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04.06.2014

09:36 Uhr

Leit-Artikel Garmin Vivofit

Motivator für Bürohengste

VonCarina Kontio

Beweg dich! Das ist es, wozu das Fitness-Armband Garmin Vivofit seinen Besitzer animieren will. Aber hilft das Fitness-Armband tatsächlich beim Abspecken? Und wie genau ist es wirklich? Wir haben für Sie getestet.

Bunte Motivation: Das Fitness-Armband Vivofit gibt es in fünf verschiedenen Farben.

Bunte Motivation: Das Fitness-Armband Vivofit gibt es in fünf verschiedenen Farben.

DüsseldorfSchnell noch den Müll runtertragen? Ja, gerne. Zu Fuß in die Stadt laufen? Okay. Früher ins Bett gehen? Klar. Das Fitnessarmband des Navi-Experten Garmin will seinen Träger dazu animieren, sich mehr zu bewegen und gesünder zu leben. Es zählt auch im Alltag die zurückgelegten Schritte und zeigt an, wie weit der Träger vom Tagesziel entfernt ist. Für Schreibtischtäter dient es damit als Motivator – wenn ihnen das Band nicht vom Arm fällt, was durchaus passieren kann.

Wenn man einmal davon absieht, dass sich über den Sinn von Fitnessarmbändern die Geister scheiden: Wer normalerweise im Sitzen arbeitet und wenig sportlich ist, der wird an dem Armband seine Freude haben und am Ende vielleicht sogar freiwillig am Abend nochmal den Müll runterbringen. Das liegt vor allem daran, dass das Vivofit seinem Träger kein schlechtes Gewissen macht.

Das Garmin Vivofit in aller Kürze

Worum handelt es sich?

Das Vivofit ist der erste Fitness-Tracker des Navi-Spezialisten Garmin – mit zwei auswechselbaren Armbändern (in fünf Farben erhältlich) und kompatibel mit einem Herzfrequenzsensor.

Was sagt die Werbung?

Garmin bewirbt das Gerät als Motivator mit einem individuellen Tagesziel, der „dich überallhin begleitet – jeder Schritt zählt.“

Was ist gelungen?

Das Vivofit setzt vernünftige Ziele und motiviert seinen Träger, indem es daran erinnert, wann es mal wieder Zeit ist, den Schreibtisch oder das Sofa zu verlassen. Das Fitnessband kann mehr als ein Jahr ohne Batteriewechsel eingeschaltet bleiben.

Was ist nicht so gut gelungen?

Für den wöchentlichen Hausputz inklusive Bügeln und Fensterreinigung hat Garmin genauso wenig übrig wie für die allmorgendliche Fahrt mit dem Rad zum Bahnhof. So leicht das Vivofit auch ist – im Test öffnete sich ein paar Mal unbemerkt der leichte Verschluss und das Armband ging beinahe verloren.

Was ist in der Verpackung?

Das Vivovit-Fitnessarmband, eine Postkarte, ein Flyer; die Anleitung steht zum Download im Internet, den Herzfrequenzsensor gibt es nur gegen Aufpreis.

Wie viel kostet es?

119 Euro solo, 149,00 Euro mit Herzfrequenzsensor.

Ist es empfehlenswert?

Wer keine großen sportlichen Ambitionen und noch keinen GPS-Tracker zum Joggen hat, ist mit dem Vivofit gut bedient. Das Armband setzt vernünftige Tagesziele, motiviert den typischen Schreibtischtäter zu mehr Bewegung und kann obendrein auch gut als Uhr getragen werden.

Es gibt zwar einen roten Balken im Display, der daran erinnert, wann es mal wieder Zeit ist, den Schreibtisch oder das Sofa zu verlassen. Hat man aber sein Tagesziel von beispielsweise 10.000 Schritten nicht erreicht, passt sich der Tracker automatisch an und schraubt die Ziele für den nächsten Tag wieder etwas runter. So setzt das Vivofit gerade für Menschen ohne große Fitnessambitionen vernünftige Ziele und motiviert seinen Träger.

Einige Daten lassen sich aufzeichnen – über die zugehörige Smartphone-App und ein Online-Profil kann der Nutzer seinen persönlichen Fortschritt verfolgen. So ist das Vivofit in der Lage, neben Uhrzeit und Datum auch Tagesschritte, Distanz, Kalorienverbrauch und die Schlafdauer zu messen. Zusammen mit einem Herzfrequenzsensor, der gegen Aufpreis verkauft wird, lässt sich außerdem die Herzfrequenz aufzeichnen und so die Genauigkeit des Kalorienverbrauchs verbessern. Und: Anders als etliche Konkurrenzprodukte ist der Garmin-Tracker wasserdicht bis 50 Meter Tiefe, und die Batterie wird mit einer respektablen Laufzeit von einem Jahr beworben.

Leider hat das kleine Schmuckstück am Handgelenk für den wöchentlichen Hausputz inklusive Bügeln und Fensterreinigung genauso wenig übrig wie für die allmorgendliche Fahrt mit dem Rad zum Bahnhof. Solche Tätigkeiten sind bei Garmin vergebene Fitnessmüh: Sie werden nicht berücksichtigt. Auch beim Kachelzählen im Schwimmbad wird die zurückgelegte Strecke nicht gemessen oder wenn, dann nur mit Werten, die keinen Sinn ergeben.

Immerhin werden Schritte, Distanz und Schlafdauer relativ genau erfasst. Zwar gibt es im Vergleich mit den Daten einer Garmin-GPS-Uhr Abweichungen von einigen Metern, die sind aber für die Zielgruppe der weniger Aktiven zu vernachlässigen. Dafür macht die unkomplizierte Analyse auf Garmin-Connect umso mehr Freude. Und wer außerdem noch Kollegen oder Freunde hat, die auch das Vivofit am Arm tragen, der kann sich gegenseitig motivieren und sich in Ranglisten vergleichen.

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