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29.01.2003

15:50 Uhr

Kommerzielle Markteinführung im dritten Quartal

UMTS-Start der Telekom rückt näher

Die Deutsche Telekom hat ihre Pläne zur Vermarktung des künftigen Mobilfunkstandards konkretisiert und will die UMTS-Dienste vom dritten Quartal 2003 an kommerziell anbieten.

rtr/dpa BERLIN. Zugleich bekräftigte der Vorstandschef der Telekom, Kai-Uwe Ricke, am Mittwoch in Berlin erneut den Schuldenabbauplan des Konzerns.

Ricke sagte, die Telekom werde vom dritten Quartal an mit der kommerziellen Markteinführung beginnen. Zum Netzstart werde UMTS in rund 200 deutschen Städten zur Verfügung stehen. Ricke ließ aber offen, mit wie vielen UMTS-Kunden er bereits in diesem Jahr rechnet. „Im ersten Schritt spielt es keine Rolle, wie viele Kunden wir haben.“ Der Telekom-Chef versicherte zugleich, dass mit den aufgebauten UMTS-Netzen bereits jetzt eine Abdeckung von mehr als 25 Prozent der deutschen Bevölkerung erreicht werden könnte. Damit wäre eine der wesentlichen Lizenzbedingungen gleich mit dem Start erfüllt.

Die Markteinführung der neuen Mobilfunktechnik UMTS, die neben die gegenwärtige Technik GSM treten soll, war mehrfach von den Unternehmen verschoben worden, da es technische Schwierigkeiten gab. Die Telekom hatte bislang angekündigt, über ihre Mobilfunktochter T-Mobile zur Jahresmitte 2003 mit der Markteinführung von UMTS zu beginnen.

Der größte Konkurrent von T-Mobile Deutschland, die deutsche Tochter des größten europäischen Mobilfunkunternehmens Vodafone, bekräftigte zu Wochenbeginn, das Unternehmen wolle im Frühjahr mit UMTS starten. Das Frühjahr ende am 21. Juni, hatte Vodafone-D2-Chef Jürgen von Kuczkowski, gesagt. Vermutlich in der zweiten Jahreshälfte werden auch E-Plus und 02 an den Start gehen. Zwei andere Konkurrenten haben sich aus dem deutschen Markt bereits verabschiedet. Bei der Versteigerung der Lizenzen hatten die Konzerne jeweils mehr als acht Milliarden Euro für die UMTS-Erlaubnis gezahlt.

Telekom-Chef Ricke wiederholte auf einer Unternehmensveranstaltung, dass die Entschuldung des Konzerns derzeit im Mittelpunkt stehe. Bis Ende 2003 solle die Verschuldung deutlich zweistellig zurückgefahren werden. Angestrebt werde eine Verschuldung von maximal dem Dreifachen des für das laufende Jahr erwarteten operativen Ergebnisses (Ebitda), sagte Ricke. Nach den derzeitigen Erwartungen würde die Verschuldung der Telekom dann zum Jahresende auf rund 50 bis knapp 53 Milliarden Euro sinken. Zuletzt hatte die Telekom eine Verschuldung von 64 Milliarden Euro ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten sollen durch Kosteneinsparungen und Beteiligungsverkäufe erreicht werden.

Ricke setzte sich erneut gegen Kritik zur Wehr, wonach mit der UMTS-Technik bislang vor allem viel Geld vernichtet worden sei. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir UMTS ebenso zu Erfolg bringen werden wie das mit anderen innovativen Technologien in der Vergangenheit gelungen ist.“ Nach Einschätzung von Branchenkennern wird in Deutschland jedoch frühestens 2015 mit UMTS Geld zu verdienen sein. Derzeit gibt es in Deutschland rund 56 Millionen Handys.

Auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) äußerte sich zuversichtlich über die Marktchancen von UMTS. Die ersten mobilen Multimedia-Projekte hätten gezeigt, dass eine Nachfrage nach Breitband-Mobilfunk bestehe. „Auch UMTS wird nach meiner Einschätzung erfolgreich sein“, sagte der Minister. Zudem werde sich eine Spitzenstellung bei UMTS auf die gesamte Wirtschaft positiv auswirken.

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