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02.04.2014

11:56 Uhr

Leit-Artikel Lumia 2520

Nokia-Tablet im Schatten von Microsoft

VonChristof Kerkmann

Der Handyhersteller Nokia baut jetzt auch ein Tablet: Das Lumia 2520 ähnelt seinen kleinen Smartphone-Geschwistern. Eine Hülle samt Tastatur rüstet es zum Notebook auf. Doch als Arbeitsgerät eignet es sich nur bedingt.

Tablet und Notebook in einem: Nokia bewirbt das Lumia 2520 als Alleskönner.

Tablet und Notebook in einem: Nokia bewirbt das Lumia 2520 als Alleskönner.

Es ist das erste seiner Art – und vielleicht auch das letzte. Nokia bringt mit dem Lumia 2520 einen Tablet-Computer auf den Markt, der auch das Notebook ersetzen soll. Sieht man von einigen gescheiterten Experimenten ab, ist es der erste erstzunehmende Flachrechner des Handyherstellers.

Doch die Zukunft des Gerätes ist ungewiss: In wenigen Wochen dürfte der finnische Konzern den Verkauf seiner Gerätesparte an den Partner Microsoft abgeschlossen haben. Und der hat bereits ein ganz ähnliches Produkt im Angebot, nämlich das Surface 2. Ob die Konkurrenz aus eigenem Hause erwünscht ist? Derlei Fragen halten Nokia aber nicht davon ab, das Lumia 2520 ab dem 10. April auch in Deutschland zu verkaufen.

Der Name zeigt es: Der Tablet-Computer ist mit den Smartphones des Herstellers verwandt. Das ist dem Lumia 2520 auf den ersten Blick anzusehen. Es steckt wie seine kleinen Geschwister in einer Plastikhülle mit kantigem Design – das Testgerät kommt im schickem Schwarz mit matter Oberfläche daher, es gibt auch Varianten in rot, gelb und hellblau. Die 615 Gramm Gewicht sind im Vergleich zum iPad Air (der Referenz in dieser Hinsicht) nicht gerade leicht, dennoch liegt das Lumia 2520 gut in der Hand.

Das Lumia 2520 in aller Kürze

Worum handelt es sich?

Der erste Fitness-Tracker des Navi-Spezialisten Garmin mit zwei auswechselbaren Armbändern (in fünf Farben erhältlich) und kompatibel mit einem Herzfrequenzsensor.

Was sagt die Werbung?

Garmin bewirbt das Gerät als Motivator mit einem individuellen Tagesziel, der „dich überallhin begleitet – jeder Schritt zählt.“

Was ist gelungen?

Das Vivofit setzt vernünftige Ziele und motiviert seinen Träger, indem es daran erinnert, wann es mal wieder Zeit ist, den Schreibtisch oder das Sofa zu verlassen. Das Fitnessband kann mehr als ein Jahr ohne Batteriewechsel eingeschaltet bleiben.

Was ist nicht so gut gelungen?

Für den wöchentlichen Hausputz inklusive Bügeln und Fensterreinigung hat Garmin genauso wenig übrig wie für die allmorgendliche Fahrt mit dem Rad zum Bahnhof. So leicht das Vivofit auch ist – im Test öffnete sich ein paar Mal unbemerkt der leichte Verschluss und das Armband ging beinahe verloren.

Was ist in der Verpackung?

Das Vivovit-Fitnessarmband, eine Postkarte, ein Flyer; die Anleitung gibt es separat zum Download im Internet und den Herzfrequenzsensor gibt es separat gegen Aufpreis.

Wie viel kostet es?

600 Euro solo, 750 Euro mit Tastatur.

Ist es empfehlenswert?

Wem die App-Auswahl für Windows RT genügt, ist mit dem Tablet gut bedient. Die Tastatur ist eine Hilfe, um etwa E-Mails zu schreiben, für lange Texte eignet sie sich nur bedingt.

Nokia hat sich mit solider bis hochklassiger Hardware einen Namen gemacht, und auch das Lumia 2520 enttäuscht nicht. Das fängt an beim Display mit Full-HD-Auflösung: Die Farben leuchten kräftig, die Kontraste sind knackig, auch bei Sonnenlicht ist noch viel zu erkennen. Im Inneren arbeitet der derzeit beste Qualcomm-Prozessor, mit dem Datenturbo LTE surfen Nutzer unterwegs schnell. Eine günstigere Variante nur mit WLAN gibt es derzeit nicht.

Eine hilfreiche Funktion für unterwegs: Binnen einer Stunde lässt sich der Akku zu 80 Prozent füllen – dafür nimmt man das proprietäre Ladegerät, das mit keinem gängigen Tablet-Computer kompatibel ist, durchaus in Kauf. Und dann wäre da noch die Kamera, die auch im Lumia 720 zum Einsatz kommt: Für ein Smartphone ist sie Durchschnittsware, für ein Tablet aber beachtlich.

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