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11.09.2013

10:32 Uhr

Leit-Artikel HX-WA30

Panasonics wasserdichter Camcorder

VonCarina Kontio

Wassertaugliche Videokameras halten den Kindergeburtstag am Badesee oder das Schwimmtraining fest. In unserem Test überstand der Camcorder HX-WA30 von Panasonic Nässe und Stürze – zumindest in Beckentiefe.

Der Härtetest: Unter Wasser sorgt der robuste Camcorder für schöne Schnappschüsse. Das Bild ist klar und pixelfrei, sogar Geräusche werden aufgenommen. Laut Panasonic hält das Gerät locker eine Tauchtiefe von bis zu zehn Metern aus. Carina Kontio

Der Härtetest: Unter Wasser sorgt der robuste Camcorder für schöne Schnappschüsse. Das Bild ist klar und pixelfrei, sogar Geräusche werden aufgenommen. Laut Panasonic hält das Gerät locker eine Tauchtiefe von bis zu zehn Metern aus.

DüsseldorfDer erste Tauchgang ist eine Überwindung. Einen Camcorder ins Wasser halten – das widerstrebt mir. Schließlich will ich die Elektronik nicht ruinieren. Doch dieses Gerät von Panasonic, der HX-WA 30, ist genau dafür gemacht. Er ist wasser- und staubdicht und soll auch Stürze verkraften. Deswegen habe ich ihn für einen Test an den Badesee und ins Hallenbad mitgenommen.

Kolorimetrie, BSI-MOS-Sensor, DLNA-kompatibel: Das mag für den einen der Inbegriff technischer Raffinesse sein. Ich persönlich kann jedoch die Attraktivität dieser sperrigen Begriffe aus dem Panasonic-Handbuch nicht nachvollziehen. Sie lösen eher Unbehagen als Begeisterung aus, weil sich dahinter mit Sicherheit ganze Kapitel in diversen Fachbüchern verbergen. Wer's mag! Aber für mich ist das nichts.

Handelsblatt Techniktest

Der Camcorder HX-WA30 im Test

Handelsblatt Techniktest: Der Camcorder HX-WA30 im Test

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Was mir bei Panasonics Unterwassercamcorder HX-WA30 schon eher zusagt, sind die eingängigen Schlagwörter, die der Hersteller auf die Verpackung gedruckt hat: wasserdicht, frostsicher, stoßfest und staubgeschützt. Das klingt herrlich, denn unterm Strich bedeutet das für mich, dass ich den Camcorder gut und gerne grob behandeln darf und ihn nicht mit Fingerspitzen anfassen muss. Nicht ganz unwichtig, wenn man als Hobby-Filmer für die Anschaffung etwas über 300 Euro investieren muss – so viel Geld kostet das Gerät derzeit im Online-Handel.

Da ich seit meiner Geburt an einer ausgeprägten Bedienungsanleitungsallergie leide, lasse ich die vielen kleinen Handzettelchen, die mir aus der Verpackung entgegenfallen, einfach mal links liegen und versuche, mein Filmer-Glück ganz intuitiv zu finden. Und siehe da: Während der vierwöchigen Testphase muss ich nur ein einziges Mal blättern und nachlesen, weil es auf Anhieb nicht klappen will, den Camcorder mit meinem Fernseher zu verbinden. Aber dazu später mehr, denn zunächst geht die Reise an den nächstgelegenen Badesee.

Der Camcorder HX-WA30 im Detail

Vierfacher Schutz

Der Camcorder HX-WA30 ist im Vergleich zu seinem Vorgänger HX-WA20 besser geschützt. Neu ist nicht nur die höhere Wasserdichtigkeit – jetzt bis zehn Metern Tauchtiefe –, sondern auch die Frostsicherheit bis minus 10 Grad. Der Active Camcorder ist darüber hinaus staub- und stoßgeschützt. Beim Test überstand das Gerät einen Sturz aus einem Meter Höhe unbeschadet.

Zeitlupenaufnahmen

Wer eine Aufnahme noch mal langsamer angucken will, kann die Zeitlupe nutzen. Der HX-WA30 bietet drei verschiedene Einstellungen dafür.

Videoeffekte

Der HX-WA30 bietet zwölf Kreativeffekte. Die Aufnahmen lassen sich beispielsweise im Zeitraffer und im Stile eines Stummfilms darstellen. Das ist während der Aufnahme, aber auch später bei der Wiedergabe möglich.

Sportfotografie

Um schnelle Bewegungen festzuhalten, kann das Gerät bis zu zwölf Aufnahmen in 1,2 Sekunden machen – allerdings in einer vergleichsweise niedrigen Auflösung von drei Megapixel.

Steuerung mit dem Smartphone

Eine nützliche Zusatzfunktion ist die Steuerung per App – das Smartphone oder der Tablet-Computer wird per Wlan mit der Kamera verbunden. Aus der Ferne lassen sich Zoom, Blende und weitere Funktionen steuern. Fertige Clips lassen sich auf dem mobilen Gerät nicht nur ansehen, sondern auch gleich in Soziale Netzwerke hochladen. Zudem lassen sich die Aufnahmen über den Standard DLNA auf kompatiblen Fernsehern wiedergeben.

BSI-Sensor

Unter Wasser sind die Lichtverhältnisse meist nicht ideal – der 1/2,33 Zoll große Sensor soll trotzdem passable Aufnahmen mit weniger Bildrauschen und Störungen ermöglichen.

Weitwinkelaufnahmen

Das Gerät erlaubt Aufnahmen mit einem Weitwinkel von 28 Millimetern, zudem gibt es einen fünffachen optischen Zoom.

Bildstabilisator

Der HX-WA30 hat einen Bildstabilisator, der Bewegungen korrigieren soll – auch bei Vergrößerung.

Zugegeben: Mir wird ganz mulmig zumute, als ich mit Schwimmbrille und Camcorder in das trübe Seewasser abtauche. Zum Glück hat Panasonic für Sicherheitsfanatiker wie mich eine kleine Handschlaufe an dem Gerät befestigt. Das nimmt mir die Angst davor, dass mir das kleine Gerät aus der Hand gleitet und durch den unschönen Algenteppich hindurch in die Untiefen des Sees – immerhin 18 Meter – absinkt.

Und Action: Ich bin begeistert. Mit nur einer Hand kann ich den Camcorder über einen Mini-Joystick bedienen, kann filmend neben einer Schwimmerin tauchen, Nahaufnahmen von braunen Wasserpflanzen machen und mich fühlen wie Jacques-Yves Cousteau höchstpersönlich. Der legendäre Meereskundler – so beschreibt ihn die „Süddeutsche Zeitung“ – verwandelte den Fernseher in ein Bullauge, durch das die Menschheit zum ersten Mal in die Welt unterhalb des Meeresspiegels schauen konnte.

So gelingen auch mir, bislang völlig unerfahren mit Videokameras und Camcordern, in Schnorcheltiefe scharfe und klare Aufnahmen von der geheimnisvollen Welt in unserem Badesee. Davon bin ich so beeindruckt, dass mich die dutzend Video-Effekte von Miniatureffekt bis zum Zeitraffer zunächst kalt lassen. Die erste Wassertaufe hat der HX-WA30 also bestanden. Leider nicht ganz ohne Punktabzug, denn beim Auftauchen bleiben einige kleine Wassertröpfchen vorne auf der Linse hängen, die im Videoclip als unscharfe Punkte die Optik stören.

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