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03.04.2013

10:15 Uhr

„Leit-Artikel“ HTC One

Die Boom-Box für die Hosentasche

VonChristof Kerkmann

Kawumm zum Mitnehmen: HTC hat in sein neues Spitzen-Smartphone One zwei Aktiv-Lautsprecher eingebaut. Sie sorgen für ordentlichen Klang, wie unser Test zeigt – zumindest, wenn der Akku hält.

Satter Sound: Das HTC One hat zwei Lautsprecher mit Verstärker an der Vorderseite.

Satter Sound: Das HTC One hat zwei Lautsprecher mit Verstärker an der Vorderseite.

Das Smartphone hat schon so manches Gerät ins Museum oder zumindest in abgelegene Regalfächer des Handels verdrängt. Der Alleskönner ersetzt Musikspieler, Wecker, Navigationssystem, Kompaktkamera und tragbare Spielekonsole. Geht es nach HTC, sind bald auch Lautsprecher dran – der taiwanische Hersteller stattet sein neues Spitzenmodell One mit zwei Stereo-Boxen samt integriertem Verstärker aus. Der Test von Handelsblatt Online zeigt: Nicht nur der Sound sorgt für Kawumm.

Für HTC ist das neue Smartphone nicht nur „the One“, sondern möglicherweise „the one and only“: Im vergangenen Jahr verlor das Unternehmen deutlich an Marktanteil. Das One soll ihm zum Comeback verhelfen. Wenn das Android-Gerät die Kunden nicht begeistert, dürfte es für HTC ganz schwierig werden, gegen die Marketingmaschinen Samsung und Apple anzukommen.

Es scheint so, als hätten sich die Ingenieure deswegen besonders ins Zeug gelegt. Bei der Ausstattung gibt sich das Spitzenmodell keine Blöße. HTC verbaut einen flotten Vierkernprozessor mit 1,7 Gigahertz Taktfrequenz, der interne Speicher ist zwei Gigabyte groß. Das Gerät bewältigt alle Aufgaben behände, auch bei Spielen und Videos ruckelt nichts (so lange die Internet-Verbindung stabil ist). Und das LCD-Display zaubert hübsche Bilder, auch in HD-Auflösung. Das HTC One ist damit eines der leistungsfähigsten Smartphones, die es im Moment gibt.

Test-Tagebuch HTC One

Unschmeichelhafte Froschperspektive

Um meine Daten zu schützen, richte ich eine Display-Sperre ein. Die lässt sich auch per Gesichtserkennung aufheben: Die Kamera an der Vorderseite gleicht mein Bild mit einer vorherigen Aufnahme ab. Das klappt allerdings nur mäßig, oft erkennt mich das Gerät nicht und ich muss doch den Code auf den Touchscreen tippen. Das empfinde ich allerdings nicht als Verlust: Bei der Gesichtskontrolle wird nämlich mein Bild auf dem Display gezeigt – und das ist aus der Froschperspektive von schräg unten eh unschmeichelhaft.

Der Akku schwächelt schnell

Der erste Testtag endet früher als geplant: Auf dem Heimweg in der Bahn macht der Akku schlapp. Intensivnutzer kommen mit einer Ladung kaum über den Tag und sollten immer ein Netzteil dabei haben.

Das Radio rauscht

Anders als das iPhone hat das HTC ein echtes Radio an Bord, das die Kopfhörer als Antenne nutzt. Auf dem Fahrrad ist die Tonqualität allerdings mäßig: Immer wieder rauscht es so sehr, dass ich den Nachrichtensprecher nicht verstehe. Wenn ich das Programm per Internet-Stream höre, ist der Klang (zumindest in der Stadt) dagegen einwandfrei.

Angelehnt an die Bananenstaude

Der Sound des HTC One übertrifft viele Küchenradios. Allerdings ist es nicht so stabil – ich habe Schwierigkeiten, das flache Smartphone richtig zu positionieren. Liegt es auf dem Rücken, schallt die Musik Richtung Decke. Ist es irgendwo angelehnt, droht es wegzurutschen und umzukippen. Ich stabilisiere es, indem ich es zwischen zwei Bananen klemme. Alternativ gibt es eine Hülle mit eingebautem Ständer für ca. 20 Euro.

Y statt Z

Etwas irritierend: Auf der virtuellen Tastatur sind Y und Z vertauscht. Das lässt sich allerdings über die Einstellungen beheben, wenn man die Option unter „HTC Sense Input Einstellungen“ endlich gefunden hat.

Bei 32 Gigabyte ist Schluss

HTC liefert das One zunächst nur mit 32 Gigabyte Speicher aus. Denn bekomme ich während des Tests nicht gefüllt. Wer allerdings viele Videos aufnimmt, dürfte schnell an die Grenzen stoßen. Erweitern lässt sich die Kapazität nicht: Einen Einschub für Micro-SD-Karten hat das Gerät nicht.

Synchronisierung leicht gemacht

HTC will es Nutzern leicht machen, zum One zu wechseln: Ein Übertragungsprogramm hilft dabei, Kontakte und Fotos auf das neue Gerät zu kopieren. Beim Test mit einem iPhone 4S funktioniert das einwandfrei – sieht man davon ab, dass die Coverbilder aus der iTunes-Bibliothek nicht mitkopiert werden.

Auch das Äußere hinterlässt einen hochwertigen Eindruck: Das Aluminiumgehäuse mit seinen abgeschrägten Kanten sieht schick aus und liegt gut in der Hand. Allerdings kann ich den 4,7 Zoll großen Bildschirm kaum einhändig bedienen – wie bei so vielen neuen Geräten der Jumbo-Klasse.

Doch HTC weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, dass gute Hardware allein nicht reicht, um sich von den vielen Konkurrenten abzuheben – zumal das One mit Preisen ab 680 Euro zu den teuren Smartphones zählt. Deswegen hat sich der Hersteller einiges einfallen lassen, um die erklärtermaßen junge Zielgruppe zu begeistern.

Der Sound ist klasse – damit das HTC One sicher steht, sollte man sich allerdings eine Hülle mit Ständer besorgen. Christof Kerkmann

Der Sound ist klasse – damit das HTC One sicher steht, sollte man sich allerdings eine Hülle mit Ständer besorgen.

Das wichtigste Rezept lautet: Musik. Denn HTC will das One zu einer Boom-Box für die Hosentasche machen. An der Vorderseite sind oben und unten zwei Lautsprecher mit eigenem Verstärker eingebaut. Sie sollen im Zusammenspiel mit einer Equalizer-Software namens Beats Audio einen satten Sound abgeben. Dafür sind Handys bislang ja nicht bekannt.

Kommentare (6)

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Martin

03.04.2013, 10:46 Uhr

Seit einigen Tagen darf ich die derzeit noch schwer zu erhaltene Boom-Box mein Eigen nennen und muss sagen, dass ich sehr zufrieden bin. Endlich schafft es ein Android-Gerät wesentlich hochwertiger als ein iPhone zu wirken. Das bestätigten mir sogar eingefleischte Apple-Fans.

Im Gegensatz zum Test muss ich sagen, an einem normalen Arbeitstag hält der Akku bei mir bis zum Abend. Da sind einige HDR-Aufnahmen, 30 min. Internetradio morgens unter der Dusche und Mail/Messaging-Synchronisierung den ganzen Tag über inbegriffen.

Die Kamera macht spitze Aufnahmen, insbesondere bei Dunkelheit werden die Aufnahmen oft heller als man in Realität mit bloßem Auge erkennen kann. Zwar entsteht bei starker Dunkelheit ein leichtes griseln, das ist aber absolut zu verkraften bei so hellen Aufnahmen bei so dunklem Licht. Auch tagsüber kommen für ein Smartphone unfassbar gute Aufnahmen zustande.

Der Sound ist genial, sehr sehr laut wenn man mag bei kristallklarem Ton nicht verzerrt. So etwas ist man wirklich nicht gewohnt von einem Smartphone.

Das Gerät ist blitzschnell, hab trotz zahlreicher offener Apps noch nie einen Ruckler bei der Bedienung gehabt.

Fazit von mir: Das derzeit beste Smartphone auf dem Markt, absolute Kaufempfehlung!

Johannes

03.04.2013, 12:00 Uhr

Kleine Anmerkung zum Test: Das Gerät ist bereits für 600 Euro zu haben und der Akku braucht ein paar Tage, bis er seine volle Leistung erreicht - dann sollte man damit allerdings locker über den Tag kommen!

DB251181

03.04.2013, 13:08 Uhr

Kann mich meinem Vorredner nur anschließen - habe es gewagt und bin von iPhone 4 auf das neue wirklich hochwertige HTC One inklusive Telekom LTE umgestiegen und bin mega begeistert. Alle Punkte kann ich so bestätigen - der Akku hält bei mir einen Tag - das war aber beim iPhone4 auch nicht anders. Und LTE macht mega Spaß - Facebook & Co ist so mega schnell geladen bzw. aktualisiert. Ich bereue den Schritt keinesfalls.

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