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15.05.2013

10:09 Uhr

Leit-Artikel Galaxy S4

Der Lebensgefährte für die Jackentasche

VonChristof Kerkmann

Fitness-Coach, Übersetzer, Fernbedienung: Das Galaxy S4 soll mehr als ein Smartphone sein. Samsung vermarktet es als Begleiter für alle Lagen. Telefonieren kann man damit übrigens auch ganz ordentlich. Ein Test.

Video

Samsung S4 im Handelblatt-Praxis-Test

Video: Samsung S4 im Handelblatt-Praxis-Test

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DüsseldorfVon wegen kalte Technik: Samsung bewirbt sein neues Spitzen-Smartphone Galaxy S4 als „Life Companion“, also als Lebensgefährten. Der koreanische Hersteller scheut zwar nicht das übliche „größer, schneller, weiter“ bei der Hardware, abheben will er sich aber vor allem mit Software, die den Alltag erleichtern soll. Der Test von Handelsblatt Online zeigt: Der Begleiter ist wirklich clever, kann einen aber manchmal überfordern.

Auf den ersten Blick sieht das S4 allerdings nicht wie das neue Top-Model von Samsung aus. Denn das Plastikgehäuse an der Rückseite erinnert eher an billigen Modeschmuck, nicht an ein Technologie-Juwel. Die Schale sieht nicht besonders hochwertig aus und fühlt sich auch nicht gut an, weil sie schnell schwitzig wird. Bei Preisen von mehr als 600 Euro darf man mehr erwarten. Einen Vorteil hat das Polycarbonat aber: Es ist leicht. Das trägt dazu bei, dass das S4 trotz seiner beachtlichen Größe nur 130 Gramm wiegt.

Die Vorderseite entschädigt für den Plastikrücken. Denn das S4 ist ein scharfes Teil, im wahrsten Sinne des Wortes: Die Auflösung des Displays ist so hoch wie bei keinem anderen Smartphone, es kann Bilder in voller HD-Auflösung abspielen. Einzelne Bildpunkte erkennt das Auge nicht. Die Kontraste sind knackig, die Farben kräftig. Nur bei grellem Sonnenschein wird es schwierig, etwas zu sehen. Hier hat die AMOLED-Technologie einen Nachteil gegenüber sehr hellen LCDs, wie sie in den Konkurrenzgeräten zum Einsatz kommen.

Das Galaxy S4 im Überblick

Android mit eigenem Twist

Als Betriebssystem setzt Samsung Android 4.2.2 (Jelly Bean) ein. Allerdings nimmt der südkoreanische Konzern etliche Anpassungen vor.

Gehäuse aus Plastik

Während Apple sein iPhone mit Metall und Glas kleidet, verwendet Samsung weiterhin Plastikgehäuse. Dafür wiegt das S4 mit einem Gewicht von 130 Gramm nur wenig mehr als der Apple-Konkurrent.

Steuerung mit Augen und Gesten

Das S4 lässt sich nicht nur mit Fingergesten bedienen: Es erlaubt auch eine Steuerung mit Augen oder Handbewegungen – „Smart Scroll“ heißt die Funktion. Und das Gerät erkennt, ob gerade der Blick vom Display abgewendet ist, und pausiert dann das gerade abgespielte Video.

Fitness-Trainer an Bord

Samsung hat die Gesundheits-App S Health entwickelt, die sportliche Aktivitäten des Nutzers aufzeichnen und Mahlzeiten protokollieren kann. Zudem soll Zubehör wie ein Pulsmesser auf den Markt kommen.

Größerer Bildschirm

Der Bildschirm des S4 ist mit einer Diagonale von fünf Zoll (12,7 Zentimeter) ein bisschen größer als der des Vorgängers. Um das Gerät zu bedienen, bedarf es schon beider Hände. Die AMOLED-Technologie sorgt für knackig scharfe Bilder. Die Auflösung erlaubt eine Darstellung in Full-HD (1920x1080 Pixel). Trotzdem ist das Gerät 7,9 Millimeter dünn.

Kamera mit Extra-Funktionen

Die Hauptkamera an der Rückseite hat eine Auflösung von 13 Megapixeln und damit ähnlich viel wie andere Spitzenhandys. Die Kamera an der Frontseite kommt auf 2 Megapixel. Punkten will Samsung mit Sonderfunktionen – so ist es möglich, mit beiden Kameras gleichzeitig zu knipsen und beide Bilder zusammenzufügen, so dass auch der Fotograf im Bild ist. Eine Funktion namens „Eraser“ löscht bestimmte Objekte, etwa wenn eine Person durchs Bild läuft.

Bis zu acht Rechenkerne

Samsung liefert das S4 mit unterschiedlichen Prozessoren aus – je nach Auslieferungsland. In einigen Geräten steckt ein neuer Achtkern-Prozessor aus eigener Entwicklung, der Exynos 5 Octa, in anderen ein Vierkern-Chip.

Fernbedienung für den TV

Das S4 hat eine Infrarotschnittstelle, die das Handy zur Fernbedienung für TV und Blu-ray-Player macht. Die Kopplung dauert nur wenige Minuten.

Stolzer Preis

Samsung empfiehlt für die Variante mit 16 Gigabyte einen stolzen Preis von 730 Euro, allerdings ist das Gerät im Handel bereits für deutlich weniger zu haben.

Das Gehäuse ist zwar genauso groß wie beim S3, trotzdem bietet der Bildschirm etwas mehr Platz, weil der Rand kleiner ausfällt. Das bedeutet: Mehr Platz für Websites, Karten und Videos, allerdings auch längere Strecken für den Daumen. Die drei Bedientasten rutschen noch etwas weiter nach unten. Mit einer Hand lässt sich das S4 daher kaum noch bedienen, wie so viele Smartphones heute.

Bei Rechenleistung und Speicher lässt Samsung sich nicht lumpen. Ein Vierkern-Prozessor sorgt in Zusammenarbeit mit zwei Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher für viel Tempo, der interne Speicher ist mindestens 16 GB groß und lässt sich mit einer Micro-USB-Karte erweitern. Und dank LTE surft man auch unterwegs rasant, zumindest mit dem passenden Mobilfunkvertrag. Übrigens kann mit dem S4 auch prima telefonieren, der Empfang ist gut und übertrifft beispielsweise das HTC One. Ein Vorteil der Plastikhülle.

Geht es nach Samsung, ist der Lebensbegleiter immer dabei. Dafür hat der koreanische Konzern dem S4 allerlei Dinge beigebracht, die den Alltag erleichtern sollen. Da ist zum Beispiel das Fitness-Programm S Health, das bei der Protokollierung von Gesundheitsdaten helfen soll. Es zählt beispielsweise die Schritte bewegungsbewusster Nutzer, wie es auch die Fitness-Geräte Fitbit One oder Jawbone Up tun. Wem der Aufwand nicht zu hoch ist, der kann auch seine Mahlzeiten festhalten und mittels einer Datenbank die verspeisten Kalorien addieren lassen. Und dank integrierter Sensoren kann man feststellen, ob Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Umgebung in der Komfortzone liegen.

Samsung bietet außerdem einen Herzfrequenzmesser und eine Waage an, um den Aufpasser mit Daten zu füttern. Alles eine Frage des Budgets.

Kommentare (7)

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Sinnvoll-leben

15.05.2013, 10:45 Uhr

Lebensgefährte? Solch ein Gerät übersteht doch kaum zwei Jahre. Man kann sicher unter Aufbringung von großem Ersnst und hoher Wichtigkeit jedes beliebige Produkt entwickeln. Die Frage ist doch, ob das auch sinnvoll ist. Die Industrie sollte sich mal auf die produktion wirklich sinnvoller, weil notwendiger Produkte beschränken. Das schont die Recourcen. Unsinnige Livestyle-Artikel, die gerade gut genug sind, für etwas Beschäftigung zu sorgen, das Leben aber nicht lebenswerter sondern eher sinnloser machen, sollte man einstellen.

AxelSiegler

15.05.2013, 11:07 Uhr

.. und widda so'n Pseudo-Ökotyrann, der die Backen ned halten kann .. und sich unter Missbrauch des vermeintlich ökologischen Imparativs andere untertan machen machen will: nee Du, lass'mal libba die Menschen selber entscheiden, was sie als "wirklich sinnvoll" erachten .. und für welche Produkte sie die Resourcen nutzen möchten, um das tägliche Leben angenehmer zu gestalten! Was auf jedenfall NICHT sinnvoll ist: Dein egomanischer Kommentar!

iPat

15.05.2013, 11:30 Uhr

Dann empfehle ich zum iPhone zu greifen. Ein langlebigeres Telefon hatte ich noch nie. Mein iPhone der allerersten Generation von 2007 ist mittlerweile 6 Jahre alt und geht immernoch ohne Murren. Akku hält bei normaler Nutzung 2 Tage und mit etwas suchen bekommt man auch immernoch Apps für den täglichen Gebrauch und surfen mit EDGE ist zwar nicht superschnell aber in den meissten Fällen ausreichend bisher gewesen. Das wird jetzt innerhalb der Familie weiter vererbt und hält sicher nochmal 2-3 Jahre und ich hole mir das aktuelle Modell für die nächsten 3-4 Jahre Nutzung.

Kann das Gejammer mit angeblich kurzlebigen Lifestyleprodukten etc. nicht mehr hören. Wer sagt denn, das man sich alle zwei Jahre ein neues Handy kaufen MUSS?! Ich hatte vor dem iPhone in meinem Leben exakt drei Handys...und das seit Mitte der 1990er Jahre.

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