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20.02.2013

11:04 Uhr

„Leit-Artikel“ IdeaPad Yoga

Ein Computer zum Falten

VonChristof Kerkmann

Das Beste aus beiden Welten? Das IdeaPad Yoga 11 ist eine Mischung aus Tablet-Computer und Notebook. Dafür musste Hersteller Lenovo aber etliche Kompromisse eingehen, wie der Test von Handelsblatt Online zeigt.

Das Notebook, das Yoga kann

Video: Das Notebook, das Yoga kann

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DüsseldorfBeim ersten Mal kostet es noch Überwindung. Damit ich das IdeaPad Yoga 11 von einem normalen Laptop in einen Tablet-Computer verwandeln kann, muss ich den Touchscreen einmal komplett umklappen – ein normales Notebook würde das nicht überleben. Doch der Lenovo-Rechner ist flexibel. Nichts bricht, nichts wackelt. Nach wenigen Handgriffen liegt auf meinem Schoß ein ziemlich großer, etwas klobiger Touchscreen.

Lenovo hat mit dem IdeaPad Yoga 11 ein Zwitterwesen gebaut, das die Vorteile zweier Gerätegattungen in einem Gehäuse vereinen soll: Dank Tastatur und Touchpad können Nutzer bequem Texte tippen, Fotos bearbeiten und über detaillierte Websites navigieren. Dank Touchscreen blättern sie aber auch zurückgelehnt durch die Fotosammlung oder starten Youtube-Videos. Möglich macht das Windows 8, das neue Betriebssystem von Microsoft, das auch die Bedienung per Fingerzeig erlaubt.

Die Versionen von Windows 8

Entwickelt für verschiedene Geräte

Mit der neuen Windows-Version wird das Microsoft-Betriebssystem erstmals auch auf Geräten mit Chips auf Technologie des britischen Entwicklers ARM laufen. Sie dominieren heute in Smartphones und Tablets. Allerdings grenzt Microsoft die ARM-taugliche Version unter dem Namen Windows RT klar vom der klassischen PC-Variante Windows 8 ab. Zwischen ihnen gibt es einige Unterschiede. Mit den beiden eng verwandt ist das Smartphone-System Windows Phone 8.

Windows RT

Windows RT ist für die stromsparenden ARM-Prozessoren ausgelegt. Man kann die Software nicht separat kaufen, sondern nur vorinstalliert auf einem neuen Gerät. Von der Bedienung her sehen die beiden Versionen mit ihrem Kachel-Design auf den ersten Blick ziemlich identisch aus. Die Differenzen werden erst sichtbar, wenn man in den Desktop-Modus wechselt, der an das gewohnte Windows-Design anlehnt. In diesem Bereich werden auf Windows RT keine Programme von anderen Anbietern laufen. Das Betriebssystem unterstützt nur Apps aus Microsofts Windows Store. Die RT-Version von Windows Office enthält zudem bisher kein Outlook-Mailprogramm.

Windows 8

Das normale Windows 8 ist ein klassisches PC-Betriebssystem, das aber wegen der Touch-Oberfläche auch für Tablet-Computer mit der nötigen Prozessorleistung geeignet ist, etwa das Surface Pro von Microsoft. Somit laufen auch klassische Windows-Programme wie Photoshop, Word oder Spiele auf dem System – anders als bei Windows RT. Zudem gibt es eine Pro-Version, die einige Funktionen für Business-Kunden enthält.

Windows Phone 8

Das Smartphone-Betriebssystem Windows Phone 8 verwendet ebenfalls das Kachel-Design, das schon beim Vorgänger Windows Phone 7 seine Premiere hatte. Es ist mit den anderen neuen Windows-Versionen verwandt, aber konsequent auf die kleineren Handy-Bildschirme zugeschnitten. Ein Sahnehäubchen sind die eingebauten Nokia-Kartendienste. Sie bieten neben Navigation auch die neue Funktion CityLens, bei der Informationen zum aktuellen Aufenthaltsort in den Bildschirm eingeblendet werden, wenn man die Kamera auf einen Straßenzug richtet.

Damit der Yoga-Rechner so beweglich ist, hat Lenovo ihn mit Doppelscharnieren ausgestattet. Diese sind sehr stabil. Egal in welchem Winkel sie stehen: Der Bildschirm wackelt kaum. Damit lässt sich der 11,6-Zoll-Bildschirm auch als eine Art Mini-Fernseher nutzen, den Bildschirm kann man entweder wie ein Zelt aufstellen oder auf der Tastatur ruhen lassen und Youtube-Clips oder den „Tatort“ aus der Mediathek schauen.

Die Windows-8-Oberfläche mit ihren typischen Kacheln lässt sich flüssig bedienen. Auf dem Bildschirm surfe ich entspannt im Netz und blättere durch meine Fotos. Videos sehen auf dem XXL-Display klasse aus. Im Vergleich zu anderen Tablet-Computern ist das IdeaPad Yoga allerdings klobig und schwer – es misst fast zwei Zoll mehr als die vierte iPad-Generation und wiegt doppelt so viel. In einer Hand kann ich das Gerät nicht lange halten. Aber die Tastatur dient als eine passable Stütze, um das Gerät im Zug oder auf dem Bett ohne Verrenkungen bequem zu positionieren.

Für ein Notebook ist das IdeaPad Yoga dagegen vergleichsweise leicht und kompakt. Trotzdem ist die Tastatur groß genug, um nicht dauernd auf die falschen Buchstaben zu tippen. Einen Punktabzug gibt es allerdings, weil im Büro-Programm Word die Buchstaben mit einer kleinen, aber merklichen Verzögerung auf dem Bildschirm erscheinen. Liegt das an der Prozessorleistung? Lenovo konnte das Problem nach eigenen Angaben nicht nachvollziehen. Zudem verschluckt die Tastatur bei Schnelltippern häufig Doppelbuchstaben.

Punkten kann das Gerät mit den Schnittstellen. Anders als etwa das iPad hat das IdeaPad Yoga zwei USB-Ports, an die ich etwa eine Maus oder externe Festplatte anschließen kann – fast wie bei einem Büro-Rechner. Außerdem gibt es einen SD-Slot für Speicherkarten und einen HDMI-Anschluss zur Übertragung des Bildes auf den Monitor oder Fernseher.

Kommentare (1)

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Meyer

20.02.2013, 21:39 Uhr

Liebe Leute, die Tippverzögerung des Cursors liegt mitnichten an einer eventuellen Leistungsschwäche der CPU. Vielmehr ist es der so genannte "keyset Cursor" den MS bei Office 2013 eingeführt hat. Dieser lässt sich mit ein wenig Internetrecherche deaktivieren und somit wäre alles beim Alten.
Etwas bedenklich finde ich es allerdings schon, dass in Ihrer Technikredaktion davon ausgegangen wird, eine leistungsschwache CPU wäre die Ursache!

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