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05.03.2014

10:11 Uhr

Leit-Artikel Liquid Z5

Doppeltes Herz, halbe Lunge

VonAxel Postinett

Groß muss nicht teuer sein: Acer baut mit dem Liquid Z5 ein Fünf-Zoll-Smartphone samt Platz für zwei SIM-Karten, das 170 Euro kostet. Doch der Kampfpreis macht sich an einer entscheidenden Stelle negativ bemerkbar.

Handelsblatt-Techniktest

Das Acer Liquid Z5: Ideal für Smartphone-Einsteiger

Handelsblatt-Techniktest: Das Acer Liquid Z5: Ideal für Smartphone-Einsteiger

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Smartphones sind längst keine Luxusartikel mehr. Die Geräte diesseits der 200 Euro leisten zwar nicht so viel wie iPhone und Co, reichen aber für viele Nutzer aus. Mit dem Liquid Z5 will auch der taiwanische Hersteller Acer die Sparfüchse und Wenigsurfer erreichen. Rund 170 Euro kostet das Smartphone – was dürfen Nutzer erwarten?

Von vielen Konkurrenzmodellen hebt sich das Gerät durch sein Doppelherz ab: Nutzer können zwei SIM-Karten einlegen und so beispielsweise geschäftliche und private Gespräche getrennt abwickeln oder weiter unter ihrer alten Nummer erreichbar sein.

In dem schlanken und 8,8 mm dicken Kunststoffgehäuse werkelt ein 1,3 Gigahertz schneller Zweikern-Prozessor von Mediatek, was von der Papierform her für eine ausreichende Geschwindigkeit sorgen sollte. Anders als bei vielen Einsteigergeräten gibt es zudem mit Android in der Version 4.2.2 ein Betriebssystem mit vielen aktuellen Verbesserungen aus Googles Software-Laboren.

Der 5-Zoll-LCD-Bildschirm mit 854 x 480 Bildpunkten weckt keine Begeisterungsstürme, aber zeigt für diese Preisklasse eine absolut ausreichende Leistung mit gutem Kontrast und einem breiten Blickwinkel. Er ist gut zu bedienen und antwortet spontan auf Finger-Kommandos. Gespart wurde am Hauptspeicher: Nur vier GB sind an Bord. Die sind schnell mit Bildern oder Musik vollgestopft.

Das Liquid Z5 im Überblick

Was kann das Gerät?

Alles, was ein Smartphone können sollte: Telefonieren natürlich, im Netz surfen, spielen, fotografieren. All das bewältigt das Gerät ordentlich, ohne zu brillieren (was in dieser Preisklasse nicht zu erwarten ist). Allerdings ist der Arbeitsspeicher zu klein.

Was ist gut gelungen?

Eine Besonderheit: Das Gerät hat Fächer für zwei SIM-Karten – das ist nicht nur in Schwellenländern sinnvoll, sondern auch wenn man privat und beruflich erreichbar sein muss.

Was ist nicht so gut gelungen?

Hauptmanko: Der kleine Arbeitsspeicher. Das wäre auch bei einem günstigen Mittelklassegerät nicht nötig gewesen.

Wie ist die Verarbeitung?

Das Gehäuse ist aus Kunststoff, aber durchaus wertig. Acer wertet das Gerät mit eigenen Benutzeroberflächen auf, etwa für Senioren.

Was ist in der Verpackung?

Das, was drin sein muss: Handy, Netzteil, Kopfhörer, Anleitung.

Was kostet das Gerät?

170 Euro, online teils etwas weniger.

Ist der Kauf empfehlenswert?

Acer ist es gelungen, für 170 Euro ein passables Smartphone zu bauen – wäre da nicht der kleine Arbeitsspeicher. Wer keinen Wert auf die Dual-SIM legt, sollte gut vergleichen, das Moto G beispielsweise ist bei einem ähnlichen Preis besser ausgestattet.

Doch das ist kein Problem. Lobenswerterweise spendiert Acer ein Fach für Micro-SD-Karten. Zusätzlicher Speicher ist also schnell und preiswert nachinstalliert. 32-GB-große Speicherkarten (mehr wird offenbar nicht unterstützt) sind für 20 Euro zu bekommen. So muss das sein!

Wirklich knapp bemessen ist allerdings der Arbeitsspeicher des 147 Gramm schweren Geräts. In  ihm werden die gestarteten Apps für den Prozessor bereitgehalten und verarbeitet. Die gebotenen 512 MB sind wirklich die Untergrenze. Im Test erschien immer wieder ein warnender Hinweis, dass der Arbeitsspeicher zur Neige geht.

Dann heißt es, per Hand offene Anwendungen zu schließen. Sonst leidet die Leistung erheblich. Ein paar Chat-Apps wie Skype, WhatsApp und Google Maps für die Navigation offen, und schon gehen die roten Warnlampen an. Das nervt. Die völlig unverständliche Beschränkung des Arbeitsspeichers hat Acer ein paar Cent Kosten eingespart und hat dafür den größten einzelnen Negativposten im Test geschaffen. Manches wirkt es so, als habe das Gerät nur eine halbe Lunge.

Die Hauptkamera mit fünf Megapixel und LED-Blitz ist dagegen guter Durchschnitt. Um das auszugleichen hat Acer eine Reihe von Hardware- und Softwaretricks eingebaut, was sich im Test aber nicht wirklich positiv bemerkbar machte. Den körnigen Fotos fehlte es an Brillanz und bei schlechten Lichtverhältnissen nahm das Rauschen schnell Überhand. Hoffentlich bessern die Taiwanesen bei der Kamerasoftware bis zum Marktstart noch einmal kräftig nach.

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