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10.07.2013

09:28 Uhr

Leit-Artikel Ideacenter Horizon

Das Riesen-Tablet für Stubenhocker

VonChristof Kerkmann

Ein Tablet-Computer so groß wie ein Fernseher und so schwer wie 13 iPads: Lenovo hat mit dem Ideacentre Horizon einen flachen Riesen gebaut, der nicht in die Tasche passt – aber im Wohnzimmer viel Spaß macht. Ein Test.

Ein Tablet-Computer als Spielgerät: Auf dem Ideacentre Horizon läuft eine virtuelle „Air Hockey“-Version. Lenovo

Ein Tablet-Computer als Spielgerät: Auf dem Ideacentre Horizon läuft eine virtuelle „Air Hockey“-Version.

DüsseldorfIst das ein PC? Oder ein Tablet-Computer? Mit dem Ideacentre Horizon hat Lenovo einen Hybriden entwickelt, wie sie derzeit in Mode sind: Steht das Gerät aufrecht, dient es als klassischer Windows-Rechner (wenn auch mit Touchscreen), liegt er flach auf dem Tisch oder Boden, gibt er den großen Bruder von iPad und Galaxy Tab. Das ist wörtlich zu verstehen: Mit seinen 27 Zoll – 69 Zentimeter – hat er das Format eines stattlichen Fernsehers. In unserem Test zeigt sich das Riesen-Tablet als guter, aber wenig beweglicher Unterhalter.

PC und Fernsehersatz

Was das Ideacentre Horizon ist, hängt vom Neigungswinkel ab. Steht der Monitor aufrecht, handelt es sich um einen vollwertigen Computer mit Windows 8. Damit man richtig arbeiten kann, liefert Lenovo gleich Funktastatur und -Maus mit, so dass man nicht auf den Touchscreen angewiesen ist. Nutzer können außerdem klassische Windows-Software installieren: aus dem Netz, vom USB-Stick oder von einer DVD, wenn sie vorher per USB ein Laufwerk anschließen.

Dieser wuchtige All-in-One-PC erledigt alle Alltagsaufgaben ohne Murren und Surren. Ein leistungsfähiger Intel-Prozessor (entweder Core i7 oder Core i5) treibt das Gerät an, Speicher und Festplatte sind großzügig bemessen, und auch die Stereolautsprecher und die Mittelklasse-Grafikkarte leisten ordentliche Arbeit. Für einen PC ungewöhnlich ist allerdings die Größe des Bildschirms: Er misst 27 Zoll, also knapp 69 Zentimeter, und reicht bis zur Tischplatte – ganz schön viel Fläche. Als Ersatz für den Heim-PC eignet sich das Gerät locker, wenn auch nicht als Maschine für Hardcore-Spieler.

Ein Bonus: Das Gerät taugt als Fernseher. Denn an der HDMI-Schnittstelle lassen sich Satellitenempfänger, Blu-ray-Player oder Festplattenrekorder anschließen. Nicht empfehlenswert ist die vorinstallierte App LiveTV. Diese streamt Sender aus dem Netz, bietet aber nur eine kleine Auswahl, zudem ist ein beträchtlicher Teil der Sender kostenpflichtig.

Mit Hybrid-Rechnern gegen die Krise

PC-Markt im Umbruch

Der Computermarkt ist im Umbruch: Klassische PCs und Notebooks sind immer weniger gefragt, Tablet-Computer und Smartphones boomen. Während vor allem Apple und Samsung vom Boom der mobilen Geräte profitieren, leiden viele andere PC-Hersteller.

So innovativ wie lange nicht

Für die Verbraucher ist die Krise der Computerbranche gar nicht so schlecht: Die Hersteller sind so innovativ wie lange nicht, um die Kunden von ihren Produkten zu überzeugen. Sie probieren derzeit, welche Formate und Funktionen bei den Kunden ankommen.

Touchscreen wird Standard

Lange waren berührungsempfindliche Bildschirme den mobilen Geräten vorenthalten. Doch spätestens mit der Einführung von Windows 8 haben auch immer mehr PCs einen Touchscreen – das neue Betriebssystem von Microsoft ist für die Bedienung mit dem Finger optimiert.

Lauter Hybridwesen

„2 in 1“ oder gar „3 in 1“: Die Hersteller werben mit zahlreichen Hybridwesen. Diverse Notebooks lassen sich mit Schiebe- oder Klappmechanismen zu Tablet-Computern verwandeln, umgekehrt lassen sich viele Flachrechner mit einer Tastatur zu einem passablen Notebook-Ersatz aufrüsten. Zudem gibt es All-in-One-PCs, die sich auch für den Einsatz in der Horizontalen eignen. Die Grenzen verwischen immer mehr.

Microsoft Surface als Vorreiter

Vorreiter der Tablet-Notebook-Hybriden ist Microsoft: Der Software-Hersteller hat mit dem Surface einen eigenen Rechner auf den Markt gebracht, der die Vorzüge der beiden Gerätekategorien vereinen soll. Doch auch etliche andere Hersteller haben ähnliche Geräte im Angebot.

Zwei Betriebssysteme in einem Gehäuse

Für Android gibt es hunderttausende Apps, mit Windows kann man besser arbeiten. Um diese Vorzüge zu vereinen, bringen einige Hersteller Geräte mit beiden Betriebssystemen auf den Markt, etwa Asus mit dem Transformer Book Trio. Allerdings stellt sich angesichts der Preise oft die Frage: Könnte man diese Geräte nicht auch separat kaufen – für weniger Geld?

Trend zum „All in one“

Immer mehr Hersteller setzen auf das Prinzip „All in One“: Ein Computer, bei dem die gesamte Technik in einem schlanken Monitor steckt. Auch hier gibt es viele Mischwesen: Lenovo, Dell und Sony bieten Geräte an, die sich auch als große Tablet-Computer nutzen lassen.

Auch Intel ist im Umbruch

Der Umbruch des PC-Marktes trifft auch Intel: Der Chiphersteller ist die Nummer 1, wenn es um PC-Prozessoren geht, ist bei mobilen Geräten jedoch ein Nischenanbieter. Mit stromsparenden Chips will der Konzern Anschluss finden – in einigen Smartphones und Tablets ist bereits „Intel Inside“.

Die Kacheln weichen einer runden Wählscheibe

Um das Gerät zum Tisch-Tablet zu verwandeln, muss man es flachlegen. Das geht ganz leicht: Drückt man den Bildschirm nach unten, gibt die Stütze nach. In der Horizontalen schaltet das Gerät automatisch in eine Oberfläche namens Aura um, die Lenovo eigens für das Ideacentre Horizon entwickelt hat. Statt der Windows-Kacheln ist in der Mitte des Bildschirms eine Wählscheibe mit den verschiedenen Optionen zu sehen: Fotos, Videos und Musik gibt es, außerdem eigene Kategorien für Lernen, Spielen und Apps.

Diese Oberfläche versteht Multitouch, sie verarbeitet also die Eingaben mehrerer Nutzer. Ein Beispiel: Nach dem Urlaub können bis zu fünf Familienmitglieder gemeinsam Fotos sortieren, wenn sie an den Seiten des Gerätes Platz finden. Jeder kann also einen Stapel Fotos durchblättern, einzelne Bilder vergrößern, verkleinern, rotieren und auf der Arbeitsfläche ablegen. Das erinnert an den Computertisch Surface, den Microsoft vor einigen Jahren an Hotels und Restaurants vermarkten wollte.

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