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29.01.2014

10:22 Uhr

Leit-Artikel Hi-Call Talking Glove

Sprich mit der Hand!

VonCarina Kontio

Warme Worte: Das versprechen die „Hi-Call“-Handschuhe, die ein Telefonat in der Kälte erträglich machen. Weil sie Mikrofon und Lautsprecher haben, kann das Handy in der Tasche bleiben. Wenn die Hand nicht verkrampft.

Techniktest-Video

Wenn der Handschuh zum Telefon wird

Techniktest-Video: Wenn der Handschuh zum Telefon wird

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DüsseldorfDie Sorge um Spott ist berechtigt. Schon beim ersten Testlauf durch unser Großraumbüro errege ich mit dem „Hi-Call“ mehr Aufmerksamkeit, als mir lieb ist. Was das ist? Ein knallroter Lederhandschuh, mit dem man – so die Idee – telefonieren kann. Ein bisschen James Bond, ein bisschen Inspektor Gadget: Meine Erwartungen sind hoch. Schließlich kostet die High-Tech-Kleidung im Handel 99 Euro. Aber bekommt man auch, was der italienische Hersteller High Fun verspricht?

Die schlichten Lederhandschuhe sollen das Dilemma lösen, dass ein Anruf bei Minusgraden meist zu frierenden Fingern führt, weil man das Handy nicht mit dick eingepackten Händen bedienen kann. Ein Mikrofon im kleinen Finger, Lautsprecher im Daumen und das per Bluetooth verbundene Smartphone machen den „Hi-Call“ zum warmen Telefon. Darüber hinaus sorgt in die Fingerkuppen eingenähtes Spezialmaterial dafür, dass man sein Smartphone oder ein Tablet bedienen kann, ohne die Handschuhe ausziehen zu müssen.

Das steckt drin im sprechenden Handschuh

Technische Daten

Die Bluetooth-Handschuhe verfügen über ein eingebautes Mikrofon und einen Lautsprecher, die sich im Daumen und im kleinen Finger befinden. Aufgeladen wird der „hi-Call“ etwa 30 Minuten lang über das mitgelieferte USB-Kabel. Der Hersteller gibt bis zu 20 Stunden Gesprächszeit und über 1 Woche Standby an.

Preise und Varianten

Erhältlich ist der „hi-Call“ für Damen in einer Größe (M) und in einer Farbe (rot). Männer können die schwarze Variante in drei Größen (Medium, Large und X-Large) kaufen. Kostenpunkt 99,99 Euro. Etwas günstiger ist die Strickversion für 49,99 Euro.

Bedienung

Das Telefon lässt sich über Knöpfe am Handschuh steuern, sobald eine Verbindung über Bluetooth besteht. Auch eine Sprachsteuerung ist integriert, mit der sich Kontakte aus dem Adressbuch anwählen lassen. Dank speziell eingewebter Mikrofasern im Daumen und Zeigefinger lassen sich auch Touchscreens bedienen.

Kritik

Das größte Manko ist die Tatsache, dass die Handschuhe nicht wetterfest sind. Wegen der eingebauten Technik dürfen sie nicht nass werden. Das macht es jedoch schwierig, sie im Winter zu tragen. Eine Jahreszeit, in der man eigentlich immer mit Schnee oder Schneeregen oder Hagel und Graupenschauer regen muss.

Fazit

Wegen der mangelnden Wetterfestigkeit verfehlt das Produkt seinen eigentlichen Zweck und ist nicht mehr als ein lustiges und überteuertes Gadget. Das ist schade, denn die Idee an sich ist eigentlich gut. Immerhin: Die Funktion „Hände wärmen“ erfüllt der „Hi-Call“ gut.

Doch schon bei der Inbetriebnahme tauchen die ersten Schwierigkeiten auf. Dabei könnte sie so einfach sein: Handschuh einschalten, am Handy die entsprechende Bluetooth-Funktion aktivieren und warten, bis sich die beiden Geräte miteinander verbinden. Doch es klappt nicht auf Anhieb. Mit drei verschiedenen Handys (von Nokia, Apple und Samsung) versuche ich, den Handschuh zu verbinden – vergeblich. Offenbar ein technischer Fehler: Erst mit einem zweiten Paar Handschuhe, das in einer anderen Größe geliefert wird, steht die Verbindung.

Glücklicherweise ist die Bedienung mehr oder weniger intuitiv – man kann gar nichts falsch machen, wenn man überall mal drauf drückt. Denn aus der Bedienungsanleitung wird man kaum schlau, sie strotzt nur so vor „Übelsetzungen“.

Es ist schon erstaunlich, was im Eifer des Gefechts alles geschrieben wird. Eine Kostprobe: „Zum ersten Mal muss Hi-Call Leather im Verbindungsmodus wieder übereinstimmen mit einem neuen Gerät. Dieser Modus wird durch schnell abwechselnd blinkende rot und blaue LEDs angezeigt. Um den Pairing-Modus zu aktivieren, müssen Sie Hi-Call Leather ausschalten und wieder einschalten durch Drücken und alten des Ein-Ausschalters. An dieser Stelle erscheint im Bluetooth Menü des Geräts der Name „hi Call Leather“ und Hallo-Freiheit ist bereit.“

Um entspannt telefonieren zu können, braucht es ein gesundes Selbstbewusstsein. Andernfalls läuft man Gefahr, in der Öffentlichkeit milde belächelt zu werden. Sobald der Handschuh vibriert und man das Gespräch mit einem kleinen Knopfdruck entgegen genommen hat, werden Daumen und kleiner Finger zu Ohr und Mund geführt. Das erste Telefonat mutet etwas seltsam an: „Hallo, ist da jemand?“ – „Verrückt, ich kann dich total gut hören.“ – „Aber ein bisschen raschelt es schon.“ – „Mich schauen alle Leute total komisch an.“

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