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16.04.2014

12:07 Uhr

Leit-Artikel Galaxy S5

Lohnt der Umstieg auf Samsungs neues Superphone?

VonChristof Kerkmann

Samsung hat seine S-Klasse überarbeitet: Das Galaxy S5 ist das neue Spitzen-Smartphone des Herstellers aus Korea. Die Ausstattung des iPhone-Konkurrenten ist ausgezeichnet, eine groß beworbene Funktion enttäuscht aber.

Dem Galaxy S5 ist derzeit schwer zu entkommen – Samsung macht viel Werbung. Aber lohnt sich das Gerät?

Dem Galaxy S5 ist derzeit schwer zu entkommen – Samsung macht viel Werbung. Aber lohnt sich das Gerät?

Es ist in diesen Wochen schwierig, dem Gerät zu entgehen: Samsung bringt das Galaxy S5 mit großem Tamtam und einem dicken Werbebudget auf den Markt. Für den südkoreanischen Konzern ist das Smartphone eines der wichtigsten Produkte des Jahres, tragen die Mobiltelefone doch einen großen Teil zum Umsatz bei. Aber lohnt sich die Investition in das Gerät, für das derzeit mindestens 630 Euro fällig werden? Die Hardware ist ausgezeichnet, doch nicht alle Features überzeugen.

Fingerabdruck-Sensor: Apple macht es besser

Apple hat mit seinem iPhone 5s einen Fingerabdruck-Sensor eingeführt – die TouchID getaufte Funktion entsperrt das Gerät und autorisiert Einkäufe im Online-Shop iTunes. Das hat Samsung nicht auf sich sitzen lassen: Auch das Galaxy S5 lässt sich nun auf diese Weise freischalten. Das geht aber längst nicht so gut von der Hand wie bei der Konkurrenz, man muss den Finger in einem bestimmten Winkel und in einer bestimmten Geschwindigkeit über den Sensor ziehen, damit das Gerät den Abdruck erkennt. Mit dem Fingerabdruck können Nutzer auch Paypal-Zahlungen bestätigen. Nutzer sollten sich allerdings gut überlegen, ob sie die Funktion aktivieren: Ein Hacker des Chaos Computer Clubs hat die Absicherung bereits überwunden.

Kurz und knapp: das Galaxy S5

Warum ist es wichtig?

Das Galaxy S5 ist das neue Spitzen-Smartphone von Samsung – und damit für einen beträchtlichen Teil des Umsatzes im wichtigsten Geschäftszweig verantwortlich. Daher fährt der südkoreanische Konzern auch eine große Werbekampagne.

Was sagt die Werbung?

Samsung rückt eine ganze Reihe von Eigenschaften in den Mittelpunkt, etwa den Schutz gegen Wasser und Staub, den schnellen Autofokus der Kamera, die Fitness-Funktionen und den Fingerabdruck-Sensor. Botschaft: Dieses Smartphone ist mit Top-Technik ausgerüstet.

Was ist in der Verpackung?

In der Pappschachtel sind das Smartphone samt Kopfhörern und Netzteil sowie eine gedruckte Anleitung.

Was ist gelungen?

Die Hardware ist schnell, dank Versiegelung schadet dem Gerät ein Bad in der Spüle oder Planschbecken nicht. Das Plastik wirkt nicht so billig wie beim Vorgänger. Außerdem hat Samsung sowohl die Kamera als auch die Akkulaufzeit verbessert.

Was ist nicht so gelungen?

Der Fingerabdrucksensor funktioniert nicht reibungslos – das hat Apple besser gelöst. Auch der Pulsmesser scheint nicht ganz zuverlässig zu sein. Beides ändert aber nichts daran, dass das S5 ein sehr gutes Smartphone ist.

Was sagen die anderen?

Walt Mossberg vom Blog Recode hält das S5 für ein „sehr gutes Telefon“, aber nicht für überzeugend genug, um das S4 oder das aktuelle iPhone zu ersetzen. Außerdem, man lässt das Gerät ins Wasser fallen. David Pogue von Yahoo vergleicht das S5 mit einem Teller, der von 1000 Köchen zubereitet wurde: „Es ist so mit Funktionen und Möglichkeiten vollgestopft, dass es fast unter seinem eigenen Gewicht versinkt. Für nichts wird eine Anleitung gegeben.“ Matthias Kremp von Spiegel Online meint, dass jeder Käufer in dem Gerät etwas finde, das ihm gefällt – ob Wasserdichtigkeit oder Kamera. Das S5 sei gut, begeistere aber nicht.

Wie viel kostet es? 2

Online ist das Galaxy S5 derzeit ab rund 630 Euro zu haben.

Ist es empfehlenswert? 2

Mit dem Galaxy S5 macht man nichts falsch, allerdings gibt es Alternativen. HTC hat mit dem One M8 ebenfalls ein aktuelles, starkes Android-Smartphone im Angebot, Apple dürfte im Herbst das nächste iPhone präsentieren. Und die Spitzengeräte des vergangenen Jahres sind für viele Nutzer vermutlich immer noch gut genug.

Verarbeitung: Griffig und wasserdicht

Das Samsung Galaxy S4 hat eine Hülle aus Plastik. Das lässt im Betrieb die Hand schnell schwitzen. Auch das Nachfolgemodell S5 steckt in Polycarbonat, das Äußere ist aber dank einer Golfballstruktur mit vielen kleinen Einkerbungen griffiger. Außerdem wirkt es hochwertiger (auch wenn Geräte wie das HTC One M8 oder das iPhone 5s mit Metallgehäuse eine edlere Erscheinung haben). Ein weiterer Vorteil des neuen Galaxy-Gerätes: Es ist staub- und wasserfest – zumindest sofern man die Abdeckung über dem USB-Anschluss verschließt. Auf Tauchstation sollte man damit zwar nicht gehen, aber wenn mal ins Wasser fällt, bleibt es heile, zudem lässt es sich entspannt unter dem Wasserkran reinigen.

Bildschirm: Hell, knackig – top top top

Der Bildschirm des Galaxy S5 ist ein paar Millimeter größer als der des Vorgängers, doch das fällt im Alltag kaum auf. Durchaus sichtbar sind allerdings die Qualitätsunterschiede, das Amoled-Display des neuen Gerätes leuchtet heller und bietet knackigere Kontraste. Das macht sich allerdings nur im direkten Vergleich bemerkbar, auch mit dem älteren Modell dürften die überwiegende Mehrheit der Nutzer bestens zufrieden sein. Um es mit Bayern-Trainer Pep Guardiola zu sagen: Der Bildschirm des S4 ist top top, der des S5 sogar top top top.

Geschwindigkeit: Schnell, schnell, schnell

Das Galaxy S5 hat alles, was ein Spitzen-Smartphone nach heutigem Stand der Technik braucht. Das gilt für den Prozessor, aber auch für die Datenübertragung mit LTE und schnellem WLAN. Wenn es mal besonders schnell gehen muss, können Nutzer den sogenannten Download-Booster schalten, der LTE und WLAN kombiniert. Das Ergebnis: So ziemlich alles geht schnell – abgesehen von der Verarbeitung gerade geschossener Bilder.

Ausdauer: Ultrasparsam in schwarz-weiß

Der Akku des neuen Modells ist zwar kaum größer als der des Vorgängers, dafür soll der Bildschirm weniger Strom saugen. Im Alltag reicht eine Ladung locker für einen ganzen Tag aus – beachtlich. Samsung spricht von 20 Prozent längerer Laufzeit. Zudem drückt der Hersteller den Verbrauch mit der Software. So gibt es einen Ultra-Energiesparmodus, der das Display auf eine stromsparende Schwarz-Weiß-Darstellung umschaltet und nur die nötigsten Anwendungen zur Verfügung stellt. Mit nur zehn Prozent Ladung soll man noch 15 Stunden über die Runden kommen – zumindest bei sparsamer Nutzung.

Kommentare (1)

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16.04.2014, 12:27 Uhr

Was ist mit Blitzlicht und Fotolicht????

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