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20.02.2006

12:58 Uhr

Kundenpotenzial

Mobilfunker expandieren in Schwellenländer

VonSandra Louven

Auf der Suche nach neuen Wachstumsmöglichkeiten wendet sich die Mobilfunkbranche den Entwicklungs- und Schwellenländern zu. „Das Kundenwachstum dort ist doppelt so groß wie in den Industrienationen“, sagte Motorola-Chef Ed Zander auf der weltweit größten Mobilfunkmesse 3GSM in Barcelona, die in der vergangenen Woche zu Ende ging.

HB DÜSSELDORF. Das Ausmaß des Wachstums zeigt das Beispiel Pakistan: Dort besitzen heute 23 Millionen Menschen ein Handy – vor drei Jahren waren es gerade einmal zwei Millionen.

Nicht nur Handy-Hersteller wie Motorola, sondern auch Netzbetreiber wie Vodafone suchen derzeit händeringend nach neuen Absatzmöglichkeiten. Hintergrund sind zunehmend gesättigte Märkte, weil mittlerweile in zahlreichen Wirtschaftsnationen fast jeder ein Mobiltelefon besitzt.

Um dennoch weiter zu wachsen, verfolgt die Mobilfunkbranche zwei Strategien: In den Industrienationen will sie durch neue Dienste wie mobiles Fernsehen zulegen. Emerging Markets sollen dagegen den Absatz in die Höhe treiben. „Entwicklungs- und Schwellenländer sind für die Branche wichtig, weil sie in ihren Heimatmärkten zunehmend an die Grenzen des Wachstums stößt“, sagt Thomas Goette von der Unternehmensberatung Diamond Cluster.

So bieten die drei größten Handy-Hersteller Nokia, Motorola und Samsung für die neuen Märkte eigens hergestellte billige Endgeräte an. Weltmarktführer Vodafone hat sich im vergangenen Jahr in der Türkei und in Indien eingekauft. „Der spanische Mobilfunkanbieter Telefónica Moviles hat mit seinen umfangreichen Investitionen in Südamerika bereits gezeigt, wie man in aufstrebenden Märkten erfolgreich sein kann“, sagt Berater Goette. Mit Hilfe dieses Engagements ist Telefónica zu einem der finanzstärksten Anbieter geworden.

Auch die norwegische Telenor Mobile hat ihre Fühler bereits Ende der 90er-Jahre in Richtung Indien ausgestreckt. Bereits die Hälfte der mehr als 80 Millionen Kunden stamme aus Schwellenländern, sagt Unternehmenschef Arve Johansen.

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