Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.02.2014

10:50 Uhr

Leit-Artikel Moto G

Google-Smartphone zum Kampfpreis

VonJessica Springfeld

200 Euro für ein Smartphone – viel billiger geht es kaum. Mit dem Moto G zielt Motorola vor allem auf preisbewusste Nutzer. Der Test zeigt: Käufer bekommen für ihr Geld eine Menge geboten.

Außen Plastik, innen Android: das Moto G von Motorola. AFP

Außen Plastik, innen Android: das Moto G von Motorola.

Ich will es nicht beschönigen: Das ausschlaggebende Argument für den Kauf des Moto G waren nicht Prozessorleistung, Betriebssystem oder technische Rahmendaten. Nein, nach dem Verlust von zwei Handys in einer Woche war unweigerlich klar, dass der Preis das entscheidende Argument sein würde.

Mit 199 Euro ist dieser für die 16-Gigabyte-Version des Handys mehr als fair bemessen. Die 8-GB-Version gibt es bereits ab 169 Euro. Doch wieviel kann ein Smartphone in dieser Preisklasse leisten? Wenn man nach Motorola geht: Alles. Großspurig verkündete man, dass man Samsung und Apple angreifen wolle, deren Flaggschiffe bekanntlich das Drei- bis Vierfache kosten.

Für 200 Euro erhält man vergleichsweise schwere 155 Gramm Android, verpackt in einem schlichten, leicht geschwungenen Kunststoffgehäuse, das sich durch die leicht gummierte Rückseite durchaus wertig anfühlt. Die Ausstattung ist ordentlich: Einen Vierkernprozessor findet man in dieser Preisklasse selten. Er leistet ordentliche Arbeit und sorgt dafür, dass es nirgendwo hakt. Auch am 4,5 Zoll großen Display gibt es wenig zu meckern: Kontrast und Schärfe sind beachtlich, auch wenn es nicht ganz so blickwinkelstabil ist, wie man es von den Top-Geräten kennt.

Geschichte von Motorola

Anfänge mit Autoradios

Der Vorläufer von Motorola, GMC, baute ab den 1920er Jahren Autoradios. Die Umbenennung in den heutigen Namen erfolgte 1947. Später entwickelte das Unternehmen auch Funkeinrichtungen. Die Halbleitersparte gliederte das Unternehmen in den 2000er Jahren aus.

Erster Handyhersteller

Vor 30 Jahren brachte Motorola das erste kommerziell verfügbare Mobiltelefon auf den Markt, das DynaTAC. Zehn Jahre darauf folgte als eines der ersten GSM-Handys das International 3200, das als „Knochen“ in die Geschichte einging. Auch die Razr-Klapphandys hatten viele Fans. In den vergangenen Jahren geriet das Unternehmen allerdings immer mehr ins Hintertreffen.

Aufspaltung in Mobility und Solutions

2011 spaltete sich Motorola in zwei eigenständige Unternehmen auf. Motorola Mobility stellte Mobiltelefone her, Motorola Solutions diente Geschäftskunden.

Neuanfang mit Android

Um den Trend zum mobilen Internet nicht komplett zu verpassen, nutzte Motorola das Betriebssystem Android – wie auch viele Konkurrenten. Der US-Konzern baute zwischenzeitlich außerdem Tablets wie das positiv bewertete, aber kommerziell nicht besonders erfolgreiche Xoom.

Erst Google, dann Lenovo

Mit seinem Betriebssystem Android ist Google ein wichtiger Anbieter im Smartphone-Markt – 2012 stieg der Konzern auch ins Hardware-Geschäft ein: Er übernahm Motorola Mobility für 12,5 Milliarden Dollar, nicht zuletzt, um mit den Patenten Klagen gegen seine Software abzuwehren. Anfang 2014 kündigte der Konzern indes an, die Smartphone-Herstellung an den chinesischen Elektronikhersteller Lenovo zu verkaufen.

2012 übernahm Google die Mobilfunksparte von Motorola. Diese Verbindung ist dem Gerät klar anzumerken (auch wenn Google inzwischen angekündigt hat, die Firma an Lenovo weiterzuverkaufen): Bereits vorinstalliert in einem eigenen Google-Ordner auf dem Homescreen sind unter anderem Gmail, Google Maps, der Play Store, Google Play Music, YouTube, Hangouts, Google Drive. Alles Google-Anwendungen, die auf dem Gerät einwandfrei laufen.

Auch die Benutzeroberfläche erinnert an das Original-Android, Motorola hat sie praktisch nicht verändert. Ein weiterer Pluspunkt der Verbindung: Das Update auf Android 4.4.2 ist als Download verfügbar – das haben bislang nur wenige Smartphones.

Wenig verwunderlich, ist die Synchronisation des Geräts mit meinem Google-Konto eine Sache von Sekunden. Sämtliche Apps und Kontaktdaten finden ihren Weg auf das Moto G. Alternativ hätte ich meine Daten über die „Motorola Migrate“-Anwendung synchronisieren können. Übrigens eine der wenigen Apps, in der Motorolas Handschrift zu erkennen ist.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

27.02.2014, 09:33 Uhr

Super Artikel!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×