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26.01.2009

11:16 Uhr

Kunstherzen

Unersetzbare Pumpstation

Es ist der Motor, der unseren Körper unermüdlich antreibt: das Herz. Doch wenn der Motor versagt, bleibt oft nur die Transplantation. Um die Abhängigkeit von Spenderorganen zu verringern, arbeiten Mediziner an der Verbesserung von künstlichen Herzen und Herzunterstützungssystemen. Noch aber ist der Durchbruch nicht gelungen.

Noch können Kunstherzen das natürliche Organ nicht dauerhaft ersetzen. Foto: dpa dpa

Noch können Kunstherzen das natürliche Organ nicht dauerhaft ersetzen. Foto: dpa

ap JENA. Wenn das Herz versagt, bleibt am Ende der Behandlungskette als einzige Rettung eine Transplantation. Doch selten ist ein geeignetes Spenderorgan zum richtigen Zeitpunkt vorhanden. Deshalb müssen viele Patienten sterben, obwohl die medizinischen Voraussetzungen für eine Lebensverlängerung eigentlich gegeben sind. Abhilfe können sogenannte Herzunterstützungssysteme oder Kunstherzen schaffen.

Bei den Unterstützungssystemen bleibt das kranke Herz im Körper. Neben dem Organ wird eine Unterstützungspumpe eingebaut, die das Blut aus der linken Herzkammer über die Herzspitze herausholt und in die Hauptschlagader pumpt.

Bei den Kunstherzen wird das kranke Herz komplett entfernt und durch ein Kunstherz ersetzt. Beide Systeme werden heutzutage hauptsächlich zur Überbrückung der Zeit eingesetzt, bis ein Spenderorgan zur Verfügung steht.

"Bei allen Fortschritten der Medizintechnik ist es bisher noch nicht gelungen, ein Kunstherz zu schaffen, das zuverlässig als permanenter Organersatz dienen kann", erklärt der Direktor der Jenaer Uni-Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Jan Gummert.

Nach wie vor sieht er dabei drei Hauptprobleme noch immer ungelöst: einmal die technische Haltbarkeit der verwendeten Materialien, zum anderen die hohe Infektionsgefahr. Denn durch das Antriebskabel, das in der Regel aus der Bauchdecke herauskommt, können Keime in den Körper gelangen. Eine dritte große Gefahr liegt laut Gummert in der Entstehung von Blutgerinnseln in diesen Pumpen. Diese könnten zu Schlaganfällen bis hin zum Hirntod führen.

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