoll, weil die Anlagenhersteller meist nur generelle Zusammenhänge von Windprofil und Leistung nennen. Dabei können sich die individuellen Bedingungen aber auf wenigen Metern ändern. Damit sinnvolle Ergebnisse entstehen, ist viel Sorgfalt und Rechenkraft nötig. Vestas hat dafür in einen eigenen Supercomputer investiert. „Voraussetzung ist, dass hochwertige Daten verwendet und die Berechnungen von Experten durchgeführt werden“, sagt Meier.

Ein anderes Problem ist die Skepsis anderer wichtiger Partner beim Bau der Anlagen: „Wir sind zum Teil den Versicherungen um Lichtjahre voraus“, hat IT-Spezialist Gregersen beobachtet. Immer wieder bestünden sie auf traditionellen Messmethoden – und nehmen so mancher schnellen Finanzierung den Wind aus den Segeln.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

25.11.2016, 17:53 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

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