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13.03.2013

10:09 Uhr

Leit-Artikel Asus Vivo Tab

Balanceakt auf dem Schoß

VonChristof Kerkmann

Andocken und lostippen: Asus verkauft seinen Tablet-Computer Vivo Tab mit einer Docking-Station, die aus dem Gerät ein Notebook macht. Das kostet nur zwei Handgriffe – allerdings kommt es beim Test fast zum Unglück.

Eines dieser neuen Mischwesen: Das Vivo Tab von Asus ist Tablet-Computer und Notebook in einem. Christof Kerkmann

Eines dieser neuen Mischwesen: Das Vivo Tab von Asus ist Tablet-Computer und Notebook in einem.

DüsseldorfUff! Schon beim ersten Einsatz wäre es beinahe passiert: Als ich im Regional-Express mit dem Vivo Tab auf dem Schoß arbeite, kippt der Klapp-Computer bei einem Bremsmanöver beinahe kopfüber herunter. Nur die dicke Tasche meines Knie an Knie sitzenden Gegenübers verhindert, dass er auf den Boden knallt. Glück gehabt.

Der Balanceakt in der Bahn kommt nicht von ungefähr. Das Gerät ist eines der Mischwesen, die das neue Betriebssystem Windows 8 mit seiner Optimierung für Touchscreens heraufbeschworen hat – einerseits ein Tablet-Computer, andererseits ein Notebook. Dafür kombiniert Asus einen fast 12 Zoll großen Bildschirm und ein leichtes Tastaturdock, die sich zusammenstecken lassen. Der Nachteil dieser flexiblen Konstruktion: Das Gerät ist arg kopflastig und daher bei etwas Schieflage umsturzgefährdet.

Diese Neuerungen bietet Windows 8

Kachel-Design

Windows 8 sieht schon auf den ersten Blick anders aus: Microsoft übernimmt aus seinem mobilen Betriebssystem das Kachel-Design. Zu sehen sind nun rechteckige Flächen, in denen Nutzer zum Beispiel Programme sortieren können. Und in den sogenannten Live-Kacheln werden Inhalte in Echtzeit aktualisiert – ob der Wetterbericht aus dem Netz oder die Mitteilung über neu eingetroffene E-Mails. Die bekannte Taskleiste samt dem mit Windows 95 eingeführten Startknopf verschwindet dagegen. Einen Desktop gibt es allerdings immer noch, der über eine Kachel aufgerufen wird.

Bedienung per Fingerzeig

Microsoft hat Windows 8 für die Nutzung per Touchscreen angepasst. Anwender können mit den Fingern navigieren, wenn ihr Rechner einen berührungsempfindlichen Bildschirm hat, aber auch klassisch mit Maus und Tastatur. Dass beides in einem Gerät vereint sein kann, zeigen etliche neue Modelle, die Tablet-Computer und Notebook in einem sind.

Ein eigener App Store

Apple lässt grüßen: Microsoft hat für sein neues System den Windows Store eingerichtet. Über die Plattform können Entwickler Apps verbreiten, die für Touchscreens optimiert sind. Auch Spiele werden angeboten. Diese Anwendungen laufen auf allen Geräten, ob mit Windows 8 oder dem abgespeckten Windows RT für Geräte mit stromsparenden ARM-Prozessoren.

Cloud-Dienste

Schon beim Start wird es deutlich: Microsoft integriert seine Cloud-Angebote nahtlos in das neue Betriebssystem. Nutzer können sich künftig mit ihren Daten vom Online-Dienst Windows Live am Rechner einloggen. Damit haben sie direkten Zugriff beispielsweise auf den Online-Speicher Skydrive, außerdem lassen sich die persönlichen Einstellungen und der Browser-Verlauf zwischen verschiedenen Rechnern synchronisieren.

Vorinstallierter Virenscanner

Microsoft hat große Teile seines Software-Pakets Security Essentials in Windows 8 integriert. Der Wächter soll vor Viren und Trojanern schützen.

Neue Prozessoren

Mit Windows 8 unterstützt Microsoft erstmals nicht nur die traditionellen x86-Chips von Intel und AMD, die in PCs laufen: Die Software-Variante Windows RT läuft auch mit stromsparenden Prozessoren mit ARM-Architektur. Diese kommen in Tablet-Computern zum Einsatz, etwa dem iPad, künftig aber auch im Surface RT, den Microsoft selbst auf den Markt bringt. So kann das Unternehmen in einem wichtigen Segment Fuß fassen. Allerdings können Nutzer auf RT-Rechnern nicht mehr ihre klassische Windows-Software installieren, nur Apps aus dem Windows Store.

Die beiden Teile sind über zwei kleine Scharniere verbunden. Diese sind allerdings etwas hakelig: Ich muss den Bildschirm schon exakt einpassen, damit er einschnappt. Dass es gelungen ist, bekomme ich mit einer leichten Vibration und einem Ton signalisiert. Dann kann ich Ober- und Unterteil wie bei einem Notebook komplett zu- und wieder aufklappen, auch wenn die Scharniere etwas schwergängig sind. Über einen kleinen Schieber löse ich die Verbindung wieder.

Der Bildschirm macht richtig Spaß. Filme kommen im 16:9-Format auf dem IPS-Display brillant rüber, weil der Blickwinkel relativ groß ist, können es auch zwei Zuschauer als Mini-Kino nutzen. Websites werden sehr geräumig angezeigt. Auch die Bedienung funktioniert prima, der Finger rutscht angenehm über den Touchscreen. Das Äußere aus Metall und Kunststoff macht ebenfalls einen hochwertigen Eindruck – das Gerät mit seinen 675 Gramm liegt gut in den Händen und lässt sich auch längere Zeit bequem halten.

Einziges Manko: Am Bildschirm selbst sind keine USB-Anschlüsse. Bevor ich mein externes DVD-Laufwerk anschließen kann, muss ich das Tastaturdock dranklemmen. Einschübe für Micro-SD sowie ein HDMI-Anschluss für Monitore oder Fernseher sind im Tablet-Gehäuse unauffällig untergebracht.

Das Dock macht aus dem Tablet-Computer ein Netbook – mit Tastatur, Anschlüssen und einem Extra-Akku. Der hat es in sich: Die Laufzeit verlängert sich nach Angaben von Asus von neun auf 16 Stunden. Allerdings stößt das Gerät an andere Grenzen.

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