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18.12.2013

11:06 Uhr

Leit-Artikel Lumia 1520

Ziemlich groß, ziemlich teuer

VonJessica Springfeld

Es ist das größte Nokia-Handy aller Zeiten: Das Lumia 1520 misst in der Diagonale sechs Zoll, fast so viel wie ein Taschenbuch. Aber ist groß auch gut? Im Test hielten die Vorurteile gegen die Ausmaße nicht allzu lange.

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Was kann das Nokia Lumia 1520?

Techniktest Video: Was kann das Nokia Lumia 1520?

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DüsseldorfMein erster Gedanke: Überdimensioniert. Das Lumia 1520 von Nokia ist viel größer als fast alle Konkurrenz-Smartphones, es misst sechs Zoll in der Diagonale und damit ähnlich viel wie ein Taschenbuch. Phablet wird das in der Branche genannt, eine Mischung aus Phone und Tablet. Aber ist das nicht unpraktisch?

Doch mein Widerstand hält nicht lange. Denn der große Bildschirm mit IPS-Technologie ist wirklich klasse: Er leuchtet hell und beeindruckt mit satten Farben und Kontrasten. Und er bietet eine Full-HD Auflösung. Videos und Webseiten sehen darauf beispielsweise klasse aus.

Der Bildschirm reagiert ohne Verzögerung und sehr exakt. Schön im Winter: Setzt man die Bildschirmsensitivität auf „Hoch“, kann man es auch mit Handschuhen bedienen. Eine gute Nachricht für all jene, die nicht gewillt sind ihre Handschuhe danach auszuwählen, ob die Touchscreen kompatibel sind.

Das Betriebssystem Windows Phone 8 spielt auf der großen Fläche seine Stärken aus, es wird eine zusätzliche, dritte Spalte der typischen Kacheln angezeigt. Trotzdem wird es nicht chaotisch, die Programme wirken dank des rechteckigen Rasters deutlich übersichtlicher angeordnet als herkömmliche App-Icons auf anderen Smartphones.

Und so stellte ich verwundert bis widerwillig fest: Der große Bildschirm gefällt mir. Beim Telefonieren mag er etwas merkwürdig anmuten, doch nach minimaler Selbstreflexion frage ich mich: Wann telefoniere ich eigentlich noch? Geschätzte 90 Prozent der Zeit nutze ich das Phablet zum Surfen, Nachrichten verschicken, Fotos machen und ansehen oder E-Mails checken. Alles Dinge, die auf einem großen Bildschirm deutlich besser funktionieren und auch einfach mehr Spaß machen.

Zumal das Gerät wirklich schnell ist. Ein Vier-Kern-Prozessor treibt das Phablet an, genauer gesagt ein Snapdragon 800 mit 2,2 Gigahertz Taktfrequenz. Damit ist es das stärkste jemals von Nokia gebaute Smartphone. Das rührt mich zwar wenig emotional an, dürfte aber Technikfans begeistern. Ich für meinen Teil kann bestätigen: Alles läuft fließend und ohne Wartezeiten. Zudem beherrscht das Gerät den superschnellen Internet-Standard LTE, wenn man den entsprechenden Mobilfunkvertrag hat.

Hakelige Einrichtung

Bei der Einrichtung hakt es allerdings. In das Riesen-Lumia passen nur SIM-Karten im Nanoformat, das sonst nur im iPhone zum Einsatz kommt. Käufer müssen daher erst eine neue SIM-Karte anfordern oder die alte ausstanzen.

Die Übertragung meiner Kontaktdaten von meinen Android-Gerät auf das Windows Phone funktionierte per Bluetooth und einem kleinem Programm recht problemlos. Mein erster Versuch, die Daten über mein Google-Konto abzugleichen, scheiterte hingegen. Der Wechsel von einem anderen Betriebssystem soll zwar ohne Probleme möglich sein (eine Anleitung gibt es online bei Microsoft). Selbsterklärend ist das jedoch nicht. Was wieder eines zeigt: Die Handyhersteller behalten die Nutzer am liebsten in ihrer eigenen Welt.

Das heißt für Smartphones mit Windows Phone 8: Outlook, Microsoft Office und ähnliche Anwendungen funktionieren auf dem Gerät perfekt. Was speziell für Nutzer interessant sein dürfte, die das Handy beruflich nutzen. Word-Dateien und Powerpoint-Präsentationen lassen sich problemlos herunterladen, öffnen und dank des großen Bildschirms auch bequem bearbeiten. Dagegen muss man auf den Google-Browser Chrome verzichten. Wegen eines Streits zwischen Microsoft und Google ist auch die Youtube-App sehr abgespeckt.

Kommentare (1)

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18.12.2013, 11:25 Uhr

"Doch mein Widerstand hält nicht lange." Size matters!

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