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21.12.2016

10:00 Uhr

Kopfhörer Airpods im Test

Apple verbreitet wieder etwas Magie

VonChristof Kerkmann

Dranhalten und los geht's: Apple hat mit den Airpods Kopfhörer entwickelt, die sich auf magisch einfache Art mit dem Smartphone verbinden. Auch der Klang ist prima – wäre da nicht das ungewöhnliche Design!

Klein, leicht – und schnell verloren? Die Airpods kommen komplett ohne Kabel aus.

Kabellose Kopfhörer Airpods

Klein, leicht – und schnell verloren? Die Airpods kommen komplett ohne Kabel aus.

Düsseldorf„It just works“ – es funktioniert einfach: Es war einer der Lieblingssätze von Steve Jobs. Der Apple-Gründer pries damit viele Neuerungen an und nutzte die Einfachheit als schlagkräftiges Argument für die hochpreisigen Produkte. Doch seit dem Tod des charismatischen Verkäufers scheint das Motto bei dem Konzern nicht mehr an erster Stelle zu stehen. Das iPhone 7, das keinen klassischen Kopfhörerausgang mehr hat, sehen Kritiker als Beleg dafür.

Doch gerade rechtzeitig vor Weihnachten hat Apple ein Produkt auf den Markt gebracht, das wieder Magie verbreitet: Die kabellosen Kopfhörer Airpods lassen sich mit nur einer Geste mit dem iPhone verbinden. Kein Herumfummeln in Menüs, keine abgebrochenen Koppelversuche, wie man sie von anderen Bluetooth-Kopfhörern leidvoll kennt. It just works. Auch Telefonanrufe und Befehle an die Sprachassistentin Siri bewältigen sie. Nicht immer magisch sind indes Design und Bedienung, wie ein Test zeigt.

Airpods in aller Kürze

Was ist es?

Komplett kabellose Kopfhörer, die besonders im Zusammenspiel mit Apple-Geräten für eine einfache Bedienung sorgen sollen.

Was sagt die Werbung?

„Einfach. Kabellos. Magisch.“ Und: „Du nimmst sie aus dem Case und sie sind bereit für all deine Geräte. Du steckst sie in die Ohren und sie verbinden sich sofort. Du sprichst hinein und deine Stimme ist klar zu verstehen.“

Was ist gelungen?

Die Kopplung funktioniert in Windeseile. Der Klang ist ordentlich. Die Kopfhörer sitzen gut.

Was ist nicht so gelungen?

Die Airpods haben keine Bedienelemente, nicht einmal Tasten für die Lautstärke. Apple liefert keine Silikonüberzüge mit. Das Design ist zumindest ungewöhnlich.

Was kostet das Produkt?

Die Airpods kosten 180 Euro. Wer einen einzelnen Hörer verliert, bekommt für rund 70 Euro Ersatz.

Lohnt sich der Kauf?

Die Airpods bieten einen ordentlichen Klang und erleichtern Apple-Nutzern mit etwas Magie die Kopplung mit iPhone oder iPad. Der Preis ist im Vergleich zu anderen Produkten konkurrenzfähig. Ambitionierte Sportler sollten allerdings überlegen, ob sie nicht ein Modell kaufen, das beispielsweise gleich den Puls im Ohr misst.

Bei der Vorstellung der neuen iPhone-Modelle im September spielten die Airpods eine besondere Rolle. Als die Apple-Manager auf der Bühne ankündigten, den Kopfhörereingang wegzulassen, verwiesen sie auf das komplett drahtlose Modell als Alternative – wer braucht noch Kabel, wenn es per Funk viel einfacher geht? Bei der Entwicklung und Massenproduktion stieß der Konzern aber offenbar auf Probleme, der Verkaufsstart verzögerte sich immer weiter, bis jetzt.

Dass die Entwicklung länger gedauert hat, verwundert nicht, wenn man die delikaten Geräte in der Hand hält. Das ist erstaunlich viel Technik auf erstaunlich wenig Raum: Lautsprecher, Mikrofon, Prozessor, Sensoren. All das reibungslos zum Laufen zu bekommen, ist nicht so einfach, wie die anfänglichen Schwierigkeiten des Konkurrenzproduktes The Dash zeigen.

Die schlanke Bauweise führt allerdings zu einem Design, das – vorsichtig gesagt – nicht jeden überzeugt: Unter den weißen Knöpfen befindet sich ein länglicher Steg, der auf den ersten Blick wie ein Ohrhänger aussieht. Im Netz wurden die Geräte daher wahlweise als Snoopy-Imitation oder Zahnbürstenkopf verspottet. Elegant ist immerhin die Aufbewahrungsbox, die gleichzeitig als Ladeschale dient. 15 Minuten bringen nach Firmenangaben drei Stunden Hörzeit oder eine Stunde Sprechzeit. So kommt man mit den Airpods auf jeden Fall über den Tag.

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